

US-Präsident Donald Trump erwägt derzeit nach eigenen Angaben keine Entsendung von Bodentruppen in den Iran. „Das wäre Zeitverschwendung“, sagte Trump dem US-Sender NBC am Donnerstag (Ortszeit) in einem Telefoninterview. „Sie haben alles verloren. Sie haben ihre Marine verloren. Sie haben alles verloren, was sie verlieren können.“ Die Äußerung des iranischen Außenministers Abbas Araghchi, wonach Teheran vorbereitet sei auf eine Bodenoffensive durch die USA oder Israel, bezeichnete Trump als „verschwendeten Kommentar“.
Dafür ermutigte Trump in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters die iranischen Kurden, in die Offensive zu gehen. „Ich finde es wunderbar, dass sie das tun wollen. Ich wäre voll dafür“, sagte der US-Präsident. Auf die Frage, ob die USA Luftunterstützung
gewähren oder angeboten hätten, antwortete er: „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“
Irakische Kurden distanzieren sich von den Plänen
Allein mit Luftangriffen dürfte es schwierig werden, das Machtsystem der Führung in Teheran zu stürzen. Rund eine Woche nach Kriegsbeginn gibt es nun – teils widersprüchliche – Hinweise, dass es auch eine Bodenoffensive geben könnte. Diese soll womöglich von kurdischen Kämpfern aus dem benachbarten Irak angeführt werden, unterstützt von den Kriegsparteien USA und Israel.
Dagegen spricht, dass sich die irakischen Kurden bereits von den Plänen distanziert haben. Das Verhältnis mit Washington ist zudem von vielen Spannungen geprägt. „Lasst die Kurden in Ruhe. Wir sind keine Waffen zur Miete“, teilte etwa Schanas Ibrahim Ahmed mit, Kurdin und Ehefrau von Iraks Präsident Abdel Latif Raschid.
Trump soll in den vergangenen Tagen mit mehreren Kurdenführern telefoniert haben. Berichten zufolge soll der US-Geheimdienst CIA schon vor Monaten damit begonnen haben, kurdische Gruppen in der Region mit Waffen auszustatten. Offiziell weist das Weiße Haus diese Berichte als falsch zurück.
Trump will bei Khameneis Nachfolger mitbestimmen
An der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts will Trump beteiligt sein, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Wir werden diese Person gemeinsam mit Iran auswählen müssen“, sagte der US-Präsident und verglich das Vorgehen der USA mit dem Angriff in Venezuela. Der Prozess für die Nachfolge des Obersten Führers Ali Khamenei sei aber noch in einem frühen Stadium. Es müsse jemand sein, „der großartig für das Land, großartig für das Volk“ Irans sei. Dass Khameneis Sohn Modschtaba übernehme, sei unwahrscheinlich. Eine Stellungnahme Irans lag zunächst nicht vor.
Sobald der Krieg in Iran beendet ist, will sich Trump nach eigenen Angaben mit Kuba befassen. Er wolle diesen Konflikt zuerst abschließen, sagte Trump bei einem Empfang des Fußballteams Inter Miami im Weißen Haus. Danach sei es „nur eine Frage der Zeit, bis Sie und viele großartige Menschen“ nach Kuba zurückkehren könnten. Die Regierung in Havanna wolle unbedingt eine Einigung erzielen. Eine Stellungnahme Kubas lag zunächst nicht vor.
