Von einem anderen Stern | Dein Lese-Letter zur Wochenmitte von Medieninsider

Schön, dass du dabei bist! Was dich in dieser Woche unter anderem im Lese-Letter erwartet:

► Glück im Unglück: Der Stern soll von der RTL-Sparrunde verschont bleiben – und sogar weiter investieren (Editorial)

Spiegel sieht rot: Um die Gewinne zu sichern, startet die Gruppe ein Sparprogramm (direkt zum Artikel)

► Gniffkes Kniff: Volker Nünning berichtet über die Verkleinerung der Direktionen und streitbare Personalentscheidungen beim SWR (direkt zum Artikel)

► BDZV in der Bredouille: Ein weiterer Verlag erklärt den Rückzug aus dem Lobbyverband (direkt zum Artikel)

Von einem anderen Stern

Es geht mal wieder ein Ruck durch die Branche – nur kein guter. Wohin man schaut, starten Medienhäuser neue Sparrunden oder befinden sich noch mittendrin. Wie wir exklusiv berichten, greift nun sogar die Spiegel-Gruppe zum Rotstift. In den kommenden zwei Jahren soll das Budget in Millionenhöhe gekürzt werden (Details findest du hier). Es geht darum, das Ergebnis abzusichern, wie die Geschäftsführung in der vergangenen Woche intern erklärte.

Stimmen muss das Ergebnis auch bei RTL, das über Hauptgesellschafter Bertelsmann mit dem Spiegel verwandt ist. Rund 600 Stellen fallen konzernweit weg. Ein harter Schlag auch für den Journalismus, denn 230 Stellen entfallen allein auf RTL News. Umso erstaunlicher, dass sich in den schlechten Nachrichten auch gute finden lassen – zumindest für den Stern.

Nach dem großen Kahlschlag bei Gruner + Jahr, der Integration des Stern in RTL News sowie der vergleichsweise kleinen Erosion im vergangenen Jahr durch Umsatzeinbußen im Affiliate-Geschäft, soll der Stern von einer Sparrunde verschont bleiben. Zwar sollte man den Versprechungen des scheidenden Bertelsmann-CEOs Thomas Rabe nicht blind vertrauen. Beim Townhall vor rund drei Wochen aber gab er sogar persönlich eine Bestandsgarantie ab. Ohne Investitionen könne man nicht wachsen, soll der Tenor seines Auftritts vor der Belegschaft gewesen sein. Dafür soll die Investitionsphase, für die man zuletzt 30 Millionen Euro locker gemacht hatte, verlängert werden. Nach Medieninsider-Infos soll dafür in den nächsten Jahren ein weiterer zweistelliger Millionenbetrag fließen.

Was beim Townhall zwar nicht angesprochen wurde, die Beteiligen dafür aber auf Nachfrage von Medieninsider unterstreichen: eine Absage an Verkaufsgerüchte.

In den Wochen zuvor hatte sowohl in der Belegschaft als auch in Branchenkreisen die Runde gemacht, dass sich RTL endgültig auch von der Magazinmarke trennen könnte. Als potenziellen Käufer hatte man die Funke Mediengruppe ausgemacht, die in den vergangenen Monaten gleich mehrfach Assets von RTL abgekauft hatte. Der Stellenabbau bei RTL sowie die Ankündigung Funkes, seine Kreditlinie auszuweiten, hatten die Spekulationen angeheizt. Eine RTL-Sprecherin aber erklärt: „Es gibt und gab keine Verkaufsabsicht, Stern+ ist Kerngeschäft.“ Und auch aus der Konzernzentrale in Gütersloh heißt es: „Bertelsmann unterstützt die Strategie der RTL Group.“

► Die Neue Pressegesellschaft (u. a. Südwest Presse, Märkische Oderzeitung, Stuttgarter Nachrichten, Schwarzwälder Bote) will die Printproduktion automatisieren und damit etwa jede zweite der rund 150 Stellen für Editoren, Mediengestalter und Producer abbauen, berichtet KNA (mehr erfahren)

Welt berichtet, dass der Burda-Verlag und Mitglieder der Verlegerfamilie wiederholt in Netzwerke rund um Jeffrey Epstein eingebunden waren – auch Jacob Burda hatte Kontakt im Zusammenhang mit dessen VC „Hedosophia“ (mehr erfahren)

► Palantir klagt gegen das Schweizer Magazin Republik und verlangt eine Gegendarstellung. Das hatte berichtet, wie das Schweizer Militär eine Zusammenarbeit ablehnte, weil es unter anderem zum Schluss kam, dass ein Abfluss von Daten technisch nicht verhindert werden könne (mehr erfahren)

► Axel Springer verkauft die Axel Springer hy GmbH vollständig an das bisherige Management, das die Beratung unter dem neuen Namen hy Consulting künftig als eigenständig weiterführt (mehr erfahren)

► Warner Bros. Discovery nimmt die Gespräche mit Paramount Skydance über ein Fusionsangebot wieder auf und nutzt dafür eine Ausnahmegenehmigung aus seinem bestehenden Fusionsvertrag mit Netflix, berichtet Sara Fischer bei Axios (mehr erfahren)

Matthias Meisner beschreibt bei Journalist, wie Holger Friedrich für die geplante Ostdeutsche Allgemeine Zeitung Personal mit teils rechtsaffinen, verschwörungsoffenen und russlandfreundlichen Positionen einbindet (mehr erfahren)

► Das ZDF entschuldigt sich nach Kritik für einen Beitrag im heute journal, in dem ein nicht gekennzeichnetes KI-Video über Trumps ICE-Truppen gezeigt wurde – Übermedien zeichnet den Fall nach (mehr erfahren)

► US-Radiomoderator David Greene wirft Google vor, seine Stimme ohne Zustimmung für die Podcast-Funktion von NotebookLM verwendet zu haben (mehr erfahren)

Werben im Lese-Letter – neue Mediadaten

Wer Media Professionals erreichen möchte, findet bei den Newslettern von Medieninsider eine hochexklusive Zielgruppe ohne Streuverlust und zwar mit nativen Formaten direkt per E-Mail oder WhatsApp.

Wir testen ein neues Newsletter-Konzept

Ab der kommenden Woche erscheint unser Newsletter als Nachrichtenüberblick. Immer dienstags und freitags erhältst du eine Übersicht über unsere jüngsten Artikel sowie News & Entdeckungen aus der Branche. So stellen wir sicher, dass du nichts verpasst! Unser Lese-Letter am Mittwoch wird dafür entfallen.

Die Testphase wird zunächst vier Wochen dauern. In dieser Zeit wollen wir Feedback sammeln und Daten auswerten, wie unser Konzept bei dir und anderen Lesern ankommt. Selbstverständlich melden wir uns weiterhin mit Sonder-Newslettern, sofern wir denken, dass du sofort von einem unserer Artikel erfahren solltest.

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