Knapp, aber hochverdient: Bayer Leverkusen ist mit einem 1:0-Sieg beim Hamburger SV am Mittwochabend (04.03.2026) wieder voll im Geschäft im Kampf um die Champions-League-Plätze.
Leverkusens Mittelstürmer Christian Kofane war mit seinem Treffer in der 72. Minute der Matchwinner in der Nachholpartie vom 17. Spieltag. Ibrahim Maza steuerte den Assist bei. Insgesamt war die Partie eine sehr einseitige Angelegenheit, in der es Bayer aber verpasste, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen.
Erleichterung bei Kapitän Andrich
Bayer-Kapitän Robert Andrich gab anschließend im Sportschau-Gespräch zu: „Der Sieg tut sehr gut, denn da war schon ein bisschen Druck auf dem Kessel. Aber in solchen Situationen musst da dann auch liefern. Wir haben uns viele gute Chancen rausgespielt und bis kurz vor Schluss auch nichts zugelassen. Es war hochverdient, wir waren insgesamt gradliniger, wir hätten es nur schon früher klarmachen müssen.“
Sein Coach Kasper Hjulmand war zufrieden: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir hatten über das Pressing gesprochen – und diesmal hatten wir dann auch viele hohe Ballgewinne. Allerdings müssen wir das zweite Tor machen, so hatten wir am Ende noch diese Situation in der siebten Minute der Nachspielzeit. Aber im Kampf um die Champions League war das heute super-wichtig.“
HSV-Trainer Merlin Polzin analysierte: „Wir haben das Spiel lange offen gehalten, aber da ist dann am Ende nichts herausgesprungen. Wir haben teilweise dem Spiel durch Zweikampfverhalten und Aggressivität den Stempel aufgedrückt, waren aber vorne einfach nicht zwingend genug. Aber Leverkusen steht im Achtelfinale der Champions League, wir sind Aufsteiger – das sind einfach auch andere Welten.“
Polzin hatte sich vor der Partie deutlich mehr Einsatz gewünscht als drei Tage zuvor beim 1:2 gegen RB Leipzig. Auch sein Hjulmand forderte mehr Aktivität als beim 1:1 gegen Mainz – und tatsächlich fehlte es auf beiden Seiten nicht am Engagement.
Downs ohne Torschuss, HSV ohne Chance
Woran es aber haperte, war Torgefahr – vor allem beim Gastgeber. Die Hamburger gingen zwar entschlossen in die Zweikämpfe, hatten auch immer wieder Balleroberungen, aber am Leverkusener Strafraum war Schluss. Bezeichnend: Mittelstürmer Damian Downs hatte im gesamten ersten Durchgang keinen Torschuss, für die Andeutung von Gefahr sorgte allein Fabio Viera.
Das war bei Leverkusen besser, aber auch nicht effizient. Schon in der 8. Minute schlug Maza eine perfekte Linksflanke, der gut ins Zentrum durchgestartete Montrell Culbreath köpfte aber aus bester Position am Tor vorbei.
Terrier verpasst ein Traumtor knapp
Technisch herausragend war kurz danach der Volleyabschluss von Martin Terrier, der eine Hereingabe von Aleix Garcia aus 13 Metern sehenswert Richtung HSV-Tor streichelte. Daniel Heuer Fernandes hatte sich gedanklich bereits abgemeldet, doch die Latte rettete ihm das 0:0.
Leverkusen drückte weiter und die Führung schien näherzurücken, als Schiedsrichter Sören Storks nach einem Foul von Nicolai Remberg an Maza auf den Elfmeterpunkt zeigte. Doch der VAR intervenierte und verlegte den Tatort vor die Strafraumgrenze – den Freistoß jagte Alex Grimaldo in die Mauer.
Vuskovic-Foul im Strfraum nicht geahndet
Von Hamburg kam offensiv weiter gar nichts, doch auch bei weiteren Halbchancen für Maza (30./am langen Eck vorbei) und Edmond Tapsoba (53./Heuer Fernandes pariert seinen Kopfball) fehlte letztlich die Konsequenz. Dazu kam Pech mit dem Schiedsrichter: Luka Vuskovic trat im Strafraum Kofane mit den Stollen auf den Fuß – doch weder Storks noch der VAR griffen ein.
Hamburg brauchte bis zur 55. Minute, um erstmals Gefahr auszustrahlen – Remberg scheiterte aber aus kurzer Distanz an Janis Blaswich. Rembergs Abschluss war insgesamt erst der vierte an diesem Abend für die Hamburger – Bayer lag zu diesem Zeitpunkt beim dreifachen Wert. Der 13. Torschuss der Gäste saß dann: Maza leitete den Treffer mit einem brillanten Chipball ein, Kofane schloss per Vollspann ab.
Blaswich rettet gegen Stange und Vuskovic
Auch danach blieb Blaswich im Leverkusener Gehäuse weitgehend beschäftigunglos, das änderte sich erst in der 2. Minute der Nachspielzeit. Der eingewechselte Otto Stange setzt zu einem Sololauf an, umkurvte drei Bayer-Abwehrspieler und schloss mit dem Außenrist ab. Blaswich machte sich aber lang und verhinderte den Ausgleich – der dem Spielverlauf auch wirklich nicht entsprochen hätte.
Dem HSV wäre das egal gewesen, und tatsäch bekam er in der 7. Minute der Nachspielzeit nochmal eine Riesen-Doppelchance. Doch erst parierte Blaswich sensationell gegen Vuskovic, der sechs Meter vor ihm abgezogen hatte. Den Abpraller setzte der Kroate dann per Kopf an die Lattenoberkante.
Leverkusen in Freiburg, HSV in Wolfsburg
Für beide Teams stehen nun am Wochenende Auswärtsspiele an. Leverkusen tritt am Samstag (07.03.2026/15.30 Uhr) beim SC Freiburg an, die Hamburger müssen zeitgleich beim Keller-Konkurrenten VfL Wolfsburg antreten.

