Symbolpolitik bei Olympia: Er trägt den falschen Helm

Der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch will an Landsleute erinnern, die im Krieg getötet wurden. Das IOC verbietet es, weil es ein eigenes Bild von Meinungsfreiheit hat.



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Symbolpolitik bei Olympia: Wladyslaw Heraskewytsch riskiert die Disqualifikation.
Wladyslaw Heraskewytsch riskiert die Disqualifikation.
© Aijaz Rahi/​dpa

Ein Helm ist zum politischen Objekt geworden. Der ukrainische Skeletonprofi Wladyslaw Heraskewytsch will ihn am Donnerstag beim olympischen Skeleton-Rennen tragen. Auf seinen „memory helmet“ hat er Fotos von ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern drucken lassen, die im russischen Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. 

Am Dienstagmorgen war Heraskewytsch noch halbwegs optimistisch. „Wir warten auf eine Antwort des IOC“, schrieb er der ZEIT. Ein paar Stunden später, im Training, trug er ihn. Doch beinahe zur gleichen Zeit sagte der Pressesprecher des IOC, Mark Adams: „Das IOC hat vollstes Verständnis für den Wunsch der Athleten, ihrer Freunde zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben.“ Aber der Helm verstoße gegen die Regeln. Man könne ihn deshalb nicht erlauben. Heraskewytsch solle stattdessen ein schwarzes Armband als Trauerflor tragen, das sei ein „guter Kompromiss“.