Eine dubiose Wahl
Als Mitte 2015 der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter unter dem Druck der US-Justiz seinen Rückzug ankündigen muss, ist Gianni Infantino ein Funktionär in der zweiten Reihe: Generalsekretär bei Europas Fußball-Union (Uefa). Als designierter Blatter-Nachfolger gilt sein Chef, Uefa-Präsident Michel Platini. Doch dessen Ambitionen werden jäh gestoppt: Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) eröffnet ein Verfahren gegen den Franzosen sowie gegen Blatter – wegen einer Zwei-Millionen-Franken-Zahlung der Fifa an Platini aus dem Jahr 2011. Platini wird suspendiert, sein General Infantino springt als angeblicher Platzhalter Platinis im Wahlkampf ein und setzt sich im Februar 2016 mit US-Hilfe gegen Scheich Salman aus Bahrain durch. Später fliegt auf, dass sich die Aktivitäten der BA in der Platini/Blatter-Causa im Sommer 2015 just nach dem Besuch eines Schulfreundes von Infantino intensivierten (jeder Beteiligte bestritt ein Fehlverhalten). Neun Jahre später werden Platini und Blatter in dem Verfahren um diese Zwei-Millionen-Zahlung endgültig freigesprochen. Aber da ist Infantino längst sicher im Amt.
