Bettgeflüster
Komödie, ORF 3, Sonntag, 9.45 Uhr
Die Versuchung, bei Doris Day nur an die brave Seite der 50er und 60er zu denken (blonde Dauerwelle, Zahnpasta-Lächeln), liegt nahe. Aber wer deshalb bei „Bettgeflüster“ und „Ein Pyjama für zwei“ im Anschluss (ORF 3, 11.30 Uhr) wegzappt, der verpasst die besten Komödien des Traumpaars, das Day mit Rock Hudson bildet. Voller Dialogwitz und Situationskomik und satirischer Schärfe wird der Kampf der Geschlechter zwischen Emanzipation und Gockelgehabe durchgespielt. In „Bettgeflüster“ teilen sich der Playboy Brad Allan und die attraktive Jan Morrow einen Telefonanschluss. Das Dauergesäusel von Brad geht Jan mächtig auf den Zeiger. Brad hält Jan deshalb für eine alte Jungfer, bis er sie kennenlernt und erobern will. In „Ein Pyjama für zwei“ liefern sich die beiden als konkurrierende Werbefachleute ein urkomisches Duell um die Kunden. Doris Day verkörpert in beiden Filmen eine junge New Yorkerin, die keinen Mann braucht, um ein gutes Leben zu führen.
Die Klapperschlange
Action, RBB, Samstag, 23.30 Uhr
Das Wiedersehen mit dem fabelhaften Kurt Russell als Snake Plissken ist in „Escape from New York“, so der Originaltitel, eine Freude – auch wenn das Wiedersehen nur wenig mit New York zu tun hat. Die apokalyptisch verwahrloste Metropole wurde vor allem in den von einem Brand zerstörten Straßenzügen von St. Louis kreiert. Im Jahr 1997 – der Film kam 1981 in die Kinos – ist Manhattan zu einem von einer Mauer umschlossenen Gefängnis geworden. Ausgerechnet dort bringen Terroristen die Maschine des Präsidenten zum Absturz. Die Verbrecher finden ihn und drohen ihn umzubringen, wenn die Staatsmacht gegen sie vorgeht. Also wird der ehemalige, straffällig gewordene Kriegsheld Snake Plissken gezwungen, den Präsidenten rauszuholen. Ein für wenig Geld gedrehter gesellschaftskritischer Actionfilm, glänzend geschnitten, glänzend gespielt, voller unterschwelliger Kritik an einer dekadenten, verkommenen Zivilisation, der zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filmen der 1980er-Jahre wurde.
Psycho
Horror, Kabel 1 Classics, Nacht zu Sonntag, 3.05 Uhr
Der 1960 gedrehte Horrorthriller von Alfred Hitchcock wird von einer sich immer mehr steigernden verstörenden Spannung getragen. Das Grauen, das sich langsam entfaltet, basiert auf den zwanghaften Taten eines durchaus normal wirkenden Menschen. Taten, die sich leise in düsteren Zeichen wie ausgestopften Tieren ankündigen und hinter den Fenstern eines hoch über einem kleinen Motel thronenden düsteren Hauses verbergen. Hierher verschlägt es die Sekretärin Marion Crane auf ihrer Flucht. Crane hat 40 000 Dollar unterschlagen. Beim Duschen wird sie von einer nur schemenhaft zu erkennenden Frau erstochen. Allein wegen dieser Szene ging „Psycho“ in die Filmgeschichte ein. Als nach dem Verschwinden von Crane ein Privatdetektiv auftaucht, spitzt sich die rätselhafte Gewalt zu. Das Geheimnis von Norman Bates (Anthony Perkins) und seiner gewalttätigen Mutter bleibt ein Versprechen für Unterhaltung, die einen nicht gut schlafen lässt.
Zeugin der Anklage
Thriller, Arte, Sonntag, 20.15 Uhr
Großer Auftritt einer geheimnisvollen Dame: Marlene Dietrich spielt in diesem packenden Gerichtsdrama von Billy Wilder nach einer Vorlage von Agatha Christie eine Frau, die alles unternimmt, um ihren des Mordes angeklagten Mann verurteilt zu sehen. Diese Zeugin der Anklage macht dem Verteidiger ihres Mannes (Charles Laughton) das Leben äußerst schwer. Zum einen weigert sie sich, das Alibi ihres Mannes zu bestätigen, zum anderen erklärt sie, die Ehe sei ungültig, weil sie zuvor schon verheiratet gewesen sei. Es steht schlecht um den arbeitslosen Handelsvertreter Leonard Vole, der die reiche Witwe Emily French ermordet haben soll. Schließlich hat sie kurz vor ihrem Tod ihr Testament zu seinen Gunsten geändert. Marlene Dietrich glänzt als berechnende, eiskalte Dame. Aber sie ist nicht die Einzige, die ein lange undurchschaubares Spiel spielt.
