„Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“: Dorian Baganz verlässt Chefredaktion der „OAZ“ nach drei Wochen

Knapp drei Wochen nach dem ersten Erscheinen der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung (OAZ) verlässt deren Chefredakteur Dorian Baganz
die Redaktion. Er scheide umgehend auf eigenen Wunsch aus dem Amt
aus, hieß es in einer Mitteilung der Ostdeutschen Medienholding aus der auch die Berliner Zeitung zitierte.

Baganz selbst teilte mit, dass er am 11. März von der
Möglichkeit Gebrauch gemacht habe, das Arbeitsverhältnis während der
Probezeit mit kurzer Frist zu beenden. „Bei dieser Entscheidung spielten
unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung ebenso
eine Rolle wie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit“, hieß es in Baganz‘ Mitteilung.

Verleger Holger Friedrich hatte Baganz erst Anfang Februar als Chefredakteur der OAZ vorgestellt. Baganz
war demnach maßgeblich an der Aufbauphase des neuen Medienprojekts beteiligt.
Friedrich dankte ihm „für seinen Einsatz in der intensiven Aufbauphase
unseres Projekts“.

Keine „ostdeutsche Biografie“

Die Nachfolge in der Chefredaktion ist der Ostdeutschen Medienholding zufolge noch offen. OAZ-Geschäftsführer Dirk Jehmlich sagte, dass sich viele Leserinnen
und Leser eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur „mit ostdeutscher
Biografie“ wünschten. „Dieses Feedback nehmen wir sehr ernst.“ Baganz, Jahrgang 1993, ist gebürtiger Duisburger. Er schrieb zuvor bei der linken Wochenzeitung der Freitag über Klimathemen und leitete dort das Wirtschaftsressort.

Friedrich hatte die OAZ am 20. Februar auf den
Markt gebracht. Die Zeitung erscheint freitags in Print und an den
übrigen Tagen digital
. Herausgegeben wird sie vom neuen Ostdeutschen Verlag. OAZ-Gründer Friedrich ist IT-Millionär und gebürtiger Ostberliner. Gemeinsam mit
seiner Frau Silke hat er 2019 den Berliner Verlag gekauft, zu dem der Berliner Kurier und die Berliner Zeitung sowie neuerdings auch die Wiederauflage der Weltbühne gehören.

Nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe war die neue Zeitung für den Osten von der Branche kritisch bewertet worden. Stereotype über Ostdeutsche würden von der Zeitung eher verstärkt als entkräftet, hieß es in der ZEIT.