Elon Musk reagiert auf EU-Strafe: Kurznachrichtendienst X kündigt Änderungen beim blauen Haken an

Elon Musk reagiert auf EU-StrafeKurznachrichtendienst X kündigt Änderungen beim blauen Haken an

13.03.2026, 01:59 Uhr

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Ein blauer Haken verifiziert einen X-Account als echt – soweit dieser nicht missbräuchlich gekauft wurde. (Foto: picture alliance/dpa)

Wegen fehlender Transparenz und Mängeln beim Verifizierungssystem verhängt die EU eine drastische Geldstrafe gegen X. Nun lenkt Elon Musk offenbar ein und verspricht der Europäischen Kommission Reformen.

Der Kurznachrichtendienst X von Tesla-Chef Elon Musk will einem Medienbericht zufolge seinen Verifizierungsmechanismus in der EU ändern. Dies sei eine Reaktion auf eine Geldstrafe in Höhe von 120 Millionen Euro, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen Sprecher der Europäischen Kommission. Demnach habe die Plattform Vorschläge zur Behebung der Mängel beim blauen Haken eingereicht.

Die Kommission werde die Änderungsvorschläge von X nun prüfen, sagte Kommissionssprecher Thomas Regnier dem Bericht zufolge. Wie die von Musk angekündigten Reformen im Detail aussehen, ist bisher unbekannt.

Die EU hatte im Dezember nach zweijährigen Ermittlungen gegen X die erste Geldstrafe wegen eines Verstoßes gegen den Digital Services Act (DSA) verhängt. Die EU-Aufseher stießen sich unter anderem an dem blauen Haken, der bei X verifizierte Nutzerkonten signalisieren sollte – inzwischen aber gekauft werden kann. Zudem ging es um mangelnde Transparenz bei Werbung sowie den Datenzugang für Wissenschaftler. Parallele EU-Ermittlungen wegen der Verbreitung verbotener Inhalte und Maßnahmen gegen Falschinformationen laufen weiter.

Der DSA verpflichtet Internetkonzerne auch zum Kampf gegen Hass und Hetze. Die US-Regierung regierte mit harscher Kritik auf die Strafe für X. Musk forderte aus Verärgerung sogar die Auflösung der EU.

Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek fordert die Bundesregierung unterdessen auf, die Tech-Giganten stärker in die Pflicht zu nehmen. Das in Deutschland debattierte Social-Media-Verbot sei „billig zu haben“, sagte Reichinnek dem RND. Sie verlangte, „an die Wurzel des Problems zu gehen“. Dazu gehörten auch „Medienbildung und Anlaufstellen, an die sich junge Menschen und Eltern wenden können“. Die Altersbeschränkung für Social Media diene laut Reichinnek nur der Ablenkung. „Die Regierung kann sich vielleicht in ein paar Wochen auf die Schultern klopfen, weil sie mit der Altersbeschränkung vortäuscht, dass sie sich um Kinder und Jugendliche kümmert. Aber die werden weiter darunter leiden, dass die unsoziale Politik dieser Regierung genau wie der Kürzungswahn sie besonders trifft“, sagte die linke Oppositionspolitikerin.

Quelle: ntv.de, bho/rts