Der Weg zum FC Barcelona führt zum Phantom des wahren Fußballs

Ja, sicher, ganz nett, der Auftritt der Bayern in Bergamo. Durchaus sehenswert, die Kunststückchen von Federico Valverde in Ma­drid. Aber Fußball wird auch anderswo gespielt. Sogar echter, ursprünglicher, wahrer, heißt es. In Exeter, Grafschaft Devon, traf am Dienstag ein junger Mann ein, der sich aus London auf den Weg gemacht hatte, um den FC Barcelona im St. James’ Park spielen zu sehen.

Der ortsunkundige Katalane hatte beim Gebrauch seiner Navigationsapp die erste Klippe souverän umschifft und war nicht im königlichen St. James’s Park kurz vor dem Buckingham ­Palace gestrandet. Unglücklicherweise lotste er sich sodann nicht nach Nordost, Richtung Newcastle, wo Barcelona 1:1 im St. James’ Park (52.000 Zuschauerplätze) gegen das örtliche United spielen sollte. Stattdessen landete er vor dem St. James’ Park von Exeter (8830 Zuschauerplätze).

Dort spielte am Dienstagabend Lincoln City, dritte englische Liga. Endstand 0:1, Torschütze Tom Hamer, 32. Minute. Dem jungen Mann aus London drückte Exeters „Supporter Experience Officer“ Adam Spencer eine Karte in die Hand und erzählte anschließend die Geschichte. Von der BBC bis zum „Kicker“, alle haben sie nacherzählt. Gesehen wurde der junge Mann im falschen Stadion allenfalls von den Zuschauern in Exeter. Ein Foto ist jedenfalls nicht aufzutreiben. Zufall? Der wahre Fußball ist manchmal ein Phantom.