Krieg in Nahost +++ Auch Bundeswehr-Feldlager in Irak und Jordanien beschossen +++ Liveticker

Israel und die USA haben den Iran am Samstagmorgen angegriffen. Dabei wurde auch das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, wie US-Präsident Donald Trump erklärte. Wenige Stunden später bestätigten iranische Staatsmedien den Tod des Revolutionsführers, der seit 1989 an der Macht war. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf US-Basen, Israel und arabische Verbündete der USA.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

20:16 Uhr – Auch Bundeswehr-Feldlager bei Vergeltungsschlägen beschossen

Bei der Reaktion auf den Angriff der USA und Israels sind auch Militärbasen im Irak und Jordanien ins Visier genommen worden, in denen die Bundeswehr stationiert ist. Das bestätigte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr gegenüber WELT TV.

Die überwiegende Zahl der Soldaten war demnach zum Zeitpunkt des Angriffs in Schutzräumen. Bei dem Angriff sei kein Bundeswehrsoldat verletzt worden. Aus dem irakischen Erbil seien als Sicherheitsmaßnahme bereits am 20. Februar Soldaten ausgeflogen, so der Sprecher. Aufgrund der Sicherheitslage können zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Soldaten ausgeflogen werden. Es sei sicherer für die Soldaten dort zu bleiben. Laut „Bild“-Zeitung hat die proiranische irakische Miliz Saraya Awliya al-Dam in einem Bekennerschreiben die Verantwortung für den Angriff auf „amerikanische Stützpunkte in Erbil mit einem Schwarm von Drohnen“ übernommen.

Zunächst hatte der „Spiegel“ über die Attacken berichtet. Demnach wurden seit Samstagmorgen mehrere iranische Raketen und Drohnen auf eine multinationale Basis in der Nähe des Flughafens von Erbil und auf ein Feldlager der Bundeswehr in al-Azraq im Osten von Jordanien abgefeuert, die letzte Attacke habe Sonntagmorgen stattgefunden.

Dem Bericht zufolge wurden alle Geschosse und Drohnen durch die Flugabwehr neutralisiert, allerdings sei ein US-Soldat durch herabstürzende Trümmer leicht verletzt worden.

19:45 Uhr – Trump: US-Militär hat neun iranische Kriegsschiffe zerstört

US-Präsident Donald Trump sagt, das US-Militär habe bisher neun iranische Kriegsschiffe zerstört. Der „Rest“ der Flotte werde verfolgt, schrieb Trump. Die US-Angriffe hätten auch die Zentrale der iranischen Marine weitgehend zerstört.

16:55 Uhr – Netanjahu kündigt Intensivierung von Angriffen auf Teheran an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine weitere Intensivierung der militärischen Angriffe auf Teheran angekündigt. Die israelische Armee greife bereits mit „zunehmender Stärke“ im Herzen der iranischen Hauptstadt an, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Dies werde sich in den kommenden Tagen jedoch noch weiter verstärken.

16:53 Uhr – Israel parkt Regierungsflugzeug in Berlin

Israel hat Insidern zufolge seine Regierungsmaschine aus Sicherheitsgründen in Berlin geparkt. Der Flug sei vorher von der israelischen Regierung angemeldet worden, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Es seien nur Crew-Mitglieder an Bord gewesen.

16:29 Uhr – Merz: „Erleichterung“ über absehbares Ende des Mullah-Regimes

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Unterstützung für das Vorgehen Israels und der USA gegen die Führung des Iran geäußert. Die Bundesregierung teile „die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt“, sagte Merz am Sonntag in Berlin. „Mit den Vereinigten Staaten und Israel teilen wir das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes aufhört.“

Merz sagt, dass Deutschland bei der völkerrechtlichen Lage in einem Dilemma stecke. Offensichtlich hätten bisher alle Maßnahmen den Iran nicht von dem Atom- und Raketenprogramm hätten abhalten können. Man werde die Partner nicht belehren, betont der Kanzler.

Nach Angaben von Merz befinden sich tausende Deutsche in der Region im Nahen Osten. „Wir hoffen, dass diese Militäraktionen jetzt bald beendet sind“, sagt Merz im Kanzleramt. Neben deutschen Urlaubern lebten auch viele Deutsche in den Golfstaaten. Man sehe für die in der Region befindlichen Bundeswehr-Soldaten keine besonders großen Gefahren, die über die ohnehin existierenden Gefährdungen hinausgingen.

