
AUDIO: THW Kiel verliert zu Hause gegen den VfL Gummersbach (1 Min)
Handball-Bundesliga
Stand: 28.02.2026 23:16 Uhr
Die Handballer des THW Kiel haben im Kampf um die Champions-League-Plätze einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen – und was für einen: Die „Zebras“ verloren zu Hause gegen den VfL Gummersbach mit 26:34 (15:14).
Die einzige positive Nachricht des Abends verkündeten die Schleswig-Holsteiner bereits vor dem Spiel. Club-Ikone Rune Dahmke hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2028 verlängert. Über den Videowürfel in der Arena flimmerte eine Botschaft des 32-Jährigen: „Liebe Zebra-Fans, ich war immer da und ich bleibe noch.“ Großer Jubel brandete auf.
Kontrastprogramm während des Spiels: Phasenweise gab es sogar Pfiffe gegen die eigene Mannschaft. Die Schützlinge von Trainer Filip Jicha fielen in der zweiten Hälfte zeitweise total auseinander – und kassierten vollkommen verdient die erste Heimniederlage der Saison. Bei nunmehr drei Minuspunkten mehr im Vergleich zum Rivalen SG Flensburg-Handewitt auf Rang zwei ist die Pleite doppelt bitter.
Enges Duell – hochklassiges Spiel
Schon die Anfangsphase war klar an die Gäste gegangen. Angeführt von Nationalspieler Julian Köster, der zur neuen Saison nach Kiel wechselt und bei seiner Stippvisite schon Autogramme schreiben musste, war Gummersbach von Beginn an hellwach. Offensiv: Tilen Kodrin traf zum 5:2 (5.). Aber auch defensiv: In den ersten neun Minuten ließ der VfL gerade einmal vier Gegentore zu (4:6).
Der THW machte sich in der Anfangsviertelstunde durch mehrere Zeitstrafen das Leben schwer. Aber die Kieler Abwehr, die sehr variabel agierte, wurde von Minute zu Minute besser. Gummersbach kam phasenweise kaum noch zum Abschluss. So gelang Lukas Laube in der 19. Minute das 8:8. Und Lukas Zerbe, der zuvor schon einmal verworfen hatte, brachte die Hausherren mit seinem zweiten Siebenmeter zum ersten Mal in Führung (9:8/20.).
Aber Köster und Miro Schluroff stemmten sich gegen den Kieler Lauf. Nun war richtig Feuer drin, Handball auf hohem Niveau. Folgerichtig war die Pausenführung der „Zebras“ (15:14) denkbar knapp.
Perez de Vargas sorgt (kurz) für Hoffnung, …
Kurioserweise war Kiels Wurfquote genauso schlechter wie die Quote gehaltener Bälle von THW-Keeper Andreas Wolff im Vergleich zu Dominik Kuzmanovic im VfL-Tor. Und Gummersbach ging dann nach der Pause auch durch Mathis Häseler schnell wieder mit zwei Toren in Führung (17:15/35.). Erst mit dem eingewechselten Gonzalo Perez de Vargas bekamen Gäste wieder mehr Gegenwehr. Der Spanier kam schnell auf fünf Paraden – und sein Team sechs Minuten später durch Nikola Bilyk wieder zum Ausgleich (18:18/41.).
… dann erlebt Kiel sein blaues Wunder
Was aber dann passierte, hat Kiel selten erlebt. Das Team fiel innerhalb weniger Minuten komplett auseinander. Schluroff und Co. nutzten jetzt jeden Fehler. Mit einem 7:0 (!)-Lauf zogen die in blaue Trikots gekleideten Gummersbacher auf 25:18 davon. Und das innerhalb von gerade einmal vier Minuten. In der altehrwürdigen Arena gab es Pfiffe – für die eigenen Spieler.
Einer der Gummersbacher Helden war auch Kuzmanovic, der am Ende mit 20 Paraden einen persönlichen Bundesliga-Rekord aufstellte. und so feierte der VfL schließlich einen Kantersieg und den ersten Erfolg in Kiel seit rund 20 Jahren.


