Elektroauto gebraucht kaufen: Worauf sollte man achten?

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Gebrauchte E-Autos: Worauf sollte man beim Kauf achten? (4 Min)

Stand: 13.02.2026 11:17 Uhr

Wer ein gebrauchtes Elektroauto kaufen will, sollte vor allem den Akku unter die Lupe nehmen. Wie ermittelt man den Zustand der Batterie? Was sollte man beim Kauf noch beachten?

Technische Fortschritte, günstigere Modelle und mehr Anbieter: Der Markt für neue E-Autos ist in Bewegung. Mittlerweile sind mehr als 1,6 Millionen Elektroautos in Deutschland zugelassen. Auch immer mehr gebrauchte E-Autos stehen laut ADAC zum Verkauf, darunter auch viele junge gebrauchte Leasing-Wagen in gutem Zustand. Wechselten 2022 nur etwa 60.000 gebrauchte E-Autos ihren Besitzer, waren es 2024 bereits 180.000. Weil das Angebot wächst, kosten Gebrauchtwagen immer weniger. Zusätzlich sorgen sinkende Neuwagenpreise und der aktuelle Wertverlust von Elektroautos für günstigere Preise.

Ältere E-Autos haben geringere Reichweiten

Ältere E-Autos sind zwar vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Doch die Batterien verfügen im Vergleich zu modernen Akkus über geringere Reichweiten. Gibt der Akku den Geist auf, übersteigen die Kosten für den Tausch meist den Restwert des gesamten Autos. Wurde die Batterie von dem Vorbesitzer allerdings schonend behandelt, können sich solch ältere Modelle für Fahrer von Kurzstrecken eignen.

Batterie-Zustand: SoH und Nennkapazität beachten

Da eine neue Batterie bis zu 20.000 Euro kosten kann, lohnt der Austausch oft nicht. Entsprechend ist der Zustand der Batterie sehr wichtig für die Reichweite und den aktuellen Wert eines E-Wagens. Der „State of Health“ (SoH), der Gesundheitszustand, gibt in Prozent an, wie viel nutzbare Kapazität der Akku im Vergleich zum Neuzustand (100 Prozent) noch besitzt. Gebrauchte E-Autos sollten einen Wert von mindestens 80 Prozent haben.

Ein weiterer wichtiger Wert ist die „Nennkapazität“. Sie beschreibt, wie viel Strom der Akku eines Neuwagens fassen kann. Sie sinkt mit der Zeit und je nach individuellem Nutzungsverhalten vorheriger Besitzer. Verbraucher sollten vor dem Kauf die aktuelle Nennkapazität des Gebrauchtwagens ermitteln und diese mit der ursprünglichen Nennkapazität des Neuwagens abgleichen, um die Verfassung des Akkus einzuschätzen.

Mithilfe von Test-Kits können Kaufinteressenten wahlweise eigenständig oder mit einem professionellen Batterietest durch Techniker des ADAC oder der Prüforganisation DEKRA feststellen, in welcher Verfassung der Akku eines E-Autos ist.

Gute Pflege schont den Akku

Das Alter eines Fahrzeugs sagt nur bedingt etwas über die aktuelle Kapazität der Batterie aus. Ein Batteriecheck der DEKRA für die Redaktion Markt ergab, dass der Zustand von Akkus bei etwa fünf Jahre alten E-Autos sehr gut war. Entscheidend ist vielmehr, wie der oder die Vorbesitzer die Batterie behandelt haben. Denn das individuelle Nutz- und Fahrverhalten hat großen Einfluss auf die Lebensdauer eines Akkus. So wirkt sich etwa ein zurückhaltender Fahrstil positiv auf die Batteriegesundheit aus.

E-Auto-Akku: So lässt sich die Lebensdauer verlängern

Verbraucher können die Lebensdauer des Akkus positiv beeinflussen, indem sie vor allem richtig laden und Belastungen vermeiden. Die wichtigsten Tipps:

  • Optimal aufladen: Akku nicht leer fahren und idealerweise nicht vollständig aufladen (optimaler Ladestand liegt zwischen 20 und 80 Prozent)
  • Wenig schnelles Laden: Batterie möglichst mit niedrigerer Stromstärke laden, am besten überwiegend Wechselstrom (AC), häufiges Schnelladen (DC) setzt den Akkuzellen zu
  • Nicht nachts laden: E-Auto nicht unkontrolliert nachts laden (vollständiges Laden und dauerhafte Anbindung ans Stromnetz vermeiden)
  • Ladestand bei längerem Stehen beachten: Auto nicht mit fast leerem oder vollem Akku über mehrere Tage stehen lassen, der Akkustand sollte zwischen 30 und 70 Prozent liegen
  • Hitze und Kälte meiden: Auto im Sommer im Schatten parken, im Winter in einer Garage, extreme Temperaturen schaden dem Akku
  • Vorkonditionierung nutzen: Möglichst diese Funktion nutzen, um den Akku auf eine optimale Temperatur zu bringen, vor allem beim Schnellladen
  • Vorausschauend fahren: beim Fahren starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen vermeiden
  • Nicht zu schnell fahren: nicht über längere Zeit mit sehr hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn fahren

Ladestationen für E-Autos: Ungleichmäßige Versorgung

Elektroauto an der Ladestation.