16:04 Uhr – Pentagon: Drei US-Soldaten bei Iran-Angriff getötet

Bei dem US-israelischen Militärangriff gegen den Iran sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums drei Soldaten getötet worden. Fünf weitere Soldaten seien „schwer verletzt“ worden, teilte das US-Kommando für den Nahen Osten (Centcom) im Onlinedienst X mit. Ortsangaben oder Angaben zur Identität der getöteten Soldaten wurden nicht gemacht. „Einige andere erlitten leichte Splitterverletzungen und Gehirnerschütterungen – und befinden sich auf dem Weg zurück in den Dienst.“

15:50 Uhr – US-Militär: Haben iranisches Kriegsschiff versenkt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein iranisches Kriegsschiff im Golf von Oman versenkt. Eine Korvette der Jamaran-Klasse sei an einem Pier in Tschahbahar versenkt worden, teilt das zuständige US-Zentralkommando mit. In einem Beitrag auf der Plattform X rief das Kommando die iranischen Streitkräfte auf, ihre Waffen niederzulegen und ihre Posten zu verlassen, und verwies auf eine entsprechende Forderung von US-Präsident Donald Trump vom Samstag.

15:24 Uhr – Iranische Revolutionsgarden: US-Flugzeugträger von vier Raketen getroffen

Die iranischen Revolutionsgarden haben als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf angegriffen und getroffen. „Der US-Flugzeugträger ‚USS Abraham Lincoln‘ wurde von vier ballistischen Raketen getroffen“, teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. „Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren“, warnten sie demnach.

15:21 Uhr – Iranischer Außenminister: Neuer Oberster Führer wird bald gewählt

Im Iran wird nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi innerhalb der nächsten beiden Tage ein neuer Oberster Führer gewählt. Die Aussagen machte er am Sonntag im Sender Al Jazeera.

Der iranische Präsident Massud Pesseschkian teilte mit, dass ein neuer temporärer Führungsrat „seine Arbeit aufgenommen“ habe. Pesseschkians vorab aufgezeichnete Botschaft wurde am Sonntag im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Pesseschkian ist eines von drei Mitgliedern des Gremiums.

14:49 Uhr – Bericht: Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad bei Luftangriff getötet

Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt.

Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.

14:40 Uhr – Ölpreis steigt, Analysten nehmen 100-Dollar-Marke ins Visier

Die Eskalation im Nahen Osten beflügelt den Ölpreis: Nach dem Angriff der USA und Israels ​auf den Iran stieg der Preis der Nordseesorte Brent am Sonntag im außerbörslichen Handel um ⁠zehn Prozent auf rund 80 Dollar je Barrel, wie Ölhändler sagten. Analysten prognostizierten, dass der Preis auf 100 Dollar oder mehr klettern könnte. „Während die Militärschläge selbst die Ölpreise stützen, ist hier der entscheidende Faktor die Schließung der Straße von Hormus“, sagte Ajay Parmar vom Analysehaus ICIS.

Der ⁠Iran ​hatte Schiffen die ‌Durchfahrt durch die Wasserstraße verboten, über die Öl aus mehreren Förderländern exportiert wird. Die meisten Tanker-Eigner, Ölkonzerne und Handelshäuser setzten daraufhin ihre Lieferungen aus.

14:05 Uhr – Wadephul verteidigt Angriffe auf Iran: Regime ist Gefahr

Bundesaußenminister Johann Wadephul verteidigt die Angriffe Israels und der USA auf den Iran als notwendig. Dem Sender NDR Info sagt der CDU-Politiker, das iranische Regime gefährde nicht nur Israel, sondern auch die Interessen Europas.

13:35 Uhr – Opec+ erhöht Ölförderung

Die Opec+ reagiert auf die Lieferausfälle infolge des Kriegs zwischen den USA und dem Iran mit einer leichten Anhebung der Ölförderung. Die Produktion werde ab April um 206.000 Barrel pro Tag erhöht, teilt die Allianz aus Opec-Staaten und deren Partnern mit. Die Steigerung entspricht weniger als 0,2 Prozent des weltweiten Angebots.

13:25 Uhr – Mindestens neun Tote nach neuen Angriffen auf Israel

Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel sind mindestens neun Menschen getötet worden. Die israelische Polizei erklärte am Sonntag, eine Rakete habe in der westlich von Jerusalem gelegenen Stadt Beit Schemesch ein Gebäude getroffen. Dabei wurden nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom mindestens sechs Menschen getötet.

