Als sich 2015 einige Kundenbetreuer der Deutschen Bank zu einem Gespräch mit Jeffrey Epstein zusammenschalteten, kursierten in dem Geldhaus bereits massive Bedenken zu dem verurteilten Sexualstraftäter, auf der Agenda des „Calls“ standen aber nicht diese Bedenken, sondern die finanziellen Sorgen Epsteins und die Bedürfnisse vermögender Kunden. Viele Milliardäre, so klagte Epstein laut Protokoll, würden von ihren Banken einfach nicht ausreichend gut behandelt, er habe in den vergangenen Wochen mit mehr als zwanzig von ihnen gesprochen. Auch die drängende Frage, wie er Kerosinpreisschwankungen für seine Privatjets absichern kann, stand auf der Tagesordnung. Was Reiche eben so beschäftigt. So geht es aus Dokumenten und E-Mails hervor, die das US-Justizministerium unter dem Namen „Epstein Files“ veröffentlicht hat und die SZ/NDR/WDR gemeinsam auswerten.
