Der geplante Bau einer Getränkedosen-Fabrik für Red Bull in Baruth/Mark ist aufgrund einer Gerichtsentscheidung vorerst ausgebremst. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) erklärte einen Bebauungsplan der Stadt zur Erweiterung eines Industriegeländes für vorübergehend „nicht vollziehbar“.
Auf dem Areal wollen die Getränkehersteller Rauch und Red Bull ihren Standort rund 50 Kilometer südlich von Berlin vergrößern und für eine neue Fabrik ein rund 17 Hektar großes Waldgebiet roden.
Geklagt hatte das Umwelt-Netzwerk Grüne Liga. Da ein vorzeitiger Baubeginn beantragt worden sei und die Rodung eines Teils des Waldes bevorstehe, hatten die Umweltschützer laut OVG eine Eilentscheidung (Az.: OVG 2 S 7/26) beantragt und damit Erfolg gehabt. Dass der Bebauungsplan für das Industriegebiet unwirksam ist, liegt dem Gericht zufolge nicht an Umweltbedenken, sondern an vor Ort geltenden Lärmbeschränkungen.
Sollte das OVG den Bebauungsplan im Hauptsacheverfahren für unwirksam erklären, „hat die Stadt im Falle einer Neuaufstellung eine Menge Arbeit vor sich“, sagte Rechtsanwalt Tim Stähle, der die Grüne Liga Brandenburg vertritt.
Die Expansionspläne der Getränkehersteller hatten einen Streit mit Umweltschützern ausgelöst, die in der Region eine zunehmende Wasserknappheit befürchten. Die Landesregierung in Brandenburg unterstützt die Erweiterungspläne, auch, weil in Baruth damit 300 neue Arbeitsplätze entstehen. Beide Firmen sprechen von einer Investition in dreistelliger Millionenhöhe und versichern, es werde auch künftig nicht mehr Wasser verbraucht als zuvor bei der Brandenburger Urstromquelle. Red Bull und Rauch hatten den auf der Kippe stehenden Getränkeabfüller im Jahr 2023 gekauft.