Die Rettungskräfte erklärten, sie hätten 23 Verletzte geborgen, unter ihnen zwei Schwerverletzte

Millionen von Einwohnern harrten in Schutzräumen aus. „Wir hören immer wieder laute Knallgeräusche, möglicherweise sind das auch Abwehrraketen“, sagte ein Einwohner Tel Avivs. „Es nimmt einfach kein Ende.“ Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran am Samstagmorgen berichten Einwohner Israels von ständigen Gegenangriffen des Irans auf israelische Bevölkerungszentren, teilweise im halbstündigen Takt.

13:20 Uhr – Lufthansa setzt alle Flüge nach Nahost aus

Alle Airlines der Lufthansa Group setzen ihre Flüge in den Nahen Osten zunächst bis zum 8. März aus. Dies betrifft die Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran, wie die Fluggesellschaft mitteilt. Ebenfalls bis einschließlich 08. März würden zusätzlich folgende Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran. Flüge von und ​nach Dubai und Abu Dhabi werden demnach bis einschließlich 4. März ausgesetzt. Zudem werde der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate ebenfalls bis einschließlich 4. März nicht genutzt.

13:02 Uhr – Öltanker-Stau vor der Straße von Hormus

Mindestens 150 Tanker, darunter Rohöl- und Flüssiggasschiffe, haben in den offenen Gewässern vor der Straße von Hormus den Anker geworfen. Dutzende weitere liegen auf der anderen Seite der Meerenge fest, wie aus einer Reuters-Auswertung von Daten der Plattform „Marine Traffic“ hervorgeht. Die ​Schiffe stauen sich vor den Küsten der großen Ölproduzenten Irak und Saudi-Arabien sowie vor Katar. Acht Länder der Opec+ einigen sich Insidern zufolge grundsätzlich auf eine Anhebung der Ölförderung. Die Produktion solle im April um 206.000 Barrel pro Tag steigen, sagen vier mit den Überlegungen vertraute Personen vor einem Treffen der Öl-Allianz.

12:52 Uhr – Schiff vor Oman von Geschoss getroffen

Ein Schiff ist nach Angaben der britischen Behörde UKMTO 50 Seemeilen nördlich der omanischen Hauptstadt Maskat von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen, das inzwischen unter Kontrolle sei. Es ist bereits der zweite Vorfall, den die Behörde am Sonntag meldet. Zuvor hatte es einen Zwischenfall vor Kumzar in ​der Straße von Hormus gegeben.

12:35 Uhr – Zypern weist Bericht über Angriffe zurück

Die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern hat Berichte zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert wurden. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.

Im Zusammenhang mit Aussagen und Medienberichten über einen Abschuss von Raketen in Richtung Zyperns werde klargestellt, „dass dies nicht der Fall ist und es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass eine Bedrohung für das Land bestanden hat“, erklärte Letymbiotis. Die zuständigen Behörden verfolgten die Lage fortlaufend und sehr aufmerksam, hieß es weiter.

12:20 Uhr – Israel zerstört Dutzende Raketenabschussrampen

Seit Beginn der Angriffe auf den Iran hat die israelische Armee nach eigenen Angaben Dutzende Raketenabschussrampen zerstört. Ein israelischer Armeesprecher sagte, zu Beginn des letzten Kriegs gegen den Iran im vergangenen Juni habe Teheran über gut 3000 ballistische Raketen verfügt. Dieses Arsenal sei damals etwa halbiert worden. „Inzwischen haben sie es wieder aufgefüllt, sodass es nun wieder bei rund 2500 liegt – und die Zahl steigt“, sagte der Militärsprecher. Seit Beginn des jüngsten Schlagabtauschs habe der Iran Hunderte Raketen auf Israel sowie andere Länder in der Region abgefeuert.

12:02 Uhr – Israel weist Verantwortung für Angriff auf Schule zurück

Israel hat eine Verantwortung für einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran zurückgewiesen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, bei einem Raketenangriff im Süden des Landes seien mehr als hundert Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. „Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir nachprüfen“, ergänzte der Sprecher.

11:48 Uhr – Hapag-Lloyd stoppt Fahrten durch Straße von Hormus

Die Reederei Hapag-Lloyd setzt bis auf Weiteres alle Fahrten durch die Straße von Hormus aus. Grund sei die sich entwickelnde Sicherheitslage in der Region, teilt der Hamburger Konzern mit.

11:40 Uhr – Netanjahu ruft auf Farsi zum Aufstand auf

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bevölkerung im Iran in einer auf Farsi verbreiteten Videobotschaft zum Sturz der politischen Führung in Teheran aufgerufen. Die Ansprache wurde allem Anschein nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf Farsi erstellt. „Bürger des Irans, lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen“, sagte Netanjahu dort.