Das Laden an öffentlichen Säulen ist in der Regel teurer als am heimischen Stromnetz.

Elektroautos können je nach Modell, Batteriegröße und Fahrweise bis zu 500 Kilometer und mehr mit einer Akkuladung zurücklegen. Damit lassen sich E-Autos auch für längere Strecken nutzen, wenn der Akku intakt ist. Mittlerweile können sie an sehr vielen Orten aufgeladen werden und das Netz an öffentlichen Ladestationen wächst weiterhin. Doch auf dem Land und auf Urlaubsrouten ist die Versorgung oft schlechter. Längere Fahrten sollte man deshalb planen, um Schnellladepunkte auf der Strecke zu finden.

Wer das Auto an öffentlichen Stationen laden muss, sollte sich mit Hilfe von Lade-Apps über die regionalen Möglichkeiten informieren. Außerdem kann man vor dem Kauf eines E-Autos darauf achten, dass es eine Schnellladefähigkeit hat. Schnellladesäulen sind jedoch meist teurer als öffentliche Ladepunkte mit niedriger Ladeleistung, dafür laden sie den Akku in einem Bruchteil der Zeit auf.

Checkliste für den Kauf gebrauchter E-Autos: Reichweite, Akku, Ladeplatz

Um für das eigene, individuelle Fahr- und Nutzungsverhalten ein geeignetes Elektroauto zu finden, sollten sich Verbraucher vor dem Kauf über folgende Punkte klar werden:

  • Welche Strecke muss das Auto im Alltag zurücklegen?
  • Wie hoch sollte die Ladeleistung der Batterie sein?
  • Wo kann das Auto geladen werden? (unterschiedliche Kosten für das Laden zu Hause, beim Arbeitgeber oder an öffentlichen Ladestationen)
  • Soll der Akku schnellladefähig sein?
  • Wie lange hat der Akku noch Garantie?
  • Gibt es Batterieschäden oder -reparaturen?

E-Auto-Förderung: Kaufprämie bei Neuzulassung

Für den Kauf eines Elektroautos gibt der Staat rückwirkend ab Januar 2026 unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 6.000 Euro dazu. Für gebrauchte E-Autos ist allerdings kein Zuschuss vorgesehen. Die E-Auto-Förderung soll im Frühjahr starten. Fahrzeuge, die bis Ende 2030 neu zugelassen werden, bleiben bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, maximal bis Ende 2035.

Ein E-Auto tankt Strom an einer Ladesäule.

Beim Kauf eines Elektroautos gibt es unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 6.000 Euro vom Staat dazu. Wer bekommt die Zuschüsse?

E-Autos und Verbrenner: Gesamtkosten im Vergleich

Ob Elektroautos insgesamt günstiger oder teurer als Verbrenner sind, lässt sich nicht allgemein beantworten. Grundsätzlich verfügen E-Autos über weniger verschleißanfällige Teile als Verbrenner, weil Kupplung, Getriebe und viele Betriebsflüssigkeiten fehlen. Dennoch sind einzelne Reparaturen und Inspektionen häufig teurer. Außerdem fließen in die Gesamtkosten auch der Kaufpreis und der Wertverlust mit ein. Der ADAC hat im Oktober 2025 für einige Modelle einen Kostenvergleich von Elektroautos, Benzinern und Dieselfahrzeugen erstellt und kam zu dem Schluss, dass Elektroautos in der Gesamtbilanz teurer waren.

Eine große Rolle für den Vergleich der Kosten von E-Autos und Verbrennern spielen außerdem auch das individuelle Lade- und Nutzverhalten, die sich weiterentwickelnde E-Auto-Technologie sowie schwankende Preise für Strom und Sprit.

Ein rotes Elektroauto an einer Ladestation

Wie finde ich Ladesäulen? Wie bezahlt man an den Stationen? Wissenswertes und Tipps für das Laden von Elektroautos.

Ein Mann hält ein Autolenkrad in der Hand.

Start-ups, Autobauer und -vermietungen bieten Fahrzeuge nun zum Festpreis als Abo an. Nutzern gefällt vor allem die Flexibilität.

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