
Depressionen, Angstzustände und hohes Suchtpotenzial. Eine verzerrte Selbstwahrnehmung durch Schönheitsideale und unklarer Datenschutz. Der Konsum von Social Media ist mit hohen Risiken verbunden. Australien hat Ende 2025 als erstes Land weltweit ein Mindestalter für Instagram, TikTok, Snapchat und andere Plattformen eingeführt. Unter 16-Jährige dürfen nicht mehr auf zahlreiche Plattformen zugreifen.
Die Diskussion wird auch in Deutschland immer konkreter. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert in einem Impulspapier ein abgestuftes Verbot von Social-Media-Plattformen – nachdem sie im Sommer noch gegen ein Verbot war. Unter 14-Jährige sollen Plattformen grundsätzlich nicht mehr nutzen dürfen. Für 14- bis 16-Jährige ist eine spezielle Jugendversion vorgesehen. Diese soll ohne personalisierte Feeds, ohne Empfehlungssysteme und ohne endloses Scrollen auskommen. Ziel ist es, Suchtmechanismen zu begrenzen und Kinder besser zu schützen. Die Altersprüfung soll verpflichtend von den Plattformen übernommen werden. Ohne Zustimmung der Eltern soll es für unter 16-Jährige keinen Zugang geben. Dafür soll das digitale Identifikationsverfahren der Europäischen Union genutzt werden.
Die CDU will die Altersgrenze noch höher ansetzen. Sie berät auf ihrem Parteitag von Freitag an über ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Auch Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich inzwischen für ein Verbot ausgesprochen.
Mehrere europäische Länder denken ebenfalls über strengere Vorgaben nach. Dazu gehören Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Sie orientieren sich am Vorbild von Australien. Auch die Europäische Kommission prüft ein mögliches EU-weites Vorgehen und will bis zum Sommer entscheiden.
Doch einige Fragen bleiben offen: Ist die Altersverifikation datenschutzkonform möglich? Wie werden Plattformen zur Verantwortung gezogen? Und welche Bedenken gibt es bei einem Social-Media-Verbot, zum Beispiel bei den Grundrechten von Kindern und Jugendlichen? Darüber spricht Rita Lauter mit dem Leiter des Digitalressorts der ZEIT, Jakob von Lindern, in der 128. Folge von Was jetzt? – Die Woche.
Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube.
Redaktion und Moderation: Rita Lauter
Postproduktion: Simon Schmalhorst, Matthias Giordano
Redaktion und Produktion: Ina Rotter, Lucie Liu, Matthias Giordano, Fish&Clips
Mitarbeit: Svenja Lorenz, Sophie Matysek
Studentische Unterstützung: Luisa Holzkamp
Ressortleitung Video: Max Boenke
Technisches Konzept: Sven Wolters
Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann, Ulf Stättmayer, Nicolás Grone
Musik: Konrad Peschmann, soundskin