11:34 Uhr – Britischer Verteidigungsminister warnt vor Vergeltungsangriffen

Der britische Verteidigungsminister John Healey warnt vor der Gefahr von „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“. Es seien zwei Raketen Richtung Zypern abgefeuert worden. „Wir glauben nicht, dass sie gezielt auf Zypern gerichtet waren“, sagte Healey dem Sender Sky News. Es sei aber ein Beispiel dafür, dass es eine „sehr reale (…) Bedrohung durch ein Regime“ gebe, das in der gesamten Region weit um sich schlage.

11:29 Uhr – Putin spricht von „zynischem Mord“

Der russische Präsident Wladimir Putin kondoliert seinem iranischen Kollegen Massud Peseschkian zum Tod von Ajatollah Ali Chamenei. Putin bezeichne die Tötung als „zynischen Mord“, meldet die ​Nachrichtenagentur Tass. Dies sei eine Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts.

11:22 Uhr – Aliresa Arafi in Führungsrat berufen

Nach dem Tod von Irans oberstem Führer Ali Chamenei ist Ayatollah Aliresa Arafi in das Übergangs-Führungsgremium der Islamischen Republik berufen worden. Der iranische Schlichtungsrat wählte das Mitglied des Wächterrats und des Expertenrats in das Übergangs-Führungsgremium, wie Schlichtungsrat-Sprecher Mohsen Dehnawi am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X bekanntgab. Damit steht das Trio, das den Iran nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts Chamenei bis zur Wahl eines Nachfolgers vorübergehend führen soll: Ihm gehören neben Arafi der iranische Präsident Massud Peseschkian und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei an.

11:02 Uhr – Israel schaltet Flugabwehrsysteme aus

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben die Mehrheit der Flugabwehrsysteme im Westen und Zentrum des Iran ausgeschaltet. Ziel sei es zudem, ​die iranischen Boden-Boden- und Boden-Luft-Raketen zu treffen.

10:49 Uhr – Zwei Verletzte in Dubai bei Abwehr von Drohnenangriffen

In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emirate sind bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt worden. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter.

10:47 Uhr – UN-Kinderhilfswerk ruft zu Einstellung der Kampfhandlungen auf

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef ruft nach den Angriffen im Iran und in der Region die Konfliktparteien zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen und zur Deeskalation auf. Alle Beteiligten sollten „größtmögliche Zurückhaltung“ üben und ihren Verpflichtungen mit Blick auf Völkerrecht und Menschenrechte nachkommen, erklärte das Hilfswerk der Vereinten Nationen am Sonntag in Köln.

10:35 Uhr – Irak ruft Staatstrauer aus

Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran hat der Irak eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Dies teilte Regierungssprecher Bassem al-Awadi am Sonntag mit. Chamenei sei „bei einem eklatanten Akt der Aggression“ getötet worden, erklärte al-Awadi weiter. „In großer Trauer sprechen wir den edlen Menschen des Iran und gesamten muslimischen Welt unser Beileid aus“, fügte der Sprecher hinzu. Er forderte zudem eine sofortige Waffenruhe. Die Angriffe führten „zu einer nie dagewesenen Gewalt in der Region“.

10:25 Uhr – Israel mobilisiert 20.000 Reservisten

Angesichts der iranischen Gegenangriffe hat das israelische Heimatfront-Kommando rund 20.000 Reservisten zur Unterstützung der Zivilbevölkerung mobilisiert. Sie hätten sich in den vergangenen 24 Stunden dem Kommando angeschlossen, erklärte das Heimatfront-Kommando am Sonntag. Es ist für den Zivilschutz zuständig.

10:15 Uhr – Oman meldet Angriff auf Öltanker

Oman hat einen Angriff auf einen Öltanker in der Straße von Hormus gemeldet. Dabei seien vier Menschen an Bord der „Skylight“ verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency. Der betroffene Öltanker sei unter Flagge Palaus gefahren. Die Besatzungsmitglieder seien Inder und Iraner. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst unklar. Der Iran soll aber per Radio mit Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus gedroht haben, nachdem die USA und Israel das Land angegriffen hatten. Oman meldete auch, dass sein Hafen in Dukm Ziel eines Drohnenangriffs geworden sei. Das Land hat als Vermittler bei Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA gedient.

