Olympia 2026 mit nächsten Skeleton-Medaillen: Silber und Bronze im Mixed-Team

Geteilte Freude ist doppelte Freude, heißt eine allgemeingültige Floskel zur Lebenskunst. Warum allein feiern, wenn es zu zweit geht?

Geschlechterübergreifend hat der Ansatz noch mal seinen besonderen Reiz. Das mag den Trend zu gemischten Teamwettbewerben und Mixed-Staffeln bei den Olympischen Spielen erklären – selbst in Sportarten, die schon auf den ersten Blick erkennbar nicht zu zweit ausgetragen werden können. Skispringen zum Beispiel. Oder Skeleton.

Einzel-Ranking entschied über Team-Zusammensetzung

Wohl der Nation, die über so viele ausgewiesene Solisten verfügt, dass sie im Prinzip willkürlich zu Partnerschaften zusammengefügt werden können, wenn auch nur für einen Abend, dafür aber erfolgreich: Die Deutschen Susanne Kreher und Axel Jungk gewannen bei der Premiere des olympischen Mixed-Team-Wettbewerbs Silber, Jacqueline Pfeifer und Christopher Grotheer sicherten sich Bronze.

Die Zusammensetzung der beiden Skeleton-Staffeln des deutschen Bob- und Schlittenverbands hatte sich aus dem Ranking der Einzelwertungen ergeben. Die Silber-Solisten Kreher und Jungk stürzten sich als Team Deutschland I nacheinander in den Eiskanal von Cortina. Die Einzel-Bronze-Gewinner Pfeifer und Grotheer folgten als Team Deutschland II. Es musste nicht eigens trainiert werden, denn die einzelnen Zeiten wurden schlicht addiert.

Aufgrund der Doping-Manipulationen, einem in manchen Ländern nicht oder nur unzureichend existierenden Kontrollsystem und teilweise bislang nicht nachweisbaren verbotenen Substanzen übernimmt die Redaktion keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Eingefrorene Proben dürfen zehn Jahre lang nachkontrolliert werden. Mit dem endgültigen Ergebnis ist erst nach Ablauf der Verjährungsfrist 2036 zu rechnen.

Die Zusammensetzung war offensichtlich harmonisch, denn beide Teams waren nahezu gleich stark: Kreher/Jungk kamen nach insgesamt 1:59,53 Minuten ins Ziel – mit der Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Pfeifer/Grotheer. Olympiasieger wurde das britische Duo Tabitha Stoecker und Matt Weston (1:59,36).

Die mit zwei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen dekorierte Susanne Kreher lässt neben Taten auch ihren Körper sprechen: Eines ihrer 30 Tattoos schreit „You are good enough“ in die Welt. Es ist das Mantra gegen die Zweifel. Der Slogan „Du bist gut genug“ spricht auch für den inneren Kampf, den Glauben an das eigene Können zu behalten.

DSGVO Platzhalter

Kreher hatte nach ihrem Weltmeisterschafts-Sieg 2023 diesen Coup lange nicht bestätigen können. Sie kam an den Punkt, sich zu fragen, ob sie lieber aufhören sollte. Zwei Städtenamen, zusammengebunden in einem Slogan, bewegten sie zum Durchhalten: „Milano Cortina“.

Zwei Städte, 375 Kilometer auseinander, viereinhalb Fahrstunden voneinander entfernt, die eigentlich für sich stehen, nichts miteinander gemein haben – zu einem Team vereint. Hier die von 1,3 Millionen Menschen bewohnte Hauptstadt der Lombardei, Modemetropole, pulsierendes Zentrum der Finanzindustrie. Dort das renommierte Wintersport-Städtchen in der Provinz Venetien mit gerade einmal 5000 Einwohnern, sich selbst genügend, Olympia-Austragungsort schon 1956.

Gemeinsam wurden „Milano Cortina“ zum Synonym für die Olympischen Spiele 2026. Zu einem Team vereint, in Diensten des höheren Zwecks: Olympia. Möge es erfolgreich sein.

Als Jungk am Sonntagabend zur Prime-Time im Sliding Center von Cortina zunächst mit Bestzeit ins Ziel stürzte, kam Kreher schon von Weitem gerannt, um ihm um den Hals zu fallen. Denn damit war eine Medaille sicher, nachdem sie ihn noch mit der Hypothek von zwölf Hundertstelsekunden Rückstand auf das bis dahin führende zweite britische Team Freya Tarbit und Marcus Wyatt in den Eiskanal geschickt hatte.

Pfeifer schickte kurz danach Grotheer mit einem Vorsprung von 0,06 Sekunden auf den Weg, den dieser aber nicht halten konnte. Großbritannien I mit Stoecker und Weston fuhr schließlich Bahnrekord.

Dennoch überwog die Freude über die nächsten Medaillen im Skeleton beim deutschen Team. Nun sind es insgesamt sechs. „Damit war überhaupt nicht zu rechnen“, sagte Thomas Schwab, Vorstand des deutschen Schlittenverbands BSD: „Das war eine großartige Performance unserer Skeletonis, wie sie hier in Cortina die Medaillen gesammelt haben.“ Gold war zwar nicht dabei, „das wäre schon schön gewesen“, bekannte Schwab: „Wir haben schon ein bisschen drauf spekuliert. Aber hey, wir müssen zufrieden sein mit dem, was wir haben. Das ist ja unfassbar.“