
AUDIO: RSV: Impfung schützt auch Ältere vor schwerem Verlauf (5 Min)
Stand: 02.02.2026 14:22 Uhr
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Die aktuelle RSV-Welle hat begonnen. Vor allem Kleinkinder und Ältere können schwer am RS-Viruserkranken. Babys sollten eine Prophylaxe, alte Menschen eine Impfung erhalten. Was sind die Symptome einer Infektion?
Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RS-Virus oder RSV genannt, befällt die oberen und unteren Atemwege. Besonders bei Frühgeborenen, Säuglingen und Kleinkindern zählen RS-Viren zu den häufigsten Erregern von Atemwegsinfektionen. Da bei ihnen das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist, kommt es immer wieder zu schweren Verläufen. Gefährdet sind außerdem ältere Erwachsene ab etwa 60 Jahren sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Bei gesunden Jugendlichen und Erwachsenen verläuft eine RSV-Infektion oft asymptomatisch oder harmlos.
Symptome: RSV beginnt oft mit Husten und Schnupfen
Die Symptome einer RSV-Infektion können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, das Krankheitsbild ähnelt dem einer Erkältung oder Grippe. Zu Beginn der Infektion treten meist Schnupfen, trockener Husten, etwas Fieber und manchmal eine Rachenentzündung auf. Nach ein bis drei Tagen können auch die unteren Atemwege (Bronchien, Lunge) betroffen sein – mit stärkerem Husten und Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot. Zugleich kann sich der Allgemeinzustand stark verschlechtern: Betroffene Kinder mögen meist nicht trinken oder essen, müssen sich übergeben und sind geschwächt. Vor allem bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten kann eine Infektion mit RSV zu einer Bronchitis, einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder einer gleichzeitigen Entzündung von Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis) führen.
Bei schweren Verläufen kann es zur Verengung und Verschleimung der Bronchiolen kommen, was das Ausatmen erschwert („stille Obstruktion“). Hinzu kommt dann eine beschleunigte Atmung und eine schlechte Sauerstoffsättigung mit bläulicher Verfärbung der Haut. Die Symptome können sich individuell stark unterscheiden und rasch verschlechtern. Erkrankte sollten deshalb bei Bedarf einen Arzt aufsuchen. In schweren Fällen müssen sie im Krankenhaus stationär beobachtet werden, denn die Erkrankung kann schlimmstenfalls zum Tod führen.
RS-Virus: Wann sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt?
Kinder unter einem Jahr, die an einer fieberhaften Erkältungsinfektion leiden, und Kinder, die länger als drei Tage hohes Fieber haben, sollten von einem Arzt untersucht werden. Symptome, bei denen es sofort zum Arzt gehen sollte, sind Atemnot, schnelle und schwere Atmung oder knisternde Atemgeräusche. Gleiches gilt, wenn die Kinder nicht mehr trinken oder so stark husten, dass sie sich übergeben müssen. Sehr kleine Kinder bis drei Monate können bereits ernsthaft krank sein, wenn sie noch kein Fieber haben, aber insgesamt teilnahmslos wirken und das Trinken verweigern.
Viel trinken und Atemwege freihalten
Erkrankte sollten ausreichend trinken. Außerdem sollten die Atemwege möglichst freigehalten werden, etwa durch Nasenspülungen und Nasentropfen. Zusätzlich kann man je nach Alter und Absprache mit dem Arzt Medikamente geben, um das Fieber zu senken oder Halsschmerzen zu lindern. Bei schweren Verläufen werden Sauerstoffgaben im Krankenhaus oder sogar eine künstliche Beatmung nötig.
Babys, Ältere und Vorerkrankte besonders gefährdet
Vor allem für Frühgeborene und Kinder mit Lungen-Vorerkrankungen wie Asthma oder COPD sowie mit bestimmten Herzfehlern ist das RSV gefährlich. Auch Risikopatientinnen und -patienten mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen sowie immungeschwächte beziehungsweise immununterdrückte Menschen jeden Alters haben bei einer RSV-Infektion ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken. Unter den Kindern, die wegen RSV im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind zudem etwa doppelt so häufig Jungen wie Mädchen.