10:02 Uhr – Irans Präsident nennt Rache „legitimes Recht und Pflicht“

Irans Präsident Massud Peseschkian hat die gezielte Tötung von Religionsführer Ali Chamenei als offene Kriegserklärung bezeichnet. Diese richte sich gegen alle Muslime, insbesondere aber gegen alle Schiiten weltweit. Peseschkian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna: „Der Iran betrachtet die Vergeltung und Blutrache an den Tätern und Drahtziehern dieses Verbrechens als Pflicht und legitimes Recht.“ Chamenei sei ein „Märtyrer“, dessen Standhaftigkeit ihn in die Geschichtsbücher eingeschrieben habe.

Die radikalislamische Hamas verurteilte die Tötung als „abscheuliches Verbrechen“ Die Vereinigten Staaten und Israel als „faschistische Besatzerregierung tragen die volle Verantwortung für diese eklatante Aggression“ und das gegen die Souveränität des Iran gerichtete „abscheuliche Verbrechen“ sowie für die „schlimmen Auswirkung auf die Sicherheit und Stabilität der Region“, erklärte die Hamas am Sonntag.

9:45 Uhr – Atomenergiebehörde ruft zur Sondersitzung

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat als Reaktion auf die massiven Angriffe der USA und Israels auf den Iran – die sich auch gegen das Atomprogramm der Islamischen Republik richten – für Montag eine Sondersitzung angesetzt. Die UN-Behörde mit Sitz in Wien teilte mit, die Sitzung sei auf Antrag Russlands einberufen worden, einem wichtigen Verbündeten Teherans. Der Iran hatte am Samstag in einem Brief an IAEA-Chef Rafael Grossi ebenfalls eine Sondersitzung zu den Angriffen gefordert, bei denen das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, getötet worden war.

9:40 Uhr – Israels Armee greift „Ziele im Herzen von Teheran“ an

Nach Angaben der israelischen Armee hat das Land mit neuen Angriffen auf die iranische Hauptstadt Teheran begonnen. „Die IDF greift Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen Teherans an“, erklärte das Militär mit Blick auf die israelischen Streitkräfte. „Im Laufe des vergangenen Tages führte die israelische Luftwaffe groß angelegte Angriffe aus, um die Lufthoheit zu erlangen und den Weg nach Teheran zu ebnen.“ Mehrere Explosionen waren am Sonntag in Teheran zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Detonationen waren demnach im Norden der iranischen Hauptstadt zu hören. Rauch stieg aus einem Gebäude auf.

9:08 Uhr – Mindestens neun Tote in Pakistan

Mindestens neun Menschen wurden am Sonntag bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet, nachdem Hunderte von Demonstranten das US-Konsulat in der pakistanischen Hafenstadt Karatschi gestürmt hatten. Polizei und Beamte eines Krankenhauses in Karatschi gaben an, dass bei den Zusammenstößen mindestens acht Menschen verletzt worden seien. Die Polizei erklärte, dass die Demonstranten später auseinandergetrieben worden seien und die Lage unter Kontrolle sei. Karatschi ist die Hauptstadt der südlichen Provinz Sindh.

9:02 Uhr – 27 Stützpunkte und Israels Armeehauptquartier ins Visier genommen

Der Iran hat in der Nacht zum Sonntag seine Vergeltungsschläge gegen Israel fortgesetzt. Mehrmals mussten die Einwohner wegen Luftalarms Schutzräume und Bunker aufsuchen. In Tel Aviv wurden bei einem Angriff 50 Gebäude beschädigt, wie die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf die Stadtverwaltung meldet. Mehr als 200 Anwohner seien in drei Hotels in Sicherheit gebracht worden. Zuvor hatten israelische Rettungsdienste 94 Verletzte in Zusammenhang mit dem Beschuss gemeldet. Die Revolutionsgarden nahmen 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels Armeehauptquartier und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr von Irans Elitestreitmacht. Die Angaben konnten unabhängig zunächst nicht überprüft werden

8:31 Uhr Angriffe auf Luxus-Hotel

Bei nächtlichen Angriffen des Iran auf IS-Basen ist Feuer am weltberühmten Hotel „Burj Al Arab“ in Dubai ausgebrochen. Wie die Behörden vor Ort mitteilen, haben Trümmerteile einer abgefangenen Drohne ein Feuer an der Fassade verursacht. Ein Video des indischen TV-Senders NDTV soll den Einschlag zeigen, wie „Bild“ berichtet. Das Feuer erfasste in der Nacht zum Sonntag die berühmte Segel-Fassade des mehr als 300 Meter hohen Prestige-Wolkenkratzer auf einer künstlich aufgeschütteten Insel. Verletzte habe es nicht gegeben.

