
Der VfL Wolfsburg entlässt nach dem Absturz auf den 17. Tabellenplatz gleich zwei Führungskräfte. Ein Nachfolger für den geschassten Trainer scheint bereits gefunden. Die Aufgabe für Hecking hat es in sich.
Der VfL Wolfsburg hat am Tag nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV reagiert und seinen Trainer Daniel Bauer entlassen. Die seit acht Spielen sieglosen Wolfsburger liegen nach der Heimpleite gegen die Hamburger auf dem 17. Tabellenplatz. Bauer war erst seit wenigen Monaten im Amt, er war am 9. November auf den gefeuerten Niederländer Paul Simonis als Übergangslösung gefolgt. Am 20. Dezember war Bauer dann zum Cheftrainer befördert worden.
Keine drei Monate später ist der 43-Jährige entlassen, erleidet dieses Schicksal aber nicht allein. Es gibt einen Kahlschlag in der sportlichen Führung. Der VfL trennt sich zudem vom umstrittenen Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. Der 51 Jahre alte Däne war seit Juli 2024 im Amt. Der Klub gab dies zeitgleich in zwei getrennten Meldungen bekannt.
Beim Trainer begründete der Sportdirektor den Schritt. „Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir haben gehofft, die Wende gemeinsam hinzubekommen. In der Analyse der Gesamtsituation sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir der Mannschaft einen neuen Impuls geben müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen“, sagte Pirmin Schwegler.
Hecking erinnert beim VfL Wolfsburg an bessere Zeiten
Im Fall Christiansen kamen die Zitate dann vom Aufsichtsratsvorsitzenden. „Wir bedanken uns bei Peter für sein großes Engagement für den VfL Wolfsburg. Als Geschäftsführer Sport hat er den personellen Umbruch im Frauenfußball gemeinsam mit unserer sportlichen Leitung erfolgreich gemeistert“, sagte Sebastian Rudolph: „Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse. Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden.“
Damit greift der vom Mutterkonzern Volkswagen dominierte Aufsichtsrat beim VfL so stark durch wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Damals verloren der Geschäftsführer Dieter Hoeneß sowie Interimstrainer Pierre Littbarski auf einen Schlag ihre bisherigen Jobs. Für sie kehrte mitten im Abstiegskampf der Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath noch einmal zurück.
Nun sind für beide Stellen offiziell noch keine Neubesetzungen bekannt. Wie unter anderem „Bild“ und „kicker“ berichten, soll die Entscheidung aber bereits gefallen sein und Dieter Hecking das Amt übernehmen.
Der 61-Jährige war von 2013 bis 2016 schon einmal Wolfsburger Trainer. 2015 holte er den DFB-Pokal mit dem Klub. Vor und nach seiner ersten Wolfsburger Zeit trainierte Hecking unter anderem Hannover 96, den 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und auch den Hamburger SV. Zuletzt musste er am 15. September jedoch beim VfL Bochum gehen, weil es nach dem Bundesliga-Abstieg auch beim Neuaufbau der Mannschaft hakte.
Aufgeblähter Kader mit wenig Teamgeist
Die aktuelle Aufgabe in Wolfsburg wird aus mehreren Gründen schwierig. Hecking findet zwar einen der teuersten Kader der Liga vor, aber auch den vielleicht am schlechtesten zusammengestellten. Das aktuelle Aufgebot des VfL umfasst 32 Spieler plus weitere Talente. Doch der Gruppe mangelt es an Einstellung und Teamgeist – das beklagten schon mehrere Spieler öffentlich.
Die großen Schwachstellen in Angriff und Abwehr wurden auch in diesem Winter nicht behoben. Ein dringend benötigter Mittelstürmer kam weder im August noch im Januar. Im Ergebnis sind die Wolfsburger so akut vom Abstieg bedroht wie seit den beiden Relegations-Teilnahmen 2017 und 2018 nicht mehr.
Zudem ist die Stimmung rund um den Klub explosiv. Nach dem Hamburg-Spiel flogen am Samstagnachmittag aus der Fankurve brennende Schals, Pyros und Böller wurden gezündet. Auf einem großen Transparent entzogen die Ulras der Mannschaft schriftlich ihre Zuneigung.
Und die erste Aufgabe für Hecking hat es auch noch in sich: Es geht am Samstagnachmittag zu den in dieser Saison überragend aufspielenden Hoffenheimern, die derzeit auf Rang drei der Tabelle stehen.
Das Restprogramm des VfL Wolfsburg
- 1899 Hoffenheim (A)
- Werder Bremen (H)
- Bayer Leverkusen (A)
- Eintracht Frankfurt (H)
- Union Berlin (A)
- Borussia Mönchengladbach (H)
- SC Freiburg (A)
- Bayern München (H)
- FC St. Pauli (A
