Ukraine-Krieg: ++ Putin droht mit Stopp der Gaslieferungen in EU – LNG-Tanker im Mittelmeer versunken ++ Liveticker

Die EU will die Gaslieferungen aus Russland bald komplett stoppen. Nun überlegt Kremlchef Putin, ob es dann nicht besser wäre, wenn die Rohstoffmacht selbst schon vorher den Energiefluss einstellt. Mehr im Liveticker.

Eigentlich will die Ukraine weiter über ein Ende des russischen Angriffskrieges verhandeln. Aber Präsident Selenskyj räumt nun ein, dass die aktuelle Lage das nicht erlaubt. Kremlchef Putin erwägt einen Stopp der Gaslieferungen an Länder der EU.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:

07:02 Uhr – Putin droht mit Stopp der Gaslieferungen in EU

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen“, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.

Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fußfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick.

Putin behauptete, dass es keinen politischen Hintergrund für seine Überlegungen gebe. Es gehe ums Geschäft. Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnehme, „ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und uns dort zu etablieren“, sagte er.

Mittwoch, 4. März

22:28 Uhr – Selenskyj: Bisher keine Signale für neue Ukraine-Gespräche

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus. „Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen“, sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

19:11 Uhr – Russland: Gas-Tanker nach ukrainischem Beschuss im Mittelmeer versunken

Ein mit Flüssiggas beladener russischer Tanker ist im Mittelmeer gesunken. Nach Darstellung der Regierung in Moskau ​wurde das Schiff von ukrainischen Drohnen angegriffen, die von der libyschen Küste aus abgefeuert wurden. Die „Arctic Metagaz“ ⁠sei am Mittwoch in Gewässern zwischen Libyen und Malta untergegangen, teilte die libysche Seenotrettungsbehörde in einem Schreiben mit, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Demnach führten plötzliche Explosionen und ein massives Feuer zum Untergang des Schiffes.

Die ​30-köpfige russische Besatzung ‌konnte den Angaben zufolge gerettet werden. Das Schiff war nach Angaben der libyschen National Oil Corporation mit Flüssigerdgas (LNG) aus dem arktischen Hafen Murmansk unterwegs, Ziel war Port Said in Ägypten.

14:30 Uhr – Ungarns Außenminister fordert von Moskau Energielieferungen zu „unveränderten Preisen“

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto fordert Russland auf, die Preise für Öl- und Gaslieferungen trotz des Iran-Kriegs nicht zu erhöhen. Während eines Besuchs in Moskau erklärte Szijjarto im Onlinedienst Facebook: „Ich bin auch hier um Garantien zu erhalten, dass Russland trotz der veränderten Umstände und der globalen Energiekrise weiterhin die für Ungarn erforderlichen Mengen an Öl und Gas zu unveränderten Preisen liefern wird.“

10:05 Uhr – Ukraine: Erneut Angriffe auf Bahn – Personenzug getroffen

Eine ⁠russische ​Drohne ‌hat in der südukrainischen Region Mykolajiw einen leeren Personenzug getroffen. Dabei wurde ein Eisenbahnmitarbeiter verletzt, wie der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mitteilt. Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja erklärt, ‌Russland habe ⁠seine Drohnenangriffe auf ​die Eisenbahn-Infrastruktur verstärkt. Bei einem Angriff ⁠auf einen Nahverkehrszug in der Region Dnipropetrowsk waren am Montag ein ‌Mensch getötet ⁠und ‌sieben weitere ​verletzt worden. ⁠Seit ​Anfang März seien 18 ‌Angriffe registriert ​worden, bei denen 41 ‌Anlagen ‌beschädigt wurden.

07:48 Uhr – Trump sieht „enormen Hass“ zwischen Putin und Selenskyj

Bei seinem Treffen zwischen Trump und Merz im Weißen Haus versicherte der US-Präsident, dass seine diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges weit oben auf seiner Prioritätenliste stünden. Es herrsche ein „enormer Hass“ zwischen Putin und Selenskyj.

Merz verlangte vom US-Präsidenten mehr Druck auf Moskau und forderte, Europa in die Verhandlungen über eine Friedenslösung in der Ukraine einzubeziehen. „Wir sind nicht bereit, ein Abkommen zu akzeptieren, das über unsere Köpfe hinweg verhandelt wird“, sagte er in Washington.

05:34 Uhr – Russischer LNG-Tanker brennt im Mittelmeer

Ein mit Sanktionen belegter russischer ​Tanker für Flüssigerdgas (LNG) ist Sicherheitskreisen zufolge im Mittelmeer in Brand geraten. Das Schicksal der Besatzung der „Arctic Metagaz“ sei unklar, hieß es in Schifffahrtskreisen. Ein Insider vermutet, das Schiff sei von einer Seedrohne angegriffen worden. ⁠Die Person verdächtigt die Ukraine, ohne jedoch Belege zu präsentieren. Die letzte Position des Schiffes wurde am Montag vor Malta gemeldet. Russische und ukrainische Stellungnahmen liegen zunächst nicht vor.

Dienstag, 3. März

22:10 Uhr – Belgien hält russischen Tanker der „Schattenflotte“ fest – zehn Millionen Euro Kaution

Ein Öl-Tanker, der mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehört, wird nach Aufbringung durch die belgischen Behörden weiter festgehalten. Die „Ethera“ könne den Hafen Seebrügge erst wieder verlassen, „wenn sie den Vorschriften genügt“ und eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Euro gezahlt werde, erklärte der belgische Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke am Dienstag. Die Inspekteure hätten bei einer Prüfung des Schiffes insgesamt 45 Verstöße festgestellt, darunter technische Mängel, teilte die belgische Regierung mit.

18:09 Uhr – Russland bietet Iran Hilfe bei politischer Lösung an

Russland ist nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow bereit, bei der Suche nach einer politischen Lösung im Nahen Osten zu helfen. In einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi spricht sich Lawrow nach Angaben seines Ministeriums gegen Gewaltanwendung aus. Die beiden Minister besprachen demnach die Lage, die durch die „unprovozierte bewaffnete Aggression der USA und Israels gegen den Iran“ entstanden sei. Auch mit dem omanischen Außenminister Badr Albusaidi habe Lawrow über die aktuellen Entwicklungen gesprochen.

11:10 Uhr – Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen

Russland hofft vom Iran-Krieg zu profitieren. Die kremlnahe Zeitung „Iswestija“ prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport.

„Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen rechnen kann“, heißt es in dem Blatt. Als anhaltend gelte der Konflikt, wenn er länger als zwei Monate dauere.

dpa/AFP/Reuters/KNA