„Täglich acht Übergriffe“Bahn-Betriebsratschef fordert mehr Bundespolizisten
13.02.2026, 10:23 Uhr
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Nach dem Tod eines Bahnmitarbeiters nach einer Fahrscheinkontrolle lädt die Deutsche Bahn zu einem Sicherheitsgipfel. Der Betriebsratschef der DB Regio fordert Konsequenzen.
Vor dem Sicherheitsgipfel zur Bahn hat der Gesamtbetriebsratschef von DB Regio mehr Bundespolizisten gefordert, um den Schutz von Zugbegleitern zu erhöhen. Es gebe im Schnitt alleine bei der DB Regio täglich acht Übergriffe, „die in körperlicher Gewalt enden“, sagte Ralf Damde im RTL/ntv Frühstart. Es habe im vergangenen Jahr außerdem etwa 14.000 Fälle verbaler sexueller Gewalt gegenüber Kolleginnen gegeben. Der Fernverkehr der Bahn sei in diesen Zahlen nicht berücksichtigt.
„Es ist Zeit zu handeln“, sagte Damde mit Blick auf den Sicherheitsgipfel. Hintergrund ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter eines Regionalzuges in Rheinland-Pfalz. Der Mitarbeiter hatte den Reisenden kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen.
An dem Sicherheitsgipfel nehmen unter anderem Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Beteiligte aus den Länderministerien, Vertreter der Sicherheitsbehörden sowie die Gewerkschaften EVG und GDL teil.
Der Staat müsse zeigen, dass er handlungsfähig sei, so der Gewerkschafter. Zur Unterstützung gerufene Bundespolizisten bräuchten angesichts einer zu dünnen Personaldecke bis zu anderthalb Stunden, bis sie am Zug seien. Die Anreisewege bei Unfällen und Übergriffen seien viel zu lang.
Damde verwies etwa auf die vielen Bundesligaspiele. „Und die sind ja nicht die schlimmsten. Die schlimmsten sind die in der Regionalliga“, sagte er. „Wir brauchen mehr Bundespolizisten, die dann auf den Bahnhöfen sind. Damde bekräftigte die Forderung, wonach Zugbegleiterinnen und -begleiter nicht mehr allein in Zügen im Einsatz sein sollten. In Zügen mit Fußballfans gehe die Bundespolizei nur mit Mannschaftsstärke in den Zug. „Meine Kolleginnen und Kollegen gehen alleine“.