RSV-Prophylaxe für Babys mit Nirsevimab
Die Stiko empfiehlt für Neugeborene und Säuglinge eine passive Immunisierung zum Schutz vor RSV in Form einer Prophylaxe. Anders als bei einer Aktivimpfung muss der Körper dabei nicht selbst Antikörper bilden, sondern bekommt diese verabreicht. Vorteil: Der Schutz tritt sofort ein. Bei der Prophylaxe handelt es sich um eine Einmaldosis mit dem monoklonalen Antikörper Nirsevimab (Handelsname: Beyfortus). Nirsevimab ist laut Stiko sicher und wird in der Regel gut vertragen.
Die Prophylaxe sollten die Kinder vor ihrer ersten RSV-Saison – diese dauert üblicherweise von Oktober bis März – erhalten, um geschützt zu sein. Neugeborene, die während der bereits begonnenen RSV-Saison geboren werden, sollen die Prophylaxe möglichst rasch nach der Geburt bekommen, idealerweise bei der Entlassung aus der Geburtseinrichtung.
Impfung gegen RSV: Wer sollte sich impfen lassen?
Menschen ab 75 Jahren rät die Stiko zu einer einmaligen RSV-Impfung. Sie sollte ebenfalls möglichst vor Beginn der RSV-Saison, also im Spätsommer oder Herbst, erfolgen. Menschen ab 60 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung sowie Personen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, sollten ebenfalls eine einmalige RSV-Impfung bekommen. Nach aktuellem Datenstand muss die RSV-Impfung nicht jährlich wiederholt werden.
Sollten sich Schwangere impfen lassen?
Für Schwangere sind zwar Impfstoffe zugelassen, mit denen die Mutter ihren Antikörperschutz an das werdende Kind weitergeben kann. Aus Sicht der Stiko reicht die derzeitige Datenlage aber nicht aus, um Schwangeren eine Empfehlung für die Impfung auszusprechen.
Ansteckung mit dem RS-Virus über Tröpfchen
Die Übertragung von RS-Viren erfolgt meistens durch Tröpfcheninfektion. Die Viren gelangen über die Bindehaut der Augen oder die Nasenschleimhaut in den Körper. Es wird vermutet, dass eine Infektion zudem über kontaminierte Gegenstände, Oberflächen und Hände erfolgen kann. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und acht Tagen. Infizierte können das Virus schon einen Tag nach der Ansteckung weitergeben – noch bevor sie überhaupt Symptome entwickeln. Infizierte mit gesundem Immunsystem sind in der Regel bis zu acht Tage ansteckend. Früh- und Neugeborene sowie Betroffene mit geschwächtem oder unterdrücktem Immunsystem können mehrere Wochen lang infektiös sein.
Wiederholte Ansteckung mit RS-Virus möglich
Mindestens die Hälfte aller Kinder macht innerhalb des ersten Lebensjahres eine oder mehrere RSV-Infektionen durch. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sind es nahezu alle Kinder. Sie sind dann aber nicht immun gegen das Virus. Häufig kommt es zu Reinfektionen – insbesondere Erwachsene mit regelmäßigem Kontakt zu Kleinkindern stecken sich wiederholt an. Bei Kindern verläuft die Reinfektion meist weniger schwer als die Erstinfektion. Die Erkrankung dauert etwa drei bis zwölf Tage – der Husten kann jedoch bis zu vier Wochen und länger anhalten.
Eine häufige Komplikation einer RSV-Infektion ist eine akute Mittelohrentzündung. Als Langzeitkomplikation kann eine sogenannte Übererregbarkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreagibilität) mit anfallsartiger Verengung der Bronchien, pfeifender Atmung, Luftnot, Engegefühl in der Brust und Husten auftreten.
So lässt sich das Ansteckungsrisiko verringern
Regelmäßiges Händewaschen, hygienisches Husten und Niesen sowie die Reinigung eventuell kontaminierter Gegenstände, beispielsweise von Spielzeug, kann das Risiko einer Ansteckung senken. Infizierte Kinder sollten keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Krabbelgruppen besuchen, um andere Kinder zu schützen.




