
Frankreichs Handelsminister
Serge Papin will in diesem Jahr verstärkt gegen Onlinehändler wie Shein vorgehen. Er rief das Jahr 2026 zu einem „Jahr des Widerstands“aus. Die Plattformen
stellten einen unlauteren Wettbewerb für französische
Ladenketten dar, sagte Papin dem Fernsehsender
TF1. Es sei unfair, dass physische Geschäfte für die von ihnen
verkauften Waren verantwortlich seien, Onlineplattformen jedoch
nicht. „Wir müssen uns schützen“, sagte Papin. „Sie müssen die Verbraucherregeln
respektieren, die auch für französische Einzelhändler gelten.“
Hintergrund ist ein Gerichtsverfahren in Paris. Dort wird die Berufung der Regierung gegen ein Urteil vom
Dezember verhandelt. Ein Gericht hatte damals den Antrag auf
eine dreimonatige Sperrung von Shein abgelehnt, nachdem auf der
Plattform des Unternehmens kinderähnliche Sexpuppen zum Verkauf
angeboten worden waren.
EU versucht sich durch Abgaben auf Kleinpakete zu schützen
Das rasante Wachstum von Shein, das Kleidung zu Tiefstpreisen direkt aus China versendet, hat bereits in vielen europäischen Ländern zu einer Gegenreaktion geführt. Frankreich und die EU haben Zölle von zwei beziehungsweise drei Euro auf importierte Kleinpakete eingeführt, um den Verkauf einzudämmen.
Papin kündigte zudem an, dass ein Gesetzesentwurf vorbereitet werde, der es der Regierung ermöglichen solle, Onlineplattformen künftig auch ohne richterliche Genehmigung zu sperren. Eine Stellungnahme von Shein zu den Äußerungen des Ministers lag zunächst nicht vor.
Shein befindet sich in Privatbesitz und hat bisher vergeblich versucht, in New York und London an die Börse zu gehen. Die Aktie soll an der Börse Hongkong notiert werden. Der Konzern erzielte 2024 einen weltweiten Umsatz von 37 Milliarden Dollar.
