Im Haus brennt der Kamin aus dem Jahr 1836 gemütlich. Die Türen zum Garten stehen offen. Der Galerist raucht zwischendurch immer wieder seine Zigarre. „Stellen Sie sich bitte vor dieses Gemälde und schauen Sie einmal Richtung Garten.“ Überall hängen Gemälde, und in jeder Ecke des Hauses stehen zwei oder drei Skulpturen. So viele, dass man kaum einen Moment hat, um sich von ihnen wirklich durchdringen zu lassen. Und schwups: Mit einem Grinsen hat die Frau des Galeristen ein Foto von uns geschossen. Ganz harmlos. Doch dann zeigt sie mir ein anderes Bild auf ihrem Handy. Ich erschrecke, denn ich sehe Adolf Hitler und Heinrich Hoffmann genau vor Claus Bergens „Wiedererstanden, U-26“ stehen, so, wie wir es vor einer Minute getan haben. Der Galerist und seine Frau lachen laut. Dass sich diese Szene so leicht wiederholen lässt, ist kein Zufall, sondern zeigt vielleicht genau das Problem. Bin ich gerade, ohne es zu wissen, Teil einer Normalisierung der NS-Kunst geworden?
