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Der Upply x Ti x IRU European Road Freight Rates Index für das vierte Quartal 2025 zeigt eine klare Diskrepanz zwischen Vertrags- und Spotmärkten. Vertragsraten legten auf 136,9 Punkte zu, ein Plus von 2,6 Punkten zum Vorquartal und 3,1 Punkten im Jahresvergleich. Spotpreise stiegen leicht auf 135,1 Punkte (+0,3 q-o-q), sanken jedoch um 3,3 Punkte im Vergleich zum Vorjahr.
Das Einzelhandelsvolumen der EU stieg im November 2025 um 2,3 % im Jahresvergleich, während die neuen Lkw-Zulassungen laut ACEA um 6,2 % zurückgingen, was auf mögliche Kapazitätsengpässe hinweist. Zudem meldete die IRU im Jahr 2025 444.000 offene Lkw-Fahrerstellen in Europa.
Kraftstoffpreise legten im Quartal leicht zu: Der durchschnittliche europäische Dieselpreis stieg im Jahresvergleich um 0,66 %. Gleichzeitig gewinnen Mautkosten zunehmend an Bedeutung, in Österreich und Ungarn übersteigen sie inzwischen die Kraftstoffkosten pro Kilometer.
Der Ausblick für 2026 deutet auf moderaten Aufwärtsdruck bei den Frachtraten hin, unterstützt durch eine leichte Erholung der europäischen Nachfrage. Der Road Freight Sentiment Index für Q4 2025 fiel auf 10,7 Punkte, ein Rückgang von 2 Punkten gegenüber Q3, was auf eine leicht abgeschwächte Marktstimmung hindeutet.
Michael Clover (Ti) kommentiert: „Der Anstieg der Vertragsraten spiegelt die erwartete Nachfrageerholung 2026 wider. Spotpreise bleiben trotz Hochsaison stabil, was auf eine vorsichtige Marktentwicklung hindeutet.“
Kostenfaktoren wirkten ebenfalls auf Vertragsraten: Dieselpreise stiegen 0,66 %, Fahrerkosten um 1,28 % und Finanz-/Versicherungskosten am stärksten um 4,23 %. Neue Lkw-Zulassungen im Q3 2025 stiegen laut ACEA um 6 %, was eine langsam wachsende Kapazität signalisiert.
Vincent Erard (IRU) betont: „Betreiber müssen sich an unsichere Marktbedingungen anpassen, von neuen Mautsystemen bis zu möglichen Steuererhöhungen auf fossile Brennstoffe. Straßenfracht ist eine Ressource, keine Ware.“
Marktausblick 2026:
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Inflation voraussichtlich knapp unter 2 %
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Stärkerer Euro und günstigere Energie kurbeln Konsum an
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Wettbewerbsdruck durch chinesische Importe könnte Frachtraten erhöhen
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Südliche EU-Länder leichteres Wachstum, Deutschland deutliche Erholung, Frankreich +0,9 %
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EU-Gesamtwachstum 1,4 % → moderate Zinssteigerungen möglich
