Frühstück mit Öko-TestDieses Porridge ist „ungenügend“
26.02.2026, 07:18 Uhr
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Frühstücksbrei aus Hafer wird die eine oder andere gesundheitsfördernde Eigenschaft nachgesagt. Gut, dass Porridge auch als Fertigmischung zu haben ist. Im Öko-Test können viele der Produkte mit Bestnote überzeugen. Eins sollte aber wohl nicht auf den Löffel.
In Großbritannien ist Porridge ein Nationalgericht. Hierzulande war das Gemisch aus mit Milch oder Wasser gekochtem Getreide lange unter dem Namen Haferbrei oder -schleim eher Magen- und Darmkranken vorbehalten. Nun, die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile sind auch die Deutschen dem Porridge verfallen.
Was nicht zuletzt an den Superfood-Qualitäten der Haferflocke liegt. Denn die kann den Blutzucker- und Cholesterinspiegel senken, die Darmflora schützen und damit krebsvorbeugend wirken. Noch dazu können die in dem Getreide zahlreich enthaltenen B-Vitamine das Immunsystem unterstützen. Außerdem ist Hafer ein guter Energielieferant – er hat 332 Kilokalorien pro 100 Gramm und macht lange satt.
Mittlerweile sind auch Fertigmischungen im Handel weitverbreitet. Öko-Test hat 19 davon mit den Geschmacksnoten Beeren oder Früchte eingekauft, 14 davon tragen ein Bio-Siegel. Die Mischung aus Haferflocken oder -kleie, getrockneten Früchten und anderen Zusätzen wurde bei Discountern, in Super-, Bio- und Drogeriemärkten, Bio-Läden sowie in Onlineshops gekauft. 500 Gramm Porridge kosteten zwischen 2,65 und 8,69 Euro. Der Zuckergehalt in den Frühstücksbrei-Mischungen variiert bei den getesteten Produkten zwischen 3 und 22 Gramm pro 100 Gramm.
Bis zu zehn Pestizide
Von den Testern beauftragte Labore untersuchten alle Porridges unter anderem auf Mineralölbestandteile, Schimmelpilzgifte wie Ochratoxin A, DON, T-2 -/ HT-2- und Aflatoxine sowie Pestizide inklusive Wachstumsregulatoren, Glufosinat, Glyphosat und dessen Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA). Zudem wurde die Ware auf die Schwermetalle Blei und Cadmium analysiert und, falls Reis(-mehl) deklariert war, auch auf Arsen; diese Ergebnisse waren ebenso unauffällig wie die Analyse auf chlorierte Verbindungen in der Verpackung.
Ergebnis? Drei der konventionellen Porridges sind regelrechte Pestizidcocktails. Im „Seitenbacher Frucht Porridge“ wurden insgesamt zehn Pestizide nachgewiesen. Das wurde mit „ungenügend“ bestraft und damit der Testverlierer benannt. Öko-Test sieht ein solches Zusammentreffen mehrerer Pestizide in einem Lebensmittel sehr kritisch, denn mögliche Wechselwirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht. Hinzu kommt, dass unter den gefundenen Pestizidwirkstoffen auch einige waren, die von den Testern als „besonders bedenklich“ eingeordnet werden.
Insgesamt wurden aber auch elf Produkte mit der Bestnote „sehr gut“ ausgezeichnet. Unter anderem das vergleichsweise günstige „Bio Primo Porridge Früchte, Bioland“ von Müller Drogeriemarkt (2,95 Euro pro 500 Gramm), das „Hammermühle Hafer Früchte Porridge, glutenfrei“ (3,74 Euro) und das „Rewe Bio Porridge Beere, Naturland“ von Rewe für 2,99 Euro.
