Formel 1: Zukunftspläne – Frustrierter Verstappen macht aus Ablehnung keinen Hehl mehr

Der viermalige Weltmeister Max Verstappen hat gerade wenig Spaß im Formel-1-Auto. Es deutet wenig darauf hin, dass sich das ändert. Mehr denn je sucht er woanders nach Ablenkung. Seine Pläne und Äußerungen lassen aufhorchen.

Im Ärger über das neue Formel-1-Reglement strebt der viermalige Weltmeister Max Verstappen mehr denn je auch in andere Rennserien. „Ich muss nicht nur ein Formel-1-Fahrer sein“, sagte der Red-Bull-Star vor dem Großen Preis von China in Shanghai. Der 28-Jährige bekräftigte, an allen wichtigen Langstrecken-Rennen im Sportwagen teilnehmen zu wollen. „Und das will ich nicht machen, wenn ich 40 bin. Ich bin jetzt im perfekten Alter dafür“, sagte Verstappen.

Zuletzt hatte sich der Niederländer immer wieder kritisch über die große Regelreform der Formel 1 geäußert. „Es macht mir im Moment keinen Spaß, dieses Auto zu fahren“, sagte Verstappen. Beim Saisonauftakt in Melbourne war er von Startplatz 20 noch auf Rang 6 gerast, hatte sich aber dennoch unzufrieden über die neue Technikformel gezeigt. Die neuen Motoren beziehen zu gut 50 Prozent Leistung vom Verbrenner und zu fast 50 Prozent aus der Batterie, die über Energie-Rückgewinnung wieder geladen werden muss.

Verstappen hatte die neue Formel 1 mit dem Videospiel „Mario Kart“ verglichen. Von „Chaos hoch und runter“ sprach Verstappen nach dem Aufbruch in eine neue Zeitrechnung in der Königsklasse des Motorsports. Schon während der Testfahrten regte er sich über die Generation 2026 auf. „Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun“, hatte Verstappen geklagt. „Es fühlt sich eher an wie die Formel E auf Steroiden.“

Mercedes-AMG geht mit Verstappen auf dem Nürburgring an den Start

So spät wie möglich bremsen, so früh wie möglich beschleunigen. Auf der Geraden Herunterschalten, vom Gas gehen und ausrollen, um dann mit geladener Batterie wieder voll beschleunigen können, das widerspricht dem Instinkt des 71-maligen Grand-Prix-Siegers. Die Fahrer müssen die richtige Balance zwischen Aufladen und Angreifen finden. So sollen die Rennen unberechenbarer werden.

Wegen seiner schon länger geäußerten Kritik wurde auch über einen Rückzug des Vierfach-Champions spekuliert. „Ich will nicht gehen, aber ich wünschte, ich hätte mehr Spaß“, sagte Verstappen in Shanghai.

Zu Wochenbeginn hatte Mercedes-AMG bestätigt, dass der Niederländer im Mai in einem Auto des Herstellers am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen wird. Verstappen nannte zudem weitere Langstrecken-Klassiker wie Le Mans und Spa als Ziele für die nächsten Jahre. „Dort ist das Umfeld weniger politisch, ich kann mehr ich selbst sein“, erklärte Verstappen und beschrieb seine Ausflüge in andere Rennserien als „positive Ablenkung“.

pk