Gerangel im Sachverständigenrat: Verlängerung von Wirtschaftsweiser Malmendier nicht sicher

Gerangel im SachverständigenratVerlängerung von Wirtschaftsweiser Malmendier nicht sicher

22.02.2026, 12:29 Uhr

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Ulrike Malmendier gehört seit 2022 zu den „Wirtschaftsweisen“. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Stellt die Bundesregierung ihr wichtigstes Ökonomen-Gremium neu auf? Die Amtszeit einer „Wirtschaftsweisen“ läuft aus – und wird womöglich nicht verlängert.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Malmendier könnte einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge als sogenannte Wirtschaftsweise ausscheiden. Malmendiers Amtszeit im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung läuft am 28. Februar aus. Die Bundesregierung könnte sie um mehrere Jahre verlängern – doch nach „Handelsblatt“-Informationen gibt es innerhalb der Regierung Widerstand, vor allem aus Reihen der CDU.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man habe großes Interesse an einer raschen Klärung der Personalfrage. „Wiederberufungen sind grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend“, hieß es. Dem Ministerium sei wichtig, den Sachverständigenrat mit Blick auf zentrale gesamtwirtschaftliche Herausforderungen aufzustellen. „Hierzu ist vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen zurzeit insbesondere makroökonomische, handelspolitische und finanzpolitische Expertise gefragt.“

Malmendier sitzt seit 2022 im fünfköpfigen Sachverständigenrat, der die Regierung in Wirtschaftsfragen berät. Ihre Expertise liegt im Bereich der Kapitalmärkte, der Unternehmensfinanzierung und der Verhaltensökonomie, sie forscht an der US-Universität Berkeley. Sie hatte zusammen mit anderen Mitgliedern des Rates unter anderem die Einführung eines Energie-Solis und eine Verschärfung der Erbschaftssteuer vorgeschlagen.

Immer wieder Differenzen

Zuletzt wurde der Einsatz von Monika Schnitzer als Wirtschaftsweise im Februar 2025 verlängert, für weitere drei Jahre ist sie damit Vorsitzende des Sachverständigenrats. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte jedoch als neues Gremium einen ökonomischen Beraterkreis gegründet. Diesem Kreis gehört auch die Wirtschaftsweise Monika Grimm an, die eine harte und teils staatskritische Ordnungspolitik befürwortet. Andere Wirtschaftsweise werfen der Nürnberger Ökonomin Interessenkonflikte vor, weil sie im Aufsichtsrat von Siemens Energy sitzt.

Blockaden bei der Verlängerung von Ratsmitgliedern hat es der Zeitung zufolge in der Vergangenheit immer wieder gegeben. 2021 war der damalige Ratsvorsitzende Lars Feld nach einer Blockade durch die SPD aus dem Gremium ausgeschieden. Seine Position blieb über längere Zeit unbesetzt.

Quelle: ntv.de, sba/dpa