
AUDIO: Vorsorge für Notfälle (35 Min)
Stand: 11.02.2026 20:00 Uhr
Behörden raten Verbrauchern, sich für Notfälle einen Lebensmittelvorrat anzulegen. Welche Lebensmittel sollte man unbedingt als Reserve im Haus haben? Tipps und eine Liste mit Empfehlungen.
Ob für den Fall eines Sabotageakts oder für andere unvorhergesehene Ereignisse wie Stromausfall oder Hochwasser: Um im Krisen- oder Notfall vorbereitet zu sein, ist es sinnvoll, Vorräte anzulegen. Dafür eignen sich vor allem Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen und mit langer Haltbarkeit. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Packungen bietet dabei nur einen Anhaltspunkt, denn meist können die Lebensmittel bedenkenlos verzehrt werden, wenn es bereits überschritten ist.
Reserve als „lebendenden Vorrat“ anlegen
Für die Vorratshaltung ideal sind Lebensmittel in Konserven und im Glas sowie Trockenprodukte. Als Getränke kommen neben Mineralwasser auch Fruchtsäfte in Frage, ebenso H-Milch und Soja- oder Haferdrinks. Wichtig: Lebensmittel nicht horten und keine Hamsterkäufe tätigen, sondern mit Bedacht und Augenmaß aufstocken. Am besten klappt das, wenn man den Vorrat in den Alltag integriert, also Lebensmittel verbraucht und wieder neu einkauft („lebender Vorrat“). Deshalb sollte man die Produkte nach den eigenen oder familiären Vorlieben wählen.
Notvorrat-Grundausstattung: Nudeln, Reis und Konserven
Einige Grundnahrungsmittel sind mehrere Jahre haltbar. Dazu zählen etwa:
- Nudeln ohne Ei aus Hartweizengrieß
- weißer, polierter Reis
- Zucker
- Honig
- Salz
- Branntwein-Essig
- Wasser in Glasflaschen
- Gemüse, Fisch, Brot, Obst und Fertigprodukte in Konservendosen
- sauer eingelegtes Gemüse im Glas
- Apfelmus, Brotaufstriche oder Erdnussbutter im Glas
- Dosenfleisch wie Corned Beef oder Frühstücksfleisch ist zwar lange haltbar, aber meist gepökelt. Pökeln steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Gesünder ist etwa eingekochtes Fleisch im Glas.
Vor der Zubereitung sollten die Produkte auf Anzeichen des Verderbens geprüft werden. Dazu gehören ein unangenehmer Geruch, Schimmelspuren oder aufgeblähte Dosen.
Lebensmittel, die lange genießbar sind
Manche Produkte halten sich zwar viele Monate oder sogar einige Jahre, ohne zu verderben, aber die Qualität nimmt dabei ab. Sie verlieren an Aroma oder trocknen leicht ein, sind aber weiter genießbar. Hierzu zählen:
Bei vielen Lebensmitteln entscheidet die richtige Lagerung über die Haltbarkeit. Dabei empfiehlt sich meist ein kühler, dunkler und trockener Standort. Luftdichte Gefäße wie Schraubgläser oder Plastikboxen schützen die Produkte vor Schädlingen und Feuchtigkeit.
Eier und einige Milchprodukte halten mehrere Wochen
Frische Produkte sind meist nicht lange lagerfähig und sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dazu zählen etwa Milch, Sahne, geschnittene Wurst, Weichkäse oder Gemüse. Gut gekühlt – idealerweise bei vier bis acht Grad – halten einige Produkte mehrere Wochen:
- Eier (unbeschädigt im Kühlschrank, Spitze nach unten)
- Butterschmalz
- Hartkäse am Stück (im Kühlschrank)
- Kartoffeln (dunkel, hohe Luftfeuchtigkeit)
- Zwiebeln
- H-Milch (ungeöffnet mehrere Monate haltbar)
Notvorrat anlegen: So geht’s
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Empfehlungen zur Bevorratung von Lebensmitteln:
- Essen und Trinken idealerweise für 10 Tage
- 2 Liter Flüssigkeit pro Person und Tag
- 2.200 kcal pro Person und Tag, dabei Lebensmittel nach Haltbarkeit und persönlichen Vorlieben/Verträglichkeit wählen
- Gelagerte Lebensmittel regelmäßig verbrauchen und neu bevorraten („lebender Vorrat“)
- Neu gekaufte Vorräte nach hinten ins Regal stellen, um ältere zuerst zu verbrauchen
- Babynahrung und Tierfutter nicht vergessen
Einen guten Überblick darüber, welche Lebensmittel sich in welchen Mengen für den Notfall-Vorrat eignen, bietet der Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.
Dokumentenmappe für den Notfall anlegen
Für den Fall, dass man sein Haus verlassen muss, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz, eine Dokumentenmappe vorzubereiten, in der wichtige Papiere bereitliegen und im Notfall mit einem Griff mitgenommen werden können. In dieser Mappe können etwa Sparbuch, Reisepass, Familienurkunden, Testament oder Arbeits- und Hochschulzeugnisse im Original oder als beglaubigte Kopien aufbewahrt werden.
Auch ein Notfallrucksack kann sinnvoll sein. Darin können wichtige Medikamente, Erste-Hilfe-Material und ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio untergebracht werden.





