
Wer spielt wann gegen wen?
Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?
Leverkusen gegen Bayern. Die Bayern kommen mit breiter Brust aus ihrem 6:1 bei Atalanta Bergamo, aber mit schmalem Kader. Alphonso Davies – gerade erst von einem Faserriss genesen, davor lange wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen – zerrte sich den Oberschenkel. Manuel-Neuer-Ersatz Jonas Urbig erlitt bei einem Zusammenprall in der Nachspielzeit eine Gehirnerschütterung und auch Jamal Musiala musste in der Nachspielzeit vom Platz: Sein linkes Sprunggelenk, das er sich im Sommer schlimm verletzt hatte (Luxuation), schmerzte. Alle drei fallen für das Spiel am Samstag aus. Heißt auch: Comeback für Sven Ulreich, Bayerns dritten Torhüter, nach eineinhalb Jahren.
Leverkusen hingegen hätte Arsenal besiegt, wäre da nicht kurz vor Schluss ein mindestens herausgeschundener Elfmeter gewesen. Der Schiri pfiff, der VAR schwieg, Kai Havertz traf und die Leverkusener monierten. Wenn es einen Fußballgott gibt, sollten er den Leverkusenern dieses Wochenende etwas Bayer-Dusel gönnen.
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Frankfurt gegen Heidenheim. Beim letzten Sieg von Heidenheim hatten die meisten noch nicht alle Weihnachtsgeschenke gekauft. Der Tabellenallerletzte hat mehr Niederlagen als Punkte. 14 sind es nämlich nur, da hatten die Bayern schon nach fünf Spieltagen mehr. Heidenheim pfeift aus dem letzten Loch, und zwar schon so lange, dass es langsam schwierig wird, noch neue Vergleichsgrößen oder gar Metaphern zu finden. Darüber zu schreiben, ist etwa so langweilig und quälend wie sich ein Heidenheim-Spiel anzuschauen.
Und Frankfurt macht es nicht reizvoller. Seit die Eintracht unter ihrem neuen Trainer Albert Riera das Verteidigen für sich entdeckt hat, herrscht zwar Ordnung und Struktur auf dem Platz, aber eben auch Langeweile. Die neue Frankfurter Schule ist mehr Ursprung des deutschen Trauerspiels als Ästhetische Theorie.
Wer steht im Blickpunkt?
Dieter Hecking. Der soll dem VfL Wolfsburg aus der Patsche, die da der 17. Tabellenplatz ist, helfen und den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte verhindern. Den Anfang machen soll er im Spiel gegen Hoffenheim. Hecking hat Erfahrung als Retter in Not, wenn auch zuletzt wenig Erfolg: Mit Bochum stieg er ab, mit dem HSV nicht auf. Dass er mit Wolfsburg vor elf Jahren den DFB-Pokal gewann, ist auch nur eine schöne Anekdote für einen Sportschau-Beitrag.
Dank der echten Frankfurter Schule weiß man außerdem, dass die Fokussierung auf eine Person und ihre Geschichte in den Medien vor allem der Reduzierung komplexer Sachverhalte und der Emotionalisierung dienlich ist. Zu Deutsch: Hecking ist das sicht- und gut erzählbare Symbol einer Veränderung; wie erfolgreich die ist, hängt aber nicht nur von ihm ab. Wahrscheinlich nicht mal hauptsächlich. Es geht, wie immer, auch ums Geld.
Und da wird es beim VfL ungewohnt eng. Die angekündigten Sparmaßnahmen von VW könnten nämlich auch den Verein treffen. „Optimierungen“ müssten geprüft werden, sagte Konzernchef Oliver Blume in einem Interview mit RTL. Einen Testlauf gibt es gerade schon: Sportgeschäftsführer Peter Christiansen ist freigestellt, bis zum Ende der Saison soll sein Posten nicht neu besetzt werden.
