Borussia Mönchengladbach gewinnt in der Fußball-Bundesliga auch dank eines Zauber-Tores von Kevin Stöger zum Auftakt des 26. Spieltags mit 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli und verschafft sich ein kleines Polster auf die Abstiegszone.
Kevin Stöger brachte mit einem sehenswerten Freistoßtreffer in der 37. Minute Sicherheit ins Spiel der Borussia. Der eingewechselte Franck Honorat sorgte nach dem Seitenwechsel (62.) für die Entscheidung.
„Ich hab den Ball super getroffen, und er ging extrem schön rein“, sagte Stöger nach seinem Zauber-Freistoß am Sportschau-Mikrofon. „Ich habe mich gefreut, dass ich der Mannschaft so helfen konnte, und dass wir drei wichtige Punkte eingefahren haben.“
Mönchengladbach feierte nach dem 1:0-Sieg gegen Union den zweiten Heimsieg in Serie gegen einen Klub aus dem unteren Tabellendrittel – und verschaffte sich mit 28 Punkten ein kleines Polster im engen Abstiegskampf.
Gladbachs Coach Eugen Polanski freute sich im Sportschau-Interview über eine „solide Leistung“ seines Teams. Der Sieg gegen einen direkten Konkurrenten wie St. Pauli sei „extrem wichtig“, so Polanski: „Darüber freuen wir uns sehr, das nehmen wir mit.“
St. Pauli tritt auf der Stelle
St. Pauli, zuvor drei Spiele ungeschlagen, musste einen Rückschlag hinnehmen. Das Team vom Millerntor wird wohl auch nach dem 26. Spieltag auf dem Relegationsplatz bleiben. Die Mannschaft von Alexander Blessin hat noch vier Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg auf dem vorletzten Platz. Der Coach ärgerte sich im Sportschau-Interview über eine Niederlage in einem Spiel, in dem sein Team über weite Strecken mindestens ebenbürtig war: „Wir haben zwei Geschenke hergegeben. Und dann verliert man so ein Spiel, was nicht nötig gewesen wäre.“
Zäher Start zwischen Gladbach und St. Pauli
Im ersten von drei direkten Duellen zweier abstiegsbedrohter Klubs an diesem Spieltag war beiden Teams anzumerken, dass sie vor allem auf Fehlervermeidung aus waren. Auch die Borussia stand im eigenen Stadion auf der Bremse, ohne den rotgesperrten Rocco Reitz fehlte es sichtlich an Druck und offensiven Impulsen. Bis zum ersten Torschuss dauerte es mehr als 20 Minuten, Stögers Schuss vom Strafraumeck stellte St. Paulis Keeper Nikola Vasilj aber vor keine Probleme.
In der Folge wagten sich die Gäste aber mehr aus der Deckung und konnten auch spielerisch Akzente setzen: Joel Chima Fujita hatte die Führung für die Gäste auf dem Fuß, wurde eigentlich perfekt bedient von Lars Ritzka, der den Ball nach Doppelpass mit Jackson Irvine mit Übersicht vors Tor legte. Doch Fujita brachte beim Schuss aus kurzer Distanz nicht genug Druck hinter den Ball, Moritz Nicolas konnte parieren und den Rückstand verhindern.
Freistoß-Hammer von Stöger zur Gladbacher Führung
Gladbach wirkte in dieser Phase anfällig – ein Freistoß-Geniestreich brachte die „Fohlen“ aber ins Spiel zurück: Eric Smith hatte Yannik Engelhardt rund 25 Meter vor dem Kasten zu Fall gebracht. Stöger übernahm, St. Paulis Abwehrmauer wirkte etwas luftig gestellt – hätte aber auch in Mannschaftsstärke nichts gegen Stögers Freistoßhammer ausrichten können: Der Ball senkte sich perfekt ins linke obere Eck, Keeper Vasilj flog vergeblich.
Kevin Stögers Geniestreich sorgte für den einzigen Höhepunkt der ersten Halbzeit.
Das Tor war das unerwartete Highlight einer zähen ersten Halbzeit. St. Pauli kam mit leicht veränderter Grundausrichtung aus der Kabine. Die Gäste attackierten jetzt früher, das Spiel verlagerte sich fast komplett vor den Gladbacher Strafraum, ohne dass es richtig gefährlich wurde.
Gladbachs Joker sticht, St. Pauli verdaddelt Anschluss
Die zündende Idee hatte dafür Gladbachs Coach Polanski, der nach knapp einer Stunde Franck Honorat für den unauffälligen Youngster Wael Moyha einwechselte. Fünf Minuten später schlug Honorat bei seiner ersten Offensivaktion zu: Hauke Wahl verlor nach einem langen Ball an der Grundlinie das Laufduell gegen Joe Scally, der US-Amerikaner legte zurück auf Honorat, und der versenkte aus rund zehn Metern ins lange Eck.
Fünf Minuten nach seiner Einwechslung trifft Honorat zum 2:0.
St. Pauli hatte den zweiten Treffer aus dem Nichts kassiert – und wirkte auch im Spiel nach vorne unglücklich: Fujita verdaddelte eine Viertelstunde vor dem Ende die Chance zum Anschluss, der Japaner war nach einem Dribbling schon im Strafraum, schlug dann aber noch einen Haken, anstatt abzuschließen- und wurde von der jetzt aufmerksamen Gladbacher Deckung abgeräumt.
Die Gladbach-Fans müssen nicht zittern
Die Borussia war in der Schlussphase dem dritten Treffer näher – Honorat hätte bei einem Konter (79.) alles klarmachen können, legte den Ball an Keeper Vasilj vorbei, aber der Pfosten stand im Weg.
Irvine ließ in der Nachspielzeit noch mal eine gute Chance für die Gäste liegen, am Ende standen drei wichtige Punkte für Gladbach, die der Borussia vor dem anstehenden Derby in Köln zusätzlich Auftrieb geben dürften.
Gladbach in Köln, St. Pauli gegen Freiburg
Das auch tabellarisch brisante Derby steht am Samstag (15.30 Uhr) in Müngersdorf an. St. Pauli empfängt am 27. Spieltag den SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr).
