3. Liga: 1860 München kommt den Aufstiegsplätzen immer näher – Sport

Kurz vor dem Schlusspfiff sprangen die Fans auf der Haupttribüne auf und sangen „Steht auf, wenn ihr Löwen seid“, und das wohlgemerkt im Sportpark Höhenberg zu Köln. Doch der Anhang von 1860 München war unter den 5876 Zuschauern klar in der Überzahl im Drittligaspiel am Freitagabend. Es klang sogar ein wenig so, als würden die Fans „Geht rauf, wenn ihr Löwen seid“ rufen. Denn nach dem fünften Sieg in Serie sprang 1860 München fürs Erste auf Rang vier in der allerdings dicht bevölkerten Spitzenregion der Tabelle – und das, ohne besonders gut gespielt zu haben. „Es war kein Leckerbissen, aber hart erarbeitet“, sagte Siegtorschütze Kevin Volland nach dem 1:0 (1:0) über Viktoria Köln.

Sechzig hatte in diesem Spiel nur einmal aufs Tor geschossen. Eine erste zaghafte Möglichkeit von Tim Danhof kullerte noch am Tor vorbei (11.). Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Gastgeber mehr Strafraumszenen, deshalb rückte ein unerwarteter Youngster in den Mittelpunkt: Raphael Schifferl war verletzt in München geblieben, Lasse Faßmann, 19, war bis zuletzt auf vier Einsatzminuten in der dritten Liga gekommen, erhielt nun aber überraschend den Vorzug vor dem lange verletzten Kapitän Jesper Verlaat, 29 – und spielte solide.

Nach der Führung gibt 1860 keinen Schuss aufs gegnerische Tor mehr ab

Zweimal wurde es trotzdem gefährlich vor dem Sechzig-Tor (15., 24.), doch als die Partie langweilig zu werden drohte, sorgte Viktoria-Torwart Arne Schulz für eine radikale Spielveränderung: Er spielte einen Pass direkt in die Beine von Thore Jacobsen, der setzte Kevin Volland in Szene, und der Routinier schloss ins nahe Eck zum 0:1 ab (38.) – wie schon beim knappen 2:1-Sieg 72 Stunden zuvor gegen Erzgebirge Aue hatte ein Torwartfehler den Löwen eine Führung beschert.

„Wir sind gerade nicht so stabil, um ein Spiel souverän runterzuspielen“, hatte Trainer Markus Kauczinski nach dem Erfolg unter der Woche gesagt, doch das war diesmal anders. Die Löwen verwalteten die Führung recht erfolgreich, abgesehen von einem Kopfball von Lars Dietz (86.). Ansonsten vermieden die Löwen Unterzahlsituationen vor dem eigenen Tor, die weitgehend nicht sehr harte Partie endete mit insgesamt neun gelben Karten. Die Offensive hatte Sechzig komplett eingestellt, nach der Führung keinen Schuss mehr aufs Tor abgegeben. „Ein 1:0“, resümierte Debütant Faßmann, sei „das geilste Ergebnis“ für einen Abwehrspieler.