
US-Streitkräfte haben laut Donald Trump alle militärischen Anlagen auf einer strategisch wichtigen Insel „vollständig ausradiert“. Die Terrororganisation Hamas fordert den Iran auf, seine Angriffe auf Nachbarländer einzustellen und verweist zudem auf das Völkerrecht. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
21:06 Uhr – Israel: Bodentruppen töten Dutzende Hisbollah-Milizionäre
Israelische Bodentruppen haben bei Kämpfen im Südlibanon einem Bericht der Zeitung „Times of Israel“ zufolge Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden.
Die Armee bestätigte zudem, dass das Nordkommando seine Vorbereitungen fortsetze, um in der kommenden Woche zusätzliche Truppen aufzunehmen. Es gehe unter anderem um die 98. Division mit zwei Kampfbrigaden und zusätzlichen Pionierbataillonen sowie um die Golani-Brigade.
Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.
19:36 Uhr – USA fordern Bürger zur Ausreise aus dem Irak auf
Die US-Botschaft in Bagdad ruft alle US-Bürger dazu auf, den Irak umgehend zu verlassen. Hintergrund ist ein Raketenangriff auf das Botschaftsgebäude in der Nacht. Wer sich entscheide, im Land zu bleiben, solle dies angesichts der erheblichen Bedrohung durch Iran-treue Milizen dringend überdenken, heißt es in einem Sicherheitshinweis der Vertretung.
19:17 Uhr – Türkei warnt Israel vor „neuem Völkermord“ im Libanon
Angesichts des militärischen Vorgehens Israels im Libanon hat die Türkei vor einem „neuen Völkermord“ gewarnt. „Wir sind offen besorgt, dass (der israelische Ministerpräsident Benjamin) Netanjahu unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Hisbollah auf einen neuen Völkermord zusteuert“, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan. Die internationale Gemeinschaft müsse „so schnell wie möglich handeln“ und Israel Einhalt gebieten.
18:19 Uhr – Israel meldet 400 Angriffswellen gegen Iran in zwei Wochen
Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in den ersten beiden Wochen des Iran-Krieges rund 400 Angriffswellen mit jeweils zahlreichen beteiligten Kampfjets geflogen. Hauptziele im Zentrum und Westen des Irans seien Anlagen für Raketenstarts und Verteidigungsanlagen gewesen.
Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 200 Ziele bombardiert worden. Dabei seien Dutzende Abschussrampen für ballistische Raketen getroffen worden.
17:45 Uhr – Iranischer Außenminister: Alles gut bei neuestem Obersten Führer
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärt in einem Interview mit MS Now, es gebe kein Problem mit dem neuen Obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Freitag gesagt, Chamenei sei verwundet und wahrscheinlich entstellt worden.
16:30 Uhr – Iranische Medien rufen zur Evakuierung von Häfen in den Emiraten auf
In iranischen Staatsmedien ist zur Evakuierung von drei Häfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgerufen worden. Die offizielle Nachrichtenagentur der iranischen Justiz, Misan, behauptete am Samstag ohne Beweise, dass sich US-Streitkräfte in den zivilen Häfen Dschabal Ali in Dubai, Chalifa in Abu Dhabi und Fudschaira im gleichnamigen Emirat aufhielten, was die Anlagen zu legitimen Zielen für iranische Angriffe mache.
Die Nachrichtenagentur forderte die Menschen in und um die Häfen auf, die Gegenden unverzüglich zu verlassen, weil sie in den kommenden Stunden angegriffen werden könnten. Zuvor hatten am Samstagmorgen Trümmer einer abgefangenen Drohne einen Brand in der Nähe des Hafens von Fudschaira ausgelöst, wie die Behörden mitteilten. Verletzte wurden nicht gemeldet. Der Hafen von Dschabal Ali in Dubai ist der verkehrsreichste im Nahen Osten.
16:10 Uhr – Gespräche zwischen Israel und Libanon in den kommenden Tagen möglich
Israel und der Libanon werden einem israelischen Zeitungsbericht zufolge voraussichtlich in den kommenden Tagen direkte Gespräche führen. Die USA würden von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vertreten. Die ersten Gespräche seit Beginn des Iran-Kriegs, der auch den Libanon immer tiefer in den Konflikt hineingezogen hat, könnten in Paris oder auf Zypern stattfinden.
16:06 Uhr – Iran droht mit Angriffen auf US-Unternehmen in der Region
Der Iran kündigt an, US-Unternehmen in der Region anzugreifen, sollte seine Energieinfrastruktur ins Visier genommen werden. Der Iran werde mit Vorsicht vorgehen, um Angriffe auf besiedelte Gebiete zu vermeiden, sagt Außenminister Abbas Araghtschi staatlichen Medien zufolge.
