Europa-League-Playoffs: Der VfB Stuttgart zieht trotz Niederlage ins Achtelfinale ein

Deniz Undav vom VfB Stuttgart gegen Celtic Glasgow

Stand: 26.02.2026 • 21:03 Uhr

Die Schwaben agieren gegen Celtic Glasgow überlegen, treffen aber nicht. Der Einzug ins Achtelfinale ist jedoch zu keiner Zeit gefährdet.

Der VfB Stuttgart hat das Playoff-Rückspiel in der Europa League gegen Celtic Glasgow mit 0:1 (0:1) verloren, steht dank des Polsters aus dem Hinspiel aber trotzdem in der Runde der letzten 16 Klubs. Celtics Luke McCowan erzielte schon der ersten Minute das Tor des Tages.

„Es war nicht unser bestes Spiel. Wir haben natürlich immer den Anspruch, gut zu spielen“, sagte Ermedin Demirovic nach dem Spiel im SWR-Interview. „Auf der anderen Seite sind wir eine Runde weiter, was wir uns vorgenommen haben und von daher sehr schön ist.“ Sportvorstand Fabian Wohlgemuth freute sich ebenfalls über den Achtelfinal-Einzug, fand aber kritische Worte für die Anfangsphase: „Der Zug war nicht sofort auf dem Gleis. Wir haben eine Viertelstunde gebraucht, um im Spiel zu sein.“

Der VfB ging nach dem klaren 4:1 im Hinspiel als großer Favorit in die Begegnung, auch wenn der zuletzt angeschlagene Mittelfeldregisseur Angelo Stiller (Knieprellung) zunächst nur auf der Ersatzbank Platz nahm. Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Der vom SC Freiburg an Celtic ausgeliehene Junior Adamu bediente McCowan, der VfB-Keeper Alexander Nübel mit seinem präzisen Abschluss ins lange Eck keine Chance ließ. Die Stuttgarter wirkten auch im weiteren Verlauf der Anfangsphase in der Abwehr nicht immer ganz sattelfest. Dafür fanden die Gastgeber in der Offensive besser rein. Jamie Leweling gehörten die ersten Szenen, doch zunächst fand er mit seinem Querpass keinen Abnehmer (11.), dann geriet sein Schuss zu zentral, um Torhüter Viljami Sinisalo vor ernsthafte Probleme zu stellen (12.).

Die Schwaben übernahmen nun mehr und mehr die Kontrolle. Badredine Bouanani prüfte Sinisalo mit einem Distanzschuss, Deniz Undav bediente Leweling, der im letzten Moment entscheidend am Abschluss gehindert wurde (20.). Celtic fehlten zwar zwei Tore, um die Verlängerung zu erreichen, trotzdem konzentrierten sich die Schotten auf die Defensive und zeigten sich nur sporadisch in der Stuttgarter Hälfte. Der VfB agierte oft zu ungenau, gleich mehrmals wurde der letzte oder vorletzte Pass nicht sauber genug gespielt, weshalb es mit dem knappen Rückstand in die Kabine ging.

Tiago Tomas verpasst den Ausgleich

In der zweiten Halbzeit hätte dann fast der VfB einen Blitzstart hingelegt. Der zur Pause eingewechselte Chris Führich trat über die linke Seite an und fand im Zentrum Bouanani, der im letzten Moment geblockt wurde (46.). Die Schwaben agierten nun zielstrebiger, doch auch Celtic setzt hin und wieder Nadelstiche. In der 55. Minute bediente Chema Tiago Tomas mit einem Chipball, doch der Angreifer verfehlte das Tor aus aussichtsreicher Position.

Auf der anderen Seite setzte sich Daizen Maeda gegen Maximilian Mittelstädt durch, sein zentraler Schuss war aber sichere Beute für Nübel (61.). VfB-Trainer Sebastian Hoeneß reagierte auf die überschaubare Darbietung seiner Mannschaft und brachte mit Stiller und Ermedin Demirovic zwei Leistungsträger ins Spiel.

Treffer von Führich und Undav aberkannt

Und die Wechsel zeigten sofort Wirkung. Bouanani zog aus 14 Metern wuchtig ab, doch Sinisalo parierte (65.). Eine Minute später kam Undav zum Abschluss, doch sein abgefälschter Versuch ging über das Tor. Dann brandete Jubel in der Stuttgarter Arena auf, weil Führich den vermeintlichen Ausgleich erzielte. Der Flügelspieler hatte jedoch zuvor im Abseits gestanden (68.). Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff ging es dann Undav genauso. Der unmittelbar zuvor am Seitenrand behandelte Demirovic wurde steil geschickt und bediente Undav, der aus 16 Metern wuchtig traf, aber nach Eingriff des Videoschiedsrichters ebenfalls wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen wurde.

Der Druck des VfB nahm nun immer weiter zu, Angriff auf Angriff rollte in Richtung Gästetor. So Fand etwa Führich in der 87. Minute seinen Meister in Keeper Sinisalo. Celtic, das eigentlich zwei Treffer zum Weiterkommen gebraucht hätte, fand fast gar nicht mehr den Weg aus der eigenen Hälfte. Am Ende standen 24 Torschüsse in der Statistik des VfB, nur drei auf Seiten von Celtic. Damit blieb es letztlich beim knappen Sieg der Schotten, der am Einzug des VfB ins Achtelfinale nichts mehr änderte. „Auch, wenn es kein Leckerbissen war, haben wir das am Ende souverän runtergespielt. Und das ist dann eben auch eine Qualität“, sagte Demirovic zusammenfassend.

VfB vor Duell mit portugiesischem Klub

Am Freitag um 13 Uhr werden die Achtelfinals der Europa League ausgelost. Fest steht bereits, dass der VfB auf einen portugiesischen Klub trifft – Sporting Braga oder den FC Porto. Die Duelle in der Runde der letzten 16 werden am 12. und 19. März ausgetragen, im Hinspiel haben die Schwaben Heimrecht. In der Bundesliga geht es für die Stuttgarter am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg weiter (15:30 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de).