Grenzkontrollen des Zolls wegen Tank-Tourismus: Es geht nicht nur ums Sparen

Es ist schon ein Ding, wenn man hört, dass an der deutsch-polnischen Grenze jetzt wieder verstärkt kontrolliert wird, um illegale Einfuhren von Kraftstoff in größeren Mengen zu unterbinden. Es ist kein Geheimnis, dass Benzin und Diesel in Deutschland seit Langem teurer sind als in europäischen Nachbarländern wie Polen, der Tschechischen Republik oder Luxemburg, unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung.

Der starke Preisanstieg der jüngsten Zeit hat Autofahrer dafür noch mal sensibilisiert. Das führt zu Tanktourismus. Es war schon öfters zu beobachten: Insbesondere, wenn Benzin teuer ist, fahren viele aus Ärger und Wut zum Tanken über die Grenze, um die steuerlichen Vorteile einzustreichen. Allerdings reifte zuletzt auch zusätzlich die Erkenntnis, dass wohl nicht in allen Ländern der höhere Rohölpreis gleich schnell an die Autofahrer weitergegeben wurde.

Deutschland soll besonders schnell gewesen sein, lautet der vorläufige Befund; das wird sicherlich noch genauer zu untersuchen sein. Im Einzelfall wird jeder ohnehin überschlagen müssen, ob es sich für ihn lohnt, extra weit zum Tanken zu fahren und so natürlich mehr Kraftstoff zu verbrauchen, um einen etwas geringeren Literpreis einzustreichen. Aber vielleicht ist es auch einfach ein gutes Gefühl: sich zu sagen, wenn in Deutschland jetzt so viel für den Sprit bezahlt werden muss, dann fahre ich doch mal zur Konkurrenz ins Ausland. Wettbewerb eben.