Aromatisch, mit Tiefe und fast schon süchtig machend: Diese schnellen chinesischen Kidneybohnen auf Reis sind aus unserer Heavy Rotation nicht mehr wegzudenken.
Wie du weißt, schauen wir sehr gerne weiiit über den heimischen Tellerrand hinaus. Und ganz häufig schielen wir dabei nach Asien. Reis landet bei mir nach meinen heißgeliebten Kartoffeln auf einem stabilen Platz zwei meiner absoluten Beilagenfavoriten. Noch weit vor der von allen so vergötterten Pasta.
Also gibts bei uns dementsprechend viele Reisgerichte – ganz häufig mit unserer Lieblingssorte, dem Jasminreis. Duftig, aromatisch und einfach pur oder mit Sojsauce für mich schon ein kleines Highlight. Reis ist in vielen Teilen Chinas absoluter Mittelpunkt auf dem Esstisch. Und so haben gerade die ostasiatischen Länder augenzwinkernde Spitznamen für Gerichte, die einfach perfekt auf Reis passen. In Korea nennt man diese Gerichte bap doduk oder „Reisdiebe“, in China xiàfàn cài, was im Prinzip einfach nur „schmeckt gut mit Reis“ bedeutet. Frei übersetzt nennt man diese Gerichte auch „Reis-Hammer“ – weil sie so gut sind, dass man damit Reis in Rauen Mengen wegputzt. Klingt etwas rabiat, aber doch irgendwie nachvollziehbar, wenn etwas richtig lecker ist, oder? 😅

Wir sind vor einiger Zeit bei Steph und Chris von Chinese Cooking Demystified über einen solchen Reis-Hammer gestolpert: schnelle chinesische Kidneybohnen mit eingelegtem Senfkohl! Aus der chinesischen Küche kannten wir bisher eigentlich immer nur Azukibohnen, die oft zu süßen Bohnenpasten als Füllungen oder natürlich auch zu fermentierten Würzpasten verarbeitet werden. Kidneybohnen sind da natürlich ein willkommener Shortcut. Die stehen bei uns – getrocknet oder in der Konserve – ohnehin immer griffbereit im Vorratsschrank.
Den sauer eingelegten Senfkohl, den es sowohl in China als auch in Thailand, in den verschiedensten Varianten gibt, kaufen wir schon seit Jahren gerne im Asialaden ein. Jörg hat bereits in unserem Beitrag zu den veganen Dan Dan Nudeln versucht, Licht ins Dunkel der Ya Cai, Zha Cai oder Suan Cai, wie die Pickles auch heißen, zu bringen.


Der Kohl schmeckt angenehm sauer-salzig, leicht würzig und behält selbst beim Kochen eine tolle, knackige Textur. Und wie das bei fermentierten Produkten oft der Fall ist: Sie liefern ordentlich Umami und sorgen für Tiefe im Gericht, ohne dass man groß nachhelfen müsste.


Falls du keinen Senfkohl zu Hause hast oder auf die Schnelle bekommst, kannst du im Notfall mit einer Portion Kimchi oder gutem Sauerkraut improvisieren. Natürlich schmeckt das anders – Kimchi bringt Chili und Knoblauch mit, Sauerkraut ist milder und weniger komplex –, aber beide liefern eine ähnliche säuerlich-würzige Intensität, die das Gericht interessant machen.

Das Schöne an den chinesischen Kidneybohnen ist die wirklich schnelle und unkomplizierte Zubereitung. Und dass aus wirklich wenigen Zutaten ein so erstaunlich komplex schmeckendes Gericht entsteht. Genau unser Ding! Wir packen gerne noch etwas blanchierten Pak Choi und bei noch größerem Hunger, ein paar Tofuwürfel, dazu. Wir haben es schon so oft gekocht und feiern es jedes Mal wieder ziemlich ab. Bitte probieren, wir sind gespannt, was du sagst!
Apropos feiern – seit gestern wird das Chinesische Neujahr oder auch Mondneujahr gefeiert. Das Ganze läuft gute zwei Wochen und wir lassen natürlich wieder keine Gelegenheit aus ordentlich mitzuschlemmen. In unserer großen asiatischen Rezeptesammlung findest du noch viele weitere Anregungen, um den Tisch, wie es sich gehört, mit Dumplings, Stir Frys und Hot Pots vollzupacken! 🐉
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Senfkohl für ein paar Minuten in Wasser einlegen, Kidneybohnen abgießen.
100 g eingelegter Senfkohl, 240 g Kidneybohnen
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Etwa ¼ der Bohnen mit der Gabel grob stampfen. Senfkohl abgießen, gut ausdrücken und fein hacken. Knoblauch und Ingwer ebenfalls fein hacken, Frühlingszwiebel in dünne Ringe schneiden und etwas vom Grün für die Deko beiseitelegen.
3 Zehen Knoblauch, 15 g Ingwer, 2 Frühlingszwiebeln
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Öl in eine heiße Pfanne oder einen Wok geben und Knoblauch, Ingwer, den weißen Teil der Frühlingszwiebeln sowie die Chiliflocken bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 30 Sekunden unter Rühren anschwitzen.
2 EL Rapsöl, ½ TL Chiliflocken
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Senfkohl dazu geben und weitere 2 Minuten unter Rühren braten.
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Die Bohnen dazu geben – die gestampften und die ganzen – und unterrühren. Mit Wasser aufgießen, mit Sojasauce würzen und bei hoher Hitze etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce etwas eindickt.
150 ml Wasser, 1 EL Sojasauce
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Mit Essig, MSG (falls verwendet) und bei Bedarf mit mehr Sojasauce abschmecken und auf Jasminreis servieren, mit dem Frühlingszwiebelgrün toppen.
¼ TL MSG, ½ EL chinesischer schwarzer Essig
- Den eingelegten Senfkohl gibt es im Asialaden oder online. Alternativ kannst du aber auch Kimchi oder ganz einfach Sauerkraut verwenden. Das Sauerkraut kommt dem Senfkohl geschmacklich sogar am nächsten.
- Die Zutaten sind auf eine herkömmliche Dose Kidneybohnen ausgelegt. Für etwas mehr Protein kannst du die Bohnenmenge problemlos auf 360 g erhöhen – die Sauce wird dadurch sogar noch etwas sämiger.

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