8:25 Uhr – Iranischer Generalsekretär nennt Vorhaben „vereitelt“

Nach den Angriffen im Iran hat der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, das Vorhaben der USA und Israels als „vereitelt“ bezeichnet. „Die USA und Israel haben sich verkalkuliert und wollten mit gezielten Angriffen auf militärische Einrichtungen und der Tötung hochrangiger Funktionäre Unruhe und einen Machtwechsel im Iran auslösen“, sagte Laridschani laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Die Bevölkerung habe jedoch geschlossen reagiert und diese Pläne vereitelt, behauptete er.

8:16 Uhr – Demonstranten versuchen, zu US-Botschaft vorzudringen

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Chamenei haben Demonstranten in der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf. Die Demonstranten versuchten demnach, die Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

8:07 Uhr – Iran feuert am Morgen erneut Raketen auf Israel

Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen erneut Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert. Die Abwehrsysteme seien aktiviert, um sie abzuwehren, teilte die Armee mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in die Schutzräume zurückzukehren. In mehreren Gebieten des Landes heulten erneut die Sirenen. In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen Raketenangriffen in die Schutzräume eilen.

8:01 Uhr – Chamenei-Anhänger skandieren „Tod Israel“

Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts Chamenei versammelten sich Tausende in Teheran. Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem zentralen Enghelab-Platz skandierten „Tod den Vereinigten Staaten“ und „Tod Israel“, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele von ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.

07:46 – Iranisches TV: Iranischer Generalstabschef getötet

Bei den Luftschlägen auf den Iran ist dem iranischen Staatsfernsehen zufolge auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, getötet worden. Im iranischen Staatsfernsehen wurde der Name Mussawis gemeinsam mit den Namen anderer getöteter hochrangiger Vertreter genannt. Zuvor war bereits der Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, bekannt gegeben worden. Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, wurden die Verantwortlichen „während einer Sitzung des Verteidigungsrates“ getötet. Weitere Namen würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es.

07:15 Uhr – Israels Verteidigungsminister: Mit Tod Chameneis ist „Gerechtigkeit geschehen“

Israels Verteidigungsminister Israel Katz begrüßt die Tötung Chameneis, als Akt der „Gerechtigkeit“. Chamenei sei „zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen Terrorfestung“ eliminiert worden, erklärte Katz am Sonntag in Onlinediensten. „Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren Schlag erlitten“, betonte der Verteidigungsminister.

06:49 Uhr – Trump: Werden mit beispielloser Gewalt auf Vergeltung reagieren

US-Präsident Trump warnt den Iran vor beispielloser Gewalt, ​sollte das Land Vergeltung üben. Die Vereinigten Staaten würden den Iran mit einer noch nie dagewesenen Macht treffen, erklärt Trump auf Truth Social. „Der Iran hat gerade erklärt, dass ⁠er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als jemals zuvor.“ Er fügt in Großbuchstaben hinzu: „SIE SOLLTEN DAS ABER BESSER NICHT TUN, DENN WENN SIE ES TUN, WERDEN WIR SIE MIT EINER NOCH NIE DAGEWESENEN GEWALT SCHLAGEN!“

06:30 Uhr – Iranischer Parlamentssprecher sieht rote Linie überschritten

Der Iran wird laut ​Parlamentssprecher Baker Kalibaf den Weg von Ajatollah Chamenei fortsetzen. Sich an US-Präsident Trump und Israels Ministerpräsident Netanjahu wendend, sagt Kalibaf im Staatsfernsehen, ⁠sie hätten eine rote Linie überschritten. Dafür würden sie bezahlen.

05:27 Uhr – Explosionen in Dubai

In der Region Dubai sind Augenzeugen ​zufolge erneut laute Explosionen zu hören. Der Iran hatte nach Angriffen der USA und Israels Vergeltungsschläge gegen die benachbarten Golfstaaten gestartet.

05:17 Uhr – Dreier-Gruppe um Peseschkian übernimmt

Ein Trio um den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian soll in der Übergangsphase die Führung im Land übernehmen. Neben Peseschkian seien Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei und ein Jurist des Wächterrats mit der Aufgabe betraut worden, berichtet das Staatsfernsehen unter Berufung auf einen Berater Chameneis, Mohammad Mokhber.

04:31 Uhr – Staatsmedien bestätigen Tod des Führers der Revolutionsgarden

Der Iran bestätigt den Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur. Er sei ebenso wie der Vorsitzende des nationalen Verteidigungsrats, Ali Shamkhani, bei den US-israelischen Luftangriffen auf Teheran umgekommen, teilte die iranische Justiz auf ihrer Website „Misan Online“ mit.

