

Die Schweizer Regierung will den Opfern der Brandkatastrophe von Crans-Montana finanziell unter die Arme greifen und einen Runden Tisch einsetzen mit dem Ziel, langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Durch das Feuer, das in der Silvesternacht in einer Bar des Schweizer Bergorts ausgebrochen war, kamen 41 Menschen ums Leben; 115 wurden verletzt. Ende Januar hatte der Kanton Wallis angekündigt, zehn Millionen Franken in eine Stiftung einzuzahlen, um die Überlebenden und die Angehörigen der Verstorbenen zu unterstützen.
Dies wird jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um Behandlungskosten, Schadenersatzleistungen und Schmerzensgelder zu decken. Die Gesamtkosten dürften sich auf mehrere Hundert Millionen Franken summieren. So stellte die Schweizer Regierung am Mittwoch fest: „Das System der Unterstützungsleistungen durch die Opferhilfe, die Sozialversicherungen und die Haftpflichtversicherungen ist primär auf Einzelfälle ausgerichtet und stößt bei einem Ereignis mit einer hohen Anzahl an Geschädigten an seine Grenzen.“ Bei Großereignissen reichten das Vermögen der Verantwortlichen sowie die Haftungssummen der Versicherungen oft nicht aus. Zudem müssten die Ansprüche aller Opfer und ihren Angehörigen koordiniert werden, was viel Zeit in Anspruch nehme.
Nach dem Willen der Regierung sollen die Opfer und deren Angehörige vom Bund einen „Solidaritätsbeitrag“ erhalten. Wie hoch dieser Beitrag ausfällt, der vom Parlament erst noch genehmigt und durch eine Gesetzesänderung legitimiert werden muss, ist noch unklar. Die Regierung will Geschädigte, Versicherer und Behörden an einem Runden Tisch zusammenbringen: „Eine Vergleichslösung könnte langwierige Gerichtsprozesse vermeiden.“ Damit nimmt sie eine Forderung von Opferanwälten und Versicherern auf, die sich ebenfalls für eine unbürokratische Lösung ausgesprochen haben. Im Mittelpunkt der staatsanwaltlichen Ermittlungen stehen die französischen Betreiber der Bar sowie die Gemeinde Crans-Montana wegen der unterlassenen Brandschutzkontrollen.
