
Das Bundesverkehrsministerium sieht verschiedene Möglichkeiten für einen besseren Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bahn. Ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte, man habe erste Erfahrungen mit dem freiwilligen Einsatz von Bodycams gesammelt, die „deeskalierend“ wirkten.
Auslöser der aktuellen Debatte um die Schutzmöglichkeiten war der
tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz. Der
36-jährige Bahnmitarbeiter war bei einer Ticketkontrolle in einem
Regionalexpress von einem Reisenden ohne gültiges Ticket mit Schlägen
gegen den Kopf attackiert worden. Er verlor das Bewusstsein und starb
später in einer Klinik an einer Hirnblutung.
Bahnchefin Evelyn Palla hat bereits einen Sicherheitsgipfel
angekündigt. Auch die Verkehrsminister der Länder wollen über
Verbesserungen beraten.
Gewerkschaft fordert Doppelbesetzung
Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, hatte nach dem Angriff von den Ländern vor allem Geld für eine Doppelbesetzung in Regionalzügen gefordert. Ziel sei es, dass Beschäftigte nicht mehr allein im Zug unterwegs sein müssen.
Innenpolitiker der SPD-Fraktion im Bundestag forderten eine Verstaatlichung der DB Sicherheit GmbH und eine Bündelung der Aufgaben bei der Bundespolizei. Das geht der Süddeutschen Zeitung zufolge aus einem Positionspapier der Partei hervor, welches jedoch schon vor dem Angriff auf den Zugbegleiter verfasst worden war. Darin heißt es dem Bericht zufolge, dass die Sicherheitsaufgaben im Bereich kritischer Infrastruktur langfristig verlässlich und bundeseinheitlich organisiert werden sollten.
