
Marius Lindvik und Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund waren bis zum Winter Freunde. Dann kam der Manipulationsskandal bei den Skandinaviern. Der Deutsche fühlt sich bis heute betrogen, wie er am Montag erklärte. Nun reagiert der Norweger und erhebt einen Vorwurf.
Marius Lindvik sieht die Schuld an der zerbrochenen Freundschaft mit Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund beim Deutschen. „Nach letzter Saison hat er seinen Mund in den Medien ein bisschen zu weit aufgemacht“, sagte Lindvik nach seiner Silbermedaille mit dem Mixed-Team bei den Winterspielen. Deswegen habe er nicht mehr mit Raimund befreundet sein wollen. „Es ist auf jeden Fall traurig.“
Raimund hatte nach seinem Sieg auf der Normalschanze tags zuvor gesagt: „Ich habe Videospiele mit ihm gemacht, ich habe Livestreams mit ihm gemacht. Ich hätte ihn damals als Freund bezeichnet.“ Der 25-Jährige sagte zudem: „Nach der Situation in Trondheim hat es sich ein bisschen wie ein Betrug angefühlt, wie ins Gesicht gespuckt.“
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Bei den Weltmeisterschaften in der norwegischen Stadt im vergangenen Jahr waren Lindivk und dessen Teamkollege Johann André Forfang wegen manipulierter Sprunganzüge beim Wettbewerb von der Großschanze disqualifiziert worden. Zuvor hatte Lindvik auf der Normalschanze Gold vor Raimunds deutschem Mannschaftskameraden Andreas Wellinger gewonnen.
Raimund vermisst Entschuldigung
„Ich will es nicht größer machen, als es ist. Es war ein Fehler, was sie gemacht haben“, sagte Raimund. „Für mich persönlich kann ich nur sagen: Wenn einer von ihnen zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: „Hey, mir tut es sehr leid, was passiert ist“, dann hätte ich ihnen wahrscheinlich vergeben. Dann hätte ich gesagt, Ihr seid Menschen, lasst uns zusammen auf die Zukunft konzentrieren.“
Raimund ergänzte: „Aber ich bin ein bisschen traurig, dass es nie passiert ist. Besonders, weil ich mit ihm befreundet war, und es gab nie eine Entschuldigung oder etwas Ähnliches.“
Dass er am Dienstagabend einen leicht frustrierten Eindruck machte, fand seine Ursache allerdings im Sport. Mit der deutschen Mannschaft kam er im Mixed-Team nur auf Platz vier. Das eine oder andere Bier wollte Raimund nach der Enttäuschung mit dem deutschen Skisprung-Team auf jeden Fall trinken. „Ich muss meine Nachwehen wegspülen“, sagte der Olympiasieger im Einzel nach der nur um 1,2 Punkte verpassten Medaille im Mixed-Wettbewerb.
lwö
