Olympia: „Heikle medizinische Situation“ – Lindsey Vonns Chirurg spricht

Lindsey Vonn liegt nach ihrem schweren Sturz bei Olympia weiter im italienischen Krankenhaus in Treviso. Dreimal wurde sie bereits operiert. Der Leiter der Orthopädie, der sie betreut, gibt nun Einblicke, wie es um den Ski-Superstar bestellt ist.

Nach dem schweren Sturz von Ski-Superstar Lindsey Vonn meldet sich jetzt der Chefarzt zu Wort, der sie operiert hat. Die Amerikanerin war nach ihrer heftigen Abfahrt-Kollision am Sonntag ins Krankenhaus Ca’ Foncello in Treviso gebracht worden. Vonn hatte sich eine komplexe Fraktur am linken Schienbein zugezogen und musste dreimal operiert werden. Noch immer liegt sie in Behandlung. Der 41-jährige Ski-Superstar hatte nach dem dritten Eingriff „dem gesamten medizinischen unglaublichen Team“ auch via Instagram gedankt.

Dr. Stefano Zanarella, Leiter der Orthopädie, sagte in der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ über ihren Zustand: „Tatsächlich sind wir diesen komplizierten Fall mit einem Expertenteam angegangen und haben jeden Schritt des Heilungsprozesses abgestimmt, mit dem wir zufrieden sind. Die Worte der Patientin machen uns stolz, auch weil wir eine heikle medizinische Situation bewältigen konnten, die noch immer andauert.“

Er betonte, dass er und sein Team sich um Vonn „mit dem gleichen Engagement gekümmert zu haben, wie um jeden anderen Patienten, ohne uns davon beeinflussen zu lassen, dass es sich um einen Star handelt. Wir haben unsere Pflicht getan. Das Krankenhaus Ca’ Foncello ist ein Olympia-Krankenhaus. Wir wussten, dass bestimmte Situationen eintreten können – und wir haben uns darauf vorbereitet.“

„Lindsey Vonn ist eine vorbildliche Patientin“

Vonn sei „eine vorbildliche Patientin“, berichtete Zanarella, „ebenso wie ihr amerikanisches Team und die Ärzte des US-Verbandes, die uns wirklich helfen. Sie sind nicht nur großartige Fachleute, sondern auch hervorragende Menschen. Das Ergebnis ist eine gut gemachte Arbeit“.

Die Orthopädieabteilung des Krankenhauses in Treviso verfügt über 45 Betten und verzeichnet monatlich 70 Neuaufnahmen und Entlassungen. „Es handelt sich um eine hochintensive Abteilung“, bestätigt der Chefarzt, „jeden Tag führen wir fünf bis sechs komplexe traumatologische Operationen durch. Am vergangenen Wochenende haben wir etwa zehn Patienten mit Frakturen behandelt. Kurz gesagt, es ist eine gut eingespielte Abteilung, wir arbeiten fleißig, jeder Patient wird bestmöglich versorgt und für jeden entwickeln wir eine individuelle Behandlung.“

Bei dem Rennen in Cortina d’Ampezzo, in dem Vonn noch einmal Olympiasiegerin werden wollte, hatte sie schon nach wenigen Sekunden mit dem Arm bei einem Tor eingefädelt. Beim folgenden Sprung verdrehte es sie derart, dass sie hart auf die Piste aufschlug. Vonn war in das Abfahrtsrennen mit einem Kreuzbandriss gegangen, den sie sich wenige Tage zuvor zugezogen hatte. Wann sie in die USA fliegen darf, um sich weiteren Behandlungen zu unterziehen, ist noch nicht bekannt.

Stolz auf die Dankbarkeit von Vonn ist auch Gouverneur Alberto Stefani, der ihr einen großen Blumenstrauß geschickt hat. „Sie ist nicht nur eine Meisterin, die die Geschichte des Frauenskisports repräsentiert, sondern hat auch große Sensibilität bewiesen, indem sie dem medizinischen und pflegerischen Personal des Krankenhauses in Treviso öffentlich ihre Anerkennung ausgesprochen hat“, erklärt der Präsident der Region Venetien.

pk