04:15 Uhr – Schah-Sohn bringt sich als Interimsführer in Spiel

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, schlägt vor, übergangsweise die Macht im Iran zu übernehmen. „Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er in der „Washington Post“. Er wolle den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Diese solle zunächst in einem Referendum verabschiedet werden. Dann sollten freie Wahlen unter internationaler Aufsicht folgen. „Mit der Abstimmung der Iraner löst sich die Übergangsregierung auf“, schrieb er weiter.

Pahlavi betonte, dass der Iran nicht die Fehler wiederholen wolle, die dem Irak-Krieg gefolgt seien. „Es wird keine Auflösung von Institutionen, kein Machtvakuum, kein Chaos geben“, schrieb er weiter. „Ein demokratischer Iran würde den Nahen Osten grundlegend verändern und einen der beständigsten Krisenherde der Welt in eine Stütze regionaler Stabilität verwandeln“, zeigte sich Pahlavi zuversichtlich. Ferner stellte er in Aussicht, den Erzfeind Israel „sofort anzuerkennen“.

04:07 Uhr – Revolutionsgarden drohen „heftigste Offensive“ an

Die iranischen Revolutionsgarden drohen Israel und den USA mit massiven Luftangriffen. „Die heftigste Offensive in der Geschichte der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran wird jeden Moment beginnen“, teilten die Revolutionsgarden auf Telegram mit.

02:41 Uhr – Iranische Staatsmedien bestätigen Tod von Ajatollah Chamenei

Die iranischen Staatsmedien bestätigen den Tod des Ajatollahs Ali Chamenei. Den Tod des 86-Jährigen vermeldeten das Staatsfernsehen und die staatliche Nachrichtenagentur Irna am frühen Sonntagmorgen. Die Todesursache nannten sie nicht. Zudem sei eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen worden.

02:37 Uhr – Trump sieht „gute Kandidaten“ für Irans Führung

Donald Trump sieht nach eigenen Angaben „einige gute Kandidaten“ für die künftige Führung des Irans. Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte Trump dem Sender CBS News nach dessen Angaben in einem Telefoninterview: „Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten.“

01:53 Uhr – Drohne trifft Flughafen in Bahrain

Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain ist Sachschaden entstanden. Es gebe aufgrund des Angriffs auf den Flughafen nahe der Hauptstadt Manama keine Todesopfer, erklärte das Innenministerium auf X. Das Gelände werde gesichert. Das Ministerium nannte zunächst keine weiteren Details.

01:50 Uhr – Israel greift Iran erneut an

Israels Armee hat eine neue Angriffswelle gegen Ziele im Iran begonnen. Ins Visier genommen würden Abschussstellungen für ballistische Rakete sowie die Luftabwehrsysteme des Erzfeindes, teilte die Armee mit. Die Armee hatte zuvor eine weitere Angriffswelle beendet, bei der unter anderem ein wichtiges Militärdepot für ballistische Raketen attackiert worden sei. In Teheran waren nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP mindestens drei laute Explosionen zu hören.

01:32 Uhr – Raketenalarm in Israel – dann Entwarnung

Israels Armee gibt nach einem gemeldeten Raketenangriff wieder Entwarnung. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe aufhalten, teilte die Armee mit. Zuvor waren die Luftabwehrsysteme aktiviert worden. In mehreren Gebieten des Landes hatten die Sirenen geheult.

01:25 Uhr – Staatsmedien: Tochter und Enkel des Revolutionsführers getötet

Bei den Angriffen der USA und Israel auf den Iran ⁠ist nach ​Angaben der iranischen ‌Staatsmedien die Tochter des Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamenei und ein Enkel getötet worden.

23:27 Uhr – Schah-Sohn Pahlavi ruft Irans Staatskräfte zum Umsturz auf

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, ruft die Sicherheitskräfte im Iran zum Umsturz auf. „Es ist eure letzte Gelegenheit, euch dem Volk anzuschließen“, schrieb der Exil-Politiker auf X. „Jeder Versuch der Überreste des Regimes, einen Nachfolger für Chamenei zu bestimmen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt“, schrieb er weiter.

Er forderte die Sicherheitskräfte auf, einen Übergang zu einer freien und prosperierenden Zukunft zu unterstützen. „Der Tod des verbrecherischen Chamenei bringt zwar die Gerechtigkeit für das vergossene Blut nicht zurück, doch er kann ein Balsam für die verbrannten Herzen der Gerechtigkeit suchenden Familien sein“, fügte Pahlavi hinzu.

