Er ist noch nicht einmal ein Jahr auf dem Markt und bekommt schon ein großes Update. Weil dem mittlerweile größten Elektroautohersteller der Welt ebenjene Revolution auf der Straße wohl noch nicht schnell genug geht, zündet BYD im Falle des Atto 2 jetzt den Nachbrenner und baut zum Elektroantrieb noch einen Benziner mit 1,5 Liter Hubraum ein.
So wird der kompakte Geländewagen für die große Stadt und das kleine Abenteuer zwischendurch zum Plug-in-Hybrid und bekommt einen erweiterten Aktionsradius. Zwar reicht der Pufferakku selbst im besten Fall für nur noch 90 Kilometer. Aber weil es zum Strom noch 45 Liter Sprit als Energiequelle hinzukommen, kommt der dennoch aufs E-Fahren fokussierte Atto 2 am Ende dreimal so weit wie bisher und schafft mit zurückhaltender Fahrweise bis zu 1000 Kilometer ohne Stopp.
Der kleine Akku lädt nur mit 3,3 kW
Angeboten wird der DM-i genannte Doppelherz-Antrieb in zwei Konfigurationen, mit einem 7,8 kWh großen Akku für 40 elektrische Kilometer samt einer Systemleistung von 166 PS oder einem 18 kWh großen Speicher für 90 Kilometer. Jener verfügt dann immerhin über 212 PS.

Auf der Straße sind beide mit 180 km/h gleich schnell, aber an der Steckdose gibt es Unterschiede. Der kleine Akku lädt nur mit 3,3, der große mit 6,6 kW. Jener kann seine Energie zudem auch ans E-Bike oder etwa an den Laptop abgeben. Vehicle to load nennen das die Autohersteller.
Mit dem China-Faktor
Zwar beweist BYD mit der Plug-in-Lösung einen erfreulichen Pragmatismus beim eher schleichenden Übergang ins E-Zeitalter. Und mit dem China-Faktor in der Kalkulation kostet der Atto 2 trotz eines Aufschlags von mindestens 6000 Euro damit am Ende trotzdem nicht viel mehr als die meist nur milden Hybride der westlichen Konkurrenz.

Doch stellen die Chinesen ihre elektrischen Ambitionen deshalb nicht ganz zurück, sie haben den Atto 2 auch für die Generation E noch einmal aufgerüstet. Ab 41.990 Euro gibt es statt 45 dann 64,8 kWh Batteriekapazität, die Normreichweite steigt von 312 auf 430 Kilometer, und die Elektroleistung steigt von 177 auf 204 PS.
Schade nur, dass es hier wie dort nie schneller als mit 160 km/h vonstattengeht. Dafür spart das Topmodell an anderer Stelle Zeit. BYD hat nämlich die Ladeleistung endlich von 65 auf tauglichere 150 kW erhöht.