15:25 Uhr – Trump drängt andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen in Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass viele Länder Kriegsschiffe entsenden würden, um die Straße von Hormus offen zu halten. Er hoffe, dass China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder sich beteiligten, teilt er in einem Beitrag auf Truth Social mit. Konkreter äußert er sich nicht. „So oder so wird die Straße von Hormus bald offen sein.“
Am Freitag hatte Trump angekündigt, die US-Marine werde „sehr bald“ damit beginnen, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.
15:02 Uhr – Wenig Schaden an Flugzeugen bei Angriff in Saudi-Arabien
Ein US-Stützpunkt in Saudi-Arabien ist US-Präsident Trump zufolge vor einigen Tagen bei einem Angriff getroffen worden. Vier der fünf dort stationierten Tankflugzeuge hätten aber „praktisch keinen Schaden“ davongetragen. Sie seien bereits wieder im Einsatz.
14:20 Uhr – Betrieb auf Öl-Insel Kharg geht „normal weiter“
Trotz der US-Angriffe auf die iranische Öl-Insel Kharg läuft der Exportbetrieb dort nach Angaben der regionalen Behörden uneingeschränkt weiter. Die Aktivitäten der Ölfirmen am Export-Terminal Kharg „gehen normal weiter“, sagte der Vize-Gouverneur der iranischen Provinz Buschehr, Ehsan Dschahanijan, der Nachrichtenagentur Irna. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete, auf der Insel habe es keine Schäden an der Öl-Infrastruktur gegeben.
13:35 Uhr – Flugabwehrsystem soll von Rakete getroffen worden sein
Ein Flugabwehrsystem an der US-Botschaft im Irak ist Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden. Nach dem Angriff von heute früh gab es irakischen Medienberichten zufolge einen Brand an dem Botschaftsgebäude. Der Nachrichtenkanal Al Jazeera berichtete, eine Einheit des als C-RAM bekannten Raketenabwehrsystems zum Schutz der Botschaft sei getroffen worden.Von der US-Botschaft, dem US-Militär wie auch der irakischen Regierung gab es zunächst keine Bestätigung.
Das US-Militär nutzt das System C-RAM zum Schutz von diplomatischen Einrichtungen und Stützpunkten im Nahen Osten. Es kann auf Raketen-, Artillerie- und Mörserfeuer reagieren. In Bagdad war heute zu sehen, wie Soldaten Schäden auf dem Dach des Gebäudes prüfen. Die US-Botschaft liegt im stark gesicherten Regierungsviertel, auch bekannt als Grüne Zone. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke. Mit dem Iran verbündeten Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs aber mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht.
12:05 Uhr – Iran kündigt vestärkten Waffeneinsatz an
Der Iran kündigt den verstärkten Einsatz schärferer Waffen an. Die Streitkräfte würden ballistische Raketen und andere Raketentypen mit größerer Zerstörungskraft und höherer Präzision verwenden, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums staatlichen iranischen Medien zufolge. Man werde künftig mehr „modernisierte Waffen“ einsetzen.
11.40 Uhr – Indische Schiffe dürfen durch Straße von Hormus fahren
Der Iran hat eine Ausnahme von seiner Blockade der Straße von Hormus gemacht und einigen indischen Schiffen die Durchfahrt erlaubt. Dies bestätigte der iranische Botschafter in Indien, Mohammad Fathali, bei einer Konferenz in Neu-Delhi. Die genaue Zahl der Schiffe nannte Fathali nicht.
10:45 Uhr – Revolutionsgarden benennen US-Einrichtung zu legitimen Zielen
Die Revolutionsgarden im Iran erklären Berichten iranischer Staatsmedien zufolge US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu legitimen Zielen ihre Angriffe. Dies sei eine Reaktion auf Angriffe von US-Streitkräften auf iranische Inseln, erklären die im Iran überaus einflussreichen Revolutionsgarden. Ziele seien Häfen, Anlegestellen und Militärstandorte. Die Bewohner der Emirate werden aufgerufen, sich von diesen Orten fernzuhalten, um zivile Opfer zu vermeiden.
10:22 Uhr – Brand in Fudschaira
Im Emirat Fudschaira ist durch das Herabfallen von Trümmerteilen einer abgefangenen Drohne ein Brand ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht, teilt die Pressestelle des Emirats mit. Zivilschutzkräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Fudschaira gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am Persischen Golf und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Treibstoff.
10:02 Uhr – Internetblockade in dritter Woche
Die Internetblockade im Iran geht in die dritte Woche. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb auf X, dass die Konnektivität weiterhin bei nur ein Prozent des normalen Niveaus liege. Die Bevölkerung könne nur ein eingeschränktes internes Intranet nutzen, während staatlich genehmigte Nutzer uneingeschränkten Zugang zum globalen Netz erhielten.
