Als die Fans am Mittwochvormittag bei bedecktem Himmel und zapfigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zum öffentlichen Training an die Säbener Straße kamen, herrschte erst einmal ein bisserl Ernüchterung. Torjäger Harry Kane stand nicht auf dem Trainingsplatz. Wie schon am Tag zuvor verpasste der englische Top-Star die Einheit aufgrund einer Erkältung. Ob er bis zum wichtigen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) rechtzeitig fit wird, ist noch offen.

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Besser wäre es, schließlich kommt mit der TSG die große Überraschungsmannschaft dieser Bundesliga-Saison in die Allianz Arena. Das Team von Trainer Christian Ilzer – in der vergangenen Spielzeit als Tabellenfünfzehnter noch knapp dem Abstieg entgangen – belegt aktuell Rang drei und hat seit dem Jahreswechsel alle fünf Spiele gewonnen. Auf die Bayern wartet also eine äußerst knifflige Aufgabe.
Bayern-Motor stottert seit dem Jahreswechsel
Mit wie viel Druck der Rekordmeister in die Partie gegen die Kraichgauer geht, wird sich zeigen. Der gemütliche Elf-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund ist nach der Niederlage gegen den FC Augsburg (1:2) und dem Remis beim Hamburger SV (2:2) auf sechs Zähler zusammengeschrumpft. Gewinnt der BVB am Samstag beim kriselnden VfL Wolfsburg, gehen die Bayern mit einem mickrigen Vorsprung von nur noch drei Pünktchen ins Duell mit der TSG.
Unabhängig davon ist der Motor der Münchner seit dem Jahreswechsel ins Stottern geraten. Nachdem zunächst noch die Ergebnisse über schwächer werdende und im Vergleich zum ersten Halbjahr weniger dominante Auftritte hinwegtäuschten, blieben zuletzt auch die Resultate aus. Vor allem die Defensive bereitet Sorgen. In sieben Pflichtspielen 2026 blieb man einzig in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise ohne Gegentor (2:0), häufig musste man sich auf Ausnahme-Paraden von Manuel Neuer oder das fehlende Abschlussglück der Gegner verlassen. Zeit für eine Trendwende.
Defensive Anfälligkeit: Abwehrchef Tah gibt sich optimistisch
„Wir haben ein paar mehr Gegentore bekommen – mehr Gegentore aus dem Spiel. Vorher sind die Hälfte unserer Gegentore aus Standard-Situationen entstanden. Jetzt immer noch und daran müssen wir arbeiten“, sagt Abwehrchef Jonathan Tah, der aber auch beschwichtigt: „Es fühlt sich aber nicht so an, als würden wir in einer schlechten Phase stecken. Die anderen Teams passen sich ebenfalls an – versuchen andere Dinge gegen uns zu machen, weil sie jetzt ausreichend Zeit hatten, sich anzuschauen, was Vincent Kompany möchte. Da müssen wir uns wieder adaptieren. Vielleicht ist das gerade genau diese Phase, die jetzt schon wieder vorbei sein kann.“

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Der Januar war für die Bayern extrem kräftezehrend
Der Optimismus des Nationalspielers kommt nicht von Ungefähr, schließlich lässt sich der Durchhänger der Bayern in den vergangenen Spielen durchaus erklären. Nach der kurzen Winterpause wartete der Januar mit einem extrem intensiven Programm auf, innerhalb von 20 Tagen standen gleich sieben Spiele an. Aufgrund der englischen Wochen bot sich keine Zeit zum Durchschnaufen – dazu kamen Ausfälle von wichtigen Spielern wie Joshua Kimmich oder Konrad Laimer.
Vielspieler und Leistungsträger wie Michael Olise, Lennart Karl oder Dayot Upamecano wirkten zuletzt überspielt und kamen nicht mehr an ihre Top-Form heran. Die Langzeitverletzten Jamal Musiala und Alphonso Davies sind zwar wieder zurück und erhöhten die Breite im Kader, doch auch sie brauchen augenscheinlich noch Zeit, um ihre Top-Verfassung wieder zu erreichen. Eine Gemengelage, in der es auch für eine Spitzenmannschaft wie die der Bayern irgendwann schwierig wird.
Darum ist der Februar für Bayern der Monat der Hoffnung
Was nun Hoffnung macht, ist der Februar – denn der ist im Vergleich zum Januar wesentlich entspannter. Da die Bayern als Tabellenzweiter die Playoffs der Champions League vermieden haben, stehen nur fünf anstatt sieben Spiele an, es gibt nur eine einzige Englische Woche. Genug Zeit also für Vincent Kompany, mit seinem Team an Automatismen zu feilen und seinen Stars bei Bedarf eine Pause zu gönnen.
Abgesehen von Kane hatte der Bayern-Coach am Mittwochvormittag übrigens endlich wieder seinen kompletten Kader auf dem Trainingsplatz, auch Laimer absolvierte nach überstandenem Muskelfaserriss erstmals wieder Teile des Mannschaftstrainings. Der Februar gibt also durchaus Grund zur Hoffnung auf die Trendwende.
