Der neue Kurs des Kanzlers nach dem Trump-Schock wird greifbar: Ausgerechnet Saudi-Arabiens Kronprinz Bin Salman wird strategischer Partner – und darf auf Waffen hoffen.
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Es ist spät geworden in Riad. Zweieinhalb Stunden saßen Kronprinz Mohammed bin Salman, der faktische Herrscher Saudi-Arabiens, und Bundeskanzler Friedrich Merz im königlichen Yamama-Palast zusammen. Mal unter vier Augen, mal mit ihren Mitarbeitern, zwischendurch mit einem guten Dutzend Firmenchefs aus Deutschland. Das Abendessen wurde um 22.45 Uhr serviert. Sie haben dem Kanzler in Riad den violettfarbenen Teppich ausgerollt, der in Saudi-Arabien seit einigen Jahren die weltweit übliche Version in Rot ersetzt, wenn wichtige Gäste kommen. Eine der vielen Neuerungen, die sich MBS, der Kronprinz, ausgedacht hat.
