Olympia 2026: IOC verbietet Helm mit Bildern getöteter Ukrainer

Der Ukraininer Heraskevych Vladyslav in Aktion

Stand: 10.02.2026 16:52 Uhr

Mit seinem Helm wollte Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch aus der Ukraine an getötete Sportler erinnern, die im russischen Angriffskrieg ums Leben gekommen sind. Doch das IOC hat etwas dagegen.

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch darf bei den Winterspielen einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen nicht im Wettkampf tragen. Der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Heraskewytsch dürfe jedoch im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen.

„Wir haben ihm gesagt, dass wir eine Ausnahme machen, damit er seine Trauer auf diese Art ausdrücken kann“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Das IOC versuche immer wieder Ausnahmen von der Regel 50 der eigenen Charta, die jegliche politische Äußerung im Wettkampf verbietet, zu genehmigen.

Helmverbot nur im Wettkampf

„Wir haben versucht, seinen Wünschen mit Mitgefühl und Verständnis zu begegnen“, sagte Adams mit Blick auf Heraskewytsch. „Er hat sich in den sozialen Medien und im Training geäußert und wir werden ihn nicht aufhalten, sich auf Pressekonferenzen oder, wenn er den Wettkampf verlässt, in der Mixed Zone oder anderswo zu äußern.“

Heraskewytsch trägt Helm erneut im Training

Im Training am Dienstagnachmittag trug Heraskewytsch den Helm erneut. Er zog einen Vergleich zum deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, der 2008 nach seinem Olympiasieg in Peking das Bild seiner bei einem Verkehrsunfall gestorbenen Frau gezeigt hatte.

„Damals haben wir es gefeiert“, sagte Heraskewytsch dem Sport-Informations-Dienst (SID). „Ich glaube, das war ein großartiger Moment, der andere Erfolge nicht überschattet hat. Ich denke, es ist okay, Leute zu betrauen, die man gern hatte.“

Heraskewytsch wollte „Hommage an Athleten“

Heraskewytsch hatte einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten. Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte der 27-Jährige.

Bilder von Sportlern, die im Krieg starben

Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Das IOC verwies jedoch auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt, erklärte die Dachorganisation.

Unterstützung durch Wolodymyr Selenskyj

Nach Angaben von Heraskewytsch hatte ihm ein IOC-Vertreter bereits vor seiner offiziellen Anfrage die weitere Nutzung des Helms verboten. „Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht“, schrieb er zu einem Video bei Instagram.

Unterstützung hatte Heraskewytsch vom ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten. Heraskewytsch erinnere an den Preis, den die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu zahlen habe, schrieb Selenskyj auf Telegram. Eine solche Wahrheit könne nicht unbequem oder unangebracht sein. Die Ukraine halte sich an den Geist von Olympia, Angreifer Russland nicht.