Fußball-WM: Nagelsmann setzt trotz seiner Zweifel auf Sané

Julian Nagelsmann setzt auch in der kommenden Länderspielphase auf Leroy Sané. Der Bundestrainer weiß aber auch, dass beim Außenstürmer mangelnde Konstanz ein stetiger Begleiter ist.

Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt in den anstehenden Fußball-Länderspielen auch wieder auf Leroy Sané. Die DFB-Auswahl trifft in der WM-Vorbereitung am 27. März in Basel auf die Schweiz und drei Tage später in Stuttgart auf Ghana.

„Wir haben von seinem Profil nicht viele Spieler, die oft ins Zentrum gehen vom rechten Flügel. Wenn die Gesundheit mitspielt, kann er für uns ein ganz wichtiger Spieler sein“, sagte Nagelsmann dem „Kicker“. Er schränkte allerdings auch ein: „So ehrlich sind wir: Wir wissen bei ihm nie zu 100 Prozent, was am Ende auf den Platz kommt.“

Im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei hatte Sané im vergangenen November in Leipzig zwei Tore zum 6:0-Erfolg beigesteuert. Zuvor hatte ihn Nagelsmann vor dem 2:0-Sieg in Luxemburg nach einer Pause in den DFB-Kader zurückgeholt – und dafür auch Kritik eingesteckt. „Ich denke, es juckt ihn überhaupt nicht, was daraus gemacht wurde, dass es seine letzte Chance beim DFB sei“, sagte Nagelsmann nun und unterstrich: „Wir haben ein super Verhältnis, und Leroy hat super Spiele gemacht. Er macht es auch bei Galatasaray gut.“

Familienzusammenschluss in Istanbul

Bei seinem Klub Galatasaray bereitete Sané in Istanbul zuletzt das Tor zum 1:0-Sieg im Stadtderby gegen Besiktas vor und sah später die Rote Karte für ein Foulspiel. „Ich war nach dem letzten DFB-Lehrgang sehr froh darüber, dass ich Julians Vertrauen zurückzahlen konnte in den beiden Spielen“, sagte Sané: „Die Nominierung für den WM-Kader ist mein großes Ziel.“

Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni. Die Mannschaft von Nagelsmann trifft in der Vorrunde am 14. Juni in Houston auf Curacao, am 20. Juni in Toronto auf die Elfenbeinküste und am 25. Juni in New York auf Ecuador.

Sané wird dann vermutlich Bestandteil des deutschen Kaders sein. Und auch privat gibt es gute Nachrichten für den Mann, der bislang 72 Länderspiele (16 Tore) für Deutschland bestritten hat. Da seine Lebensgefährtin und seine beiden Kinder mittlerweile nach Istanbul gezogen seien, fühle er sich gemeinsam mit seiner Familie dort wohl, erklärte der 30-Jährige. „Mit zunehmendem Rhythmus wurden auch meine Leistungen besser und konstanter“, sagte Sané, der nach seinem Abschied vom FC Bayern München im vergangenen Sommer zu Galatasaray gewechselt war.

Dort hat er nach einigen Anfangsproblemen inzwischen zu seiner Form gefunden: In 34 Spielen erzielte er sechs Tore und bereitete acht Treffer vor. Eine passable Quote für den Rechtsaußen.

jb mit dpa