00:55 Uhr – USA: Angriff von internationalem Recht gedeckt

Die USA sehen ihren Angriff auf den Iran im Einklang mit internationalem Recht. Die Vereinigten Staaten hätten in enger Abstimmung mit Israel rechtmäßige Maßnahmen gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ergriffen, sagte der UN-Botschafter der USA, Mike Waltz, bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Artikel 51 der UN‑Charta verankert das Recht eines Landes auf Selbstverteidigung.

Waltz argumentierte, „das Regime im Iran“ sei verantwortlich für eine Reihe bewaffneter Angriffe auf die Vereinigten Staaten und Israel, Verstöße gegen die UN-Charta sowie Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten. Auch soll der Iran eine Ermordung Donald Trumps geplant zu haben – ein Vorwurf, den das US-Justizministerium bereits 2024 erhob.

00:29 Uhr – Verletzte am Flughafen Dubai

Durch einen iranischen Raketenangriff sind auf dem internationalen Flughafen von Dubai vier Menschen verletzt worden. Die Emirate sprachen in einer Mitteilung von einer „schweren Attacke mit iranischen ballistischen Raketen“. Angriffe wurden auch an anderen Verkehrsflughäfen in der Region gemeldet, etwa am Internationalen Flughafen Kuwait. Mehrere Airports wurden geschlossen und Flüge gestrichen.

23:32 Uhr – Arabische Staaten verurteilen iranische Angriffe

Mehrere arabische Länder haben die iranischen Gegenschläge scharf verurteilt. „Wir machen die iranische Regierung für diese Angriffe voll verantwortlich und weisen jegliche Rechtfertigungen oder Erklärungen für dieses feindselige Verhalten zurück“, sagte Bahrains UN-Botschafter Jamal Fares Al Rowaiei, der während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York eine Erklärung stellvertretend für die Länder des Golfkooperationsrates sowie Syrien und Jordanien verlas.

Nach den israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf den Iran attackierte die Führung in Teheran Israel sowie mehrere US-Militärstützpunkte in der Region. Die arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen. Mehrere Ratsmitglieder hatten die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung infolge der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran gefordert, darunter laut Diplomatenangaben Frankreich, Bahrain, China, Russland und Kolumbien.

23:25 Uhr – Rubio sagt für Montag geplanten Besuch in Israel ab

US-Außenminister Marco Rubio sagt seinen für Montag geplanten Besuch in Israel ab. Dies teilte das US-Außenministerium mit und verwies zur Begründung auf die „aktuellen Umstände“.

23:23 Uhr – Bericht: 30 Bomben auf Chameneis Residenz abgeworfen

Nach Angaben des israelischen Senders Channel 12 wurden 30 Bomben auf die Residenz von Ayatollah Ali Chamenei in Teheran abgeworfen. Später sei Chameneis Leiche aus den Trümmern geborgen worden, berichtete der israelische Fernsehsender Kan.

22:42 Uhr – Trump verkündet Tod Chameneis

Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, ist Donald Trump zufolge tot. Das postete der US-Präsident auf seiner Plattform „Truth Social“. Trump bezeichnete Chamenei als „einen der bösartigsten Menschen der Geschichte“. Viele Angehörige der Revolutionsgarden, der Armee und der Polizei im Iran wollten nicht mehr kämpfen und suchten nach Immunität durch die USA, fügte Trump hinzu. Dies sei die größte Chance für das iranische Volk, sich sein Land zurückzuholen. Die Bombardierungen sollen Trump zufolge die gesamte Woche über ununterbrochen fortgesetzt werden „oder so lange wie nötig, um unser Ziel des Friedens im gesamten Nahen Osten und sogar auf der ganzen Welt, zu erreichen“.

Vor seiner Bestätigung bei „Truth Social“ hatte Trump bereits dem Sender „NBC“ gesagt, er glaube, israelische Berichte zum Tod Chameneis seien vermutlich korrekt. Auf die Frage, wer nun Irans neuer Oberster Führer werden könnte, entgegnete Trump scherzend: „Ich weiß es nicht. Aber irgendwann werden sie mich anrufen und fragen, wen ich gern hätte“. Diese Bemerkung sei „nur ein bisschen sarkastisch“ gemeint, ergänzte er.

Aus dem Iran gibt es bislang keine Bestätigungen. In iranischen Medien hatte es kurz vor den ersten israelischen Berichten zu Chameneis Tod geheißen, er befehlige „unerschütterlich und entschlossen das Feld“. Das meldete unter anderem die Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld von Chameneis Büro.

Reuters/dpa/AFP/AP/jm/säd/coh/sebe/sara/krö