
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat angekündigt, seine Investitionen in künstliche Intelligenz deutlich zu erhöhen. Für das laufende Jahr stellte das
US-Unternehmen zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 148 bis 156 Milliarden Euro) in Aussicht. Im Vorjahr
waren es noch rund 90 Milliarden Dollar. Das Geld dürfte unter anderem in
Rechenzentren für künstliche Intelligenz fließen. Die höheren Ausgaben dienten dazu,
die hohe Nachfrage zu bedienen und weitere
Wachstumschancen zu nutzen, sagte Konzernchef Sundar Pichai. „KI treibt
den Umsatz in allen Bereichen.“ Mit seinen Ausgabeplänen übertrifft
Alphabet die Konkurrenz von Microsoft und Facebook-Konzern Meta.
Der Konzern stellte zudem seinen jüngsten Quartalsbericht
vor. Demnach stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 113,8
Milliarden Dollar. Der Nettogewinn wuchs im abgelaufenen Quartal um fast 30 Prozent auf 34,5 Milliarden
Dollar. Erstmals seit seiner Gründung verzeichnete Alphabet zudem einen Jahresumsatz
von mehr als 400 Milliarden Dollar.
Als ein Grund für das starke Wachstum gilt die im November
vorgestellte dritte Generation der KI Gemini. Gemini zähle inzwischen 750 Millionen monatlich aktive Nutzer,
sagte Alphabet-Chef Pichai. Die Technologie kommt auch in Googles Suchmaschine
zum Einsatz.
Pichai: KI-Antworten erhöhen die Nutzung
Seine Einnahmen generiert Alphabet weiterhin vor allem durch
das Werbegeschäft von Google. Es wuchs im Schlussquartal 2025 im
Jahresvergleich um rund 13,5 Prozent auf 82,3 Milliarden Dollar. Die
Entwicklung des Anzeigengeschäfts von Google wird sehr genau beobachtet. Denn
Google bringt in die Suchmaschine mehr mithilfe von KI erstellte
Zusammenfassungen ein. So sinkt der Anreiz, auf Links zu Originalquellen zu
klicken. Damit verdiente Google jedoch traditionell das meiste Geld.
Pichai sagte nun, KI-Antworten in Suchergebnissen erhöhten
die Nutzung. Im KI-Modus stellten viele Leute weitere Fragen in der
Suchmaschine. Wenn Menschen erst einmal anfingen, auf KI-Suchergebnisse
zuzugreifen, nutzten sie die Funktion dann auch mehr.
Die Investitionsprognose sorgte für Kursgewinne bei
Chipanbietern, bei denen ein großer Teil der Ausgaben landen dürfte. Aktien des
bei KI-Halbleitern führenden Nvidia-Konzerns stiegen im nachbörslichen Handel
zeitweise um fast zwei Prozent. Der Chipanbieter Broadcom gewann mehr als
sechs Prozent. Die Aktie von Alphabet fiel im nachbörslichen Handel um etwas
mehr als ein Prozent.
