Bayern-Profi Stanisic fordert Rot für BVB-Verteidiger Schlotterbeck nach hartem Foul

Die Schienbeinschoner hatte Josip Stanisic ausgezogen, die Stutzen am linken Bein bis zum Knöchel heruntergerollt. So konnte man beim Interview die kleine Fleischwunde sehen, die er sich nach dem Tritt von Nico Schlotterbeck (26) zugezogen hatte. „Für mich war das eine klare Rote Karte“, sagte der Abwehrspieler der Bayern und fasste zusammen, was an diesem Abend in Dortmund alle über die Szene in der 18. Minute dachten: „Ich denke, Nico hatte großes Glück, dass er nicht vom Platz gestellt wurde.“

Schlotterbeck räumt eigenes Foul ein

Was den Übeltäter ehrt: Der DFB-Nationalspieler sah dies genauso: „Ich glaube, dass man da schon Rot geben kann. Da hatte ich ein bisschen Glück, ja.“ Fast zwei Minuten dauerte es, bis Schiedsrichter Sven Jablonski nach der Grätsche mit den Stollen voraus gegen Stanisic (25) die Gelbe Karte zeigte. Kein Platzverweis, weil Schlotterbeck trotz riskantem Einsteigen erst den Ball erwischte, dann sein Opfer. Seine Sicht der Aktion: „Ich habe das Gefühl, dass ich erst am Ball war und dann ihn schon ordentlich treffe. Es ist sau unglücklich in meinen Augen. Man sieht, dass ich über den Ball ausrutsche, sonst treffe ich ihn auch nicht am Schienbein, sondern gehe unten durch.“

Auch bei der Elfmeter-Szene stand der BVB-Verteidiger, dessen Zukunft in Dortmund über den Sommer hinaus trotz eines Vertrages bis 2027 ungewiss ist, im Mittelpunkt – wie auch Stanisic. Der Rechtsverteidiger der Bayern versetzte ihn mit einer feinen Körpertäuschung, Schlotterbeck ließ das Bein stehen – Elfmeter. Klar, aber auch Gelb-Rot? „Es ist ein sehr, sehr leichter Kontakt“, verteidigte sich Schlotterbeck, „mir dafür Gelb zu geben, wüsste ich jetzt nicht.“ Und für seinen Fan-Kontakt beim Jubel über das Kopfballtor zum 1:0? Streng genommen auch schon Gelb, also in der Folge Gelb-Rot? „Ich wollte nicht über die Bande, sondern nur auf die Bande springen. Ich habe das Gleichgewicht verloren. Wenn man alles ausmustert, dann haben wir keinen Fußball mehr, dann spiele ich irgendwann Schach. Wenn ich dafür eine Gelbe Karte bekomme, dann hört es auf.“

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Kovac lobt die großzügige Linie des Schiedsrichters

Verständlich, dass BVB-Trainer Niko Kovac Schiedsrichter Jablonski bei Sky überschwänglich lobte: „Ich fand, er hat ein richtig gutes, internationales Spiel gepfiffen. Ich mag es, wenn da mal ein bisschen was laufen gelassen wird. Ich finde, das war großer Sport.“