Dem antiken Philosophen Pythagoras galt der Kreis als ideales Objekt – ohne Anfang und Ende, ein Symbol für die Perfektion des ewigen, kosmischen Seins. Ein wenig von dieser hehren Metaphorik trägt auch der einer deutlich profaneren Thematik zugeordnete Begriff der Kreislaufwirtschaft in sich. Darunter versteht man ökonomische Modelle, die unter anderem darauf abzielen, Materialien und daraus hergestellte Produkte möglichst lange im Umlauf zu halten, ehe sie den Kreislauf endgültig als Abfall verlassen. Doch das ist lediglich ein Aspekt des ambitionierten Ansatzes. „Die meisten Leute glauben, dass es bei Kreislaufwirtschaft nur um Recycling geht“, kritisiert Karin Huber-Heim von der Fachhochschule des BFI Wien. „Dabei ist das Recycling nur eine der zehn, sogenannten R-Strategien der Kreislaufwirtschaft.“
