Nach ihrem Sturz wird Lindsey Vonn dafür kritisiert, überhaupt gestartet zu sein. Das ist scheinheilig, paternalistisch. Es war allein ihre Entscheidung.
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Hinterher hatten sie es natürlich schon immer gewusst. Lindsey Vonn schrie nach ihrem Sturz in der Olympiaabfahrt oben am Berg noch um Hilfe, da sagten unten im Ziel schon die Ersten: „Es musste ja so kommen.“ Man hätte ihr den Start – nur neun Tage, nachdem sie sich das Kreuzband riss – verbieten müssen. Ihr Team hätte einschreiten müssen, sie sei ein schlechtes Vorbild – sowas las man häufig. Auch viele ZEIT-Leserinnen und -Leser sehen es so.
So ist das, wenn sich eine Frau vermeintlich zu viel zutraut – und dann auch noch scheitert. Dann ist das immer noch ein Affront. Das hätte man in Inhalt und Ton über einen Sportler sicher nicht gelesen.
