Warnungen an SchiffeRevolutionsgarden schränken Verkehr in Straße von Hormus ein
28.02.2026, 18:43 Uhr
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Schon vor dem Angriff auf den Iran drohte das Land wiederholt, die für den Seehandel wichtige Straße von Hormus zu sperren. Nun berichten Schiffe von einer entsprechenden Meldung. Auch deutsche Reeder halten bereits Krisensitzungen ab.
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben der ihnen nahestehenden Nachrichtenagentur Tasnim den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus eingeschränkt. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt werde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten.
Zuvor hatte ein Vertreter der EU-Marinemission Aspides berichtet, Schiffe hätten über UKW-Funk die Mitteilung erhalten, dass „keinem Schiff die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet ist“, sagte ein Vertreter, der anonym bleiben wollte. Die Meerenge ist die weltweit wichtigste Route für den Ölexport und wird für Transporte aus mehreren Förderländern genutzt.
Auch bei der britischen Behörde für den Seehandel (UKMTO) laufen nach eigenen Angaben Berichte über eine Schließung der Straße von Hormus ein. Mehrere Schiffe im Golf hätten Meldungen über eine Sperrung empfangen, teilt die UKMTO mit. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf Händlerkreise, dass einige große Ölkonzerne und Händler ihre Transporte durch das Nadelöhr ausgesetzt hätten.
USA fordern Handelsschiffe auf, Gebiet zu meiden
Nach dem Beginn massiver israelischer und US-Luftangriffe auf den Iran riefen die USA Handelsschiffe auf, die Golfregion zu meiden. In der Straße von Hormus, im Persischen Golf, im Golf von Oman und im Arabischen Meer komme es zu „bedeutender militärischer Aktivität“, erklärte die für die Schifffahrt zuständige Behörde beim US-Verkehrsministerium. Schiffe sollten das Gebiet deswegen „wenn möglich“ meiden.
Die Behörde rief Schiffe, die unter US-Flagge fahren, einer US-Reederei gehören oder US-Besatzung haben, dazu auf, sich mindestens 30 Seemeilen von US-Kriegsschiffen fernzuhalten. Damit solle vermieden werden, dass sie als Bedrohung wahrgenommen würden.
Deutsche Reeder betroffen
Vom Krieg gegen den Iran sind auch deutsche Reedereien mit zahlreichen Schiffen und Besatzungen betroffen. In vielen Unternehmen liefen Krisensitzungen, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) mit. Schiffe würden – wo immer möglich – aus Gefahrenzonen herausgeführt, umgeleitet oder warteten außerhalb der Risikogebiete auf neue Anweisungen.
„Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar“, sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder. „Für viele unserer Mitgliedsunternehmen ist dies eine akute operative Krise, keine abstrakte geopolitische Entwicklung.“
Rund um den Iran liegt die Meerenge Straße von Hormus. Für die globale Energieversorgung sowie den Container- und Tankerverkehr sei sie weltweit einer der kritischsten Engpässe. Nach aktuellen Lageeinschätzungen sei die Passage derzeit erheblich eingeschränkt bis gar nicht nutzbar.
