
AUDIO: Shopping in Apps: Viele junge Hamburger in finanzieller Not (1 Min)
Stand: 27.02.2026 05:00 Uhr
Das Einkaufen über Social-Media-Apps wie TikTok wird immer beliebter. Doch die schnellen Online-Käufe bringen immer mehr junge Menschen in finanzielle Schwierigkeiten. Tipps zum bewussten Umgang.
Soziale Netzwerke haben sich längst zu digitalen Marktplätzen entwickelt. Besonders junge Menschen kaufen Produkte mit wenigen Klicks direkt auf TikTok, Instagram, Facebook oder Pinterest. Doch der schnelle Einkauf birgt Risiken: Laut einer repräsentativen Umfrage der Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz sind in der Hansestadt etwa 22 Prozent der unter 29-Jährigen von finanziellen Problemen betroffen. Fast die Hälfte von ihnen nutzt Social Media für Einkäufe. „Es ist alarmierend, dass bereits jeder fünfte junge Mensch nach eigenen Angaben durch solche Impulskäufe in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist“, warnt Senatorin Anna Gallina.
Deshalb kann Shoppen bei TikTok und Co. zu Fehlkäufen führen
Das Besondere am sogenannten Social Commerce: Nutzerinnen und Nutzer bewegen sich in ihrer persönlichen Social-Media-Umgebung – das macht das Einkaufen besonders bequem. Mit ein paar Klicks ist das Produkt direkt in der App bestellt. Außerdem gibt es personalisierte Empfehlungen, die auf die individuellen Interessen zugeschnitten sind. Oft ist das Einkaufserlebnis auch unterhaltsam, etwa durch Livestream-Shopping. Produkte werden zudem häufig von Influencern oder Influencerinnen empfohlen, denen die Nutzer folgen und denen sie vertrauen. Die enge Verbindung von Unterhaltung, Werbung und Shopping kann aber schnell zu Fehlkäufen führen.
So kann man sich vor Impulskäufen schützen
Die Hamburger Behörde für Verbraucherschutz hat Tipps zusammengestellt, mit denen sich Fehlkäufe beim Social-Media-Shopping vermeiden lassen.
- Kaufentscheidung hinterfragen: Häufig verführen die unterhaltsamen Videos zu Spontankäufen. Anstatt sich von Gefühlen leiten zu lassen, sollte man innehalten und sich fragen, ob man das Produkt wirklich braucht.
- Vorsicht vor manipulativen Designs: Kurzzeitige Schnäppchen, Countdowns oder künstliche Verknappung: Beim Online-Shopping werden oft manipulative Designs eingesetzt, die Stress erzeugen und so zum Kauf verleiten sollen. Deshalb gilt: Nicht unter Druck setzen lassen und am besten eine Nacht darüber schlafen.
- Influencer werden für Werbung bezahlt: Auch wenn sie vertrauenswürdig erscheinen – Influencer werden meist dafür bezahlt, dass sie für ein Produkt werben. Daher sollte man auf Werbekennzeichnungen achten, bei Likes kritisch sein – Bewertungen können gefälscht sein – und sich auf unabhängigen Plattformen über das Produkt informieren. Auch Preissuchmaschinen im Internet können einen guten Überblick bieten.
- Auf den Anbieter achten: Vor einem Kauf unbedingt den Vertragspartner hinter dem Produkt prüfen – dahinter könnte ein unseriöser Anbieter oder ein Fakeshop stecken. Auf das Impressum und Angaben zum Widerrufsrecht achten.
- Sicher bezahlen: Besser kein „Buy now, pay later“ – Ware sofort zu erhalten und später zu zahlen, verleitet zu Impulskäufen, bei denen die Kosten aus dem Blick geraten. Grundsätzlich eine sichere Zahlungsmethode wählen, wie Kauf auf Rechnung, alternativ Kreditkarte oder Zahlungsdienstleister wie Paypal. Zahlung per Vorkasse vermeiden. Zahlungsinformationen am besten nicht mit den Social-Media-Apps verknüpfen.
Wer zu Spontankäufen neigt, kann sich eine Auszeit von Social Media nehmen. Sie kann auch helfen, Abstand zum permanenten Kaufangebot zu bekommen.




