BVB-Aus in der Champions League: alle Saisonziele verspielt?

Daniel Svensson und Fabio Silva nach dem Spiel gegen Atalanta Bergamo

Stand: 26.02.2026 • 12:31 Uhr

Das frühzeitige Ausscheiden aus der Champions League trifft Borussia Dortmund wirtschaftlich und sportlich. Das Spiel bei den Bayern birgt eine letzte Chance auf ein versöhnliches Saisonende.

Der BVB verspielte bei Atalanta Bergamo einen 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel, mit eklatanten Fehlern beförderte sich Dortmund fast selbst aus dem Wettbewerb. Gregor Kobels Fehlpass leitete in der Nachspielzeit den Angriff Bergamos ein, den Ramy Bensebaini mit einem Foul stoppte – das 4:1 per Strafstoß in der Nachspielzeit besiegelte ein verdientes Ausscheiden.

Gregor Kobel nach der Niederlage bei Atalanta Bergamo

Doch die Fehlleistung des BVB ging über die Nachspielzeit hinaus. „Man muss schon sagen, so wie wir ins Spiel reingekomen sind, haben wir es nicht angenommen“, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl: „Wir haben zu viele Fehler gemacht und bei den Toren fleißig mitgeholfen.“ Doch der Weg in das Ausscheiden begann weit vor dem Rückspiel in Bergamo.

In der Champions-League-Tabelle in drei Spielen elf Plätze verloren

Das Team fuhr lange gut mit Trainer Niko Kovacs Ausrichtung nach dem Prinzip „nicht schön, aber erfolgreich“. Auf diese Weise wurde der BVB in der Champions League zu Beginn der Saison seinen Ansprüchen gerecht und fand sich mit zehn Punkten aus den ersten fünf Spielen auf Platz sechs der Tabelle zwischen Klubs wie Arsenal, Bayern, Paris Saint-Germain und Manchester City wieder.

Niko Kovac während des Spiels bei Atalanta Bergamo

Dann schwächelte das Team: Zu Hause erreichte der BVB nur ein 2:2 gegen den FK Bodö/Glimt und verlor anschließend bei Tottenham Hotspur sowie gegen Inter Mailand. Die direkte Qualifikation für das Achtelfinale war genauso verspielt wie eine Position, die in der Zwischenrunde zumindest ein Heimrecht im Rückspiel bedeutet hätte – es reichte nur noch zu Platz 17.

2024 stand Dortmund noch im Finale und verlor dort gegen Real Madrid, in der vergangenen Saison schied der BVB erst im Viertelfinale gegen den FC Barcelona aus – nun ist bereits in der Zwischenrunde vor dem Achtelfinale Schluss.

Frederico Di Marco (links) gegen Filippo Mane (Mitte) und Yan Aurel Bisseck (rechts)

Niederlage gegen die Bayern wäre Vorentscheidung in der Meisterschaft

Weil der BVB auch im DFB-Pokal schon im Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen ausschied, bleibt in dieser Saison nur noch die Bundesliga. Dortmund empfängt am Samstag Bayern München. „Natürlich werden wir uns jetzt auf Bayern München vorbereiten, wir wissen auch um die Bedeutung in der Bundesliga. Daher werden wir versuchen, Bayern München zu schlagen“, sagte Kehl.

Doch es droht der nächste Rückschlag. Mit einem Sieg wäre der Rückstand auf fünf Punkte verkürzt, bei einer Niederlage aber wäre mit elf Punkten Abstand wohl eine Vorentscheidung in der Meisterschaft gefallen. Für den BVB wäre das zumindest die Gelegenheit, sich grundlegenden Fragen für die künftige Ausrichtung zu widmen. Doch dabei wird zumindest etwas weniger Geld zur Verfügung stehen, das Aus in der Champions League hat wirtschaftliche Folgen.

Kehl über Champions-League-Aus: „Die Einnahmen waren eingeplant“

„Natürlich bedeutet das nichts Gutes“, sagte Kehl: „Das Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen waren entsprechend eingeplant.“ Elf Millionen Euro fehlen durch das Verpassen des Achtelfinals.

Doch das Loch ist vor allem im Vergleich zur Vorsaison größer als elf Millionen. Denn dem Klub entgeht die Chance, sich weiteres Geld zu sichern, beispielsweise aus dem Viertelfinale (12,5 Millionen) oder dem Halbfinale (15 Millionen), hinzu wären Einnahmen aus den Heimspielen gekommen.

Rund 30 Millionen weniger als in der Vorsaison

2024/25 nahm der BVB laut UEFA 102 Millionen Euro in der Champions League ein. Damals schied Dortmund im Viertelfinale gegen den FC Barcelona aus.

Für die aktuelle Saison wird die Klubführung im Vergleich mit rund 30 Millionen Euro weniger auskommen müssen. Die Kombination aus TV-Geld, Punktprämien und Startgeld von der UEFA bringen Dortmund in der Saison 2025/26 etwa 70 Millionen Euro. Auch im DFB-Pokal ist ein Einnahmestrom durch das Aus im Achtelfinale versiegt.

Wichtigste Aufgabe: Erneute Qualifikation für die Champions League

Der größte Kostenfaktor, für den dieses Geld genutzt wird, sind die Spieler. Alleine im zweiten Halbjahr 2025 meldete der BVB 129,3 Millionen Euro Personalkosten. Kehl stellte klar, dass das Ausscheiden den Klub vor keine substanziellen Probleme stellen wird. „Wir werden das aufarbeiten und damit umgehen können“, sagte er. Das Ausscheiden wird Borussia Dortmund also finanziell nicht aus der Bahn werfen, der Klub gilt als einer der umsatzstärksten überhaupt. Im August 2025 meldete der BVB einen Rekordumsatz von 526 Millionen Euro. Den Spielraum einschränken wird das sportliche Abschneiden aber durchaus.

Blick ins Dortmunder Stadion vor einem Champions-League-Spiel

Der wichtigste wirtschaftliche Faktor bleibt nun die erneute Qualifikation für die Champions League über die Bundesliga, wofür es mindestens Platz vier braucht. Als Tabellenzweiter hat Dortmund schon jetzt elf Punkte Vorsprung auf Platz fünf. Langfristig hat dieses Geld eine große Bedeutung. In den zehn Saisons 2015/16 bis 2024/25 nahm Dortmund fast 700 Millionen Euro in den europäischen Wettbewerben ein.

UEFA-Einnahmen 2015 bis 2025
Klub Summe in Euro
Bayern München

939.413.000

Borussia Dortmund

668.394.654

RB Leipzig

409.393.656

Bayer Leverkusen

358.984.672

Eintracht Frankfurt

169.299.651

Bor. Mönchengladbach

111.536.600

VfL Wolfsburg

101.658.000

Schalke 04

92.688.363

TSG Hoffenheim

74.511.675

1. FC Union Berlin

57.414.000

SC Freiburg

44.508.000

VfB Stuttgart

42.981.000

1. FC Köln

16.111.675

1. FSV Mainz 05

10.689.112

1. FC Heidenheim

8.204.000

Hertha BSC

7.959.675