Netblocks kritisierte: „Während authentische Stimmen zum Schweigen gebracht werden und die Zivilbevölkerung ohne wichtige Informationen bleibt, füllt ein stetiger Strom von Inhalten, die das Regime genehmigt hat, die Lücke.“b Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats im Iran nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Seit Jahren verfügt ein privilegierter Kreis über sogenannte „weiße SIM-Karten“, die ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X, die eigentlich gesperrt sind.
9:45 Uhr – Hamas fordert Iran auf, Angriffe auf Nachbarländer einzustellen
Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat den Iran aufgefordert, die Angriffe auf Nachbarländer einzustellen. Teheran habe zwar das Recht, sich „mit allen verfügbaren Mitteln“ gegen die Angriffe Israels und der USA zu verteidigen, erklärte die Hamas am Samstag. Dies sei mit dem Völkerrecht vereinbar. Auf Angriffe auf Nachbarländer sollten die „Brüder im Iran“ aber verzichten.
08:49 Uhr – Laut Iran keine Ölinfrastruktur bei Angriff auf Kharg beschädigt
Bei den US-Angriffen auf die iranische Insel Kharg ist einer iranischen Nachrichtenagentur zufolge keine Ölinfrastruktur beschädigt worden. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf Informanten auf der Insel, es seien 15 Explosionen zu hören gewesen, es gebe aber keine Schäden an Ölanlagen
05:45 Uhr – Iran sei „vollständig“ besiegt, sagt Trump
Der Iran ist nach den Worten von Trump „vollständig besiegt“. „Die Fake-News-Medien berichten nur ungern darüber, wie erfolgreich das US-Militär gegen den Iran vorgegangen ist, der vollständig besiegt ist und ein Abkommen wünscht“, schrieb der US-Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er fügte hinzu, die angeblich von Teheran gewünschte Vereinbarung sei „kein Abkommen, das ich akzeptieren würde“.
05:07 Uhr – Drohnenangriff auf US-Botschaft in Bagdad
In Iraks Hauptstadt Bagdad hat es einen Luftangriff auf die US-Botschaft gegeben. Eine Drohne habe die den Botschaftskomplex getroffen, sagte ein irakischer Sicherheitsvertreter. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah über dem Gebäudekomplex Rauch aufsteigen. Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen auf proiranische Kämpfer in der irakischen Hauptstadt.
04:33 Uhr – Trump: Marine-Eskorte in Straße von Hormus beginnt „bald“
US-Kriegsschiffe sollen nach Aussagen von Trump in Kürze Tanker durch die Straße von Hormus begleiten. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen, sagte der US-Präsident zu Journalisten. Die iranischen Revolutionsgarden blockieren im Zuge des Krieges mit den USA und Israel die für den weltweiten Öltransport wichtige Meerenge. Der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen.
04:15 Uhr – „Keine Gnade für unseren Feind“, sagt Hegseth
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigt ein gnadenloses Vorgehen an. „Wir werden weiter Druck machen, weiter vorrücken, weiter angreifen“, sagt Hegseth vor Journalisten in Washington. „Kein Pardon, keine Gnade für unseren Feind.“ Der Befehl, „kein Pardon“ zu geben, also das Leben eines sich ergebenden Gegners nicht zu schonen oder damit zu drohen, ist nach dem humanitären Völkerrecht verboten.
04:09 Uhr – Ölpreis weiter über 100 Dollar je Barrel
Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor – und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.
Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt.
03:55 Uhr – USA schicken weiteres Kriegsschiff
Die USA entsenden Insidern zufolge Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten. Nach Angaben zweier US-Beamter, die ungenannt bleiben wollen, verlegt das US-Verteidigungsministerium das Amphibien-Angriffsschiff „Tripoli“ samt der dazugehörigen Marine-Einheit in die Region. Dazu gehörten 2500 Marineinfanteristen sowie weitere Matrosen. Die „Tripoli“, die sich derzeit im asiatisch-pazifischen Raum befindet, kann auch Kampfflugzeuge transportieren.
03:39 Uhr – Ein Toter bei Raketenangriff in Bagdad
Bei einem Raketenangriff auf ein proiranisches Ziel in Iraks Hauptstadt Bagdad ist Sicherheitskreisen zufolge ein Mensch getötet worden. Bei dem Angriff wurde ein von der proiranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine „Schlüsselfigur“ der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach bei dem Angriff getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.
02:45 Uhr – Iran warnt USA vor Angriff auf Öl-Infrastruktur
Die iranischen Streitkräfte haben nach der Bombardierung der Insel Kharg durch die US-Armee Washington vor einem Angriff auf den Öl- und Energiesektor gewarnt. Ein Sprecher sagte nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV, dass bei einem Angriff auf Irans Öl-, Wirtschafts- oder Energieinfrastruktur „alle entsprechenden US-Einrichtungen in der Region zerstört werden“. Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump alle militärischen Anlagen auf der Insel zerstört.
dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr/krö